Minen, Arava-Tal, Mai 2010

2010 habe ich meinen Traum, in Israel in einem Negevmoschav zu arbeiten erfüllt. Das ganze war damals etwas unorganisiert, jedoch hatte es möglicherweise genau deswegen so starke Eindrücke auf mich.

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Der erste Moschav war Idan im Arava-Tal. Es ist ein ziemliches Abenteuer, dahin zu kommen. Auf einmal geht es von Tel Aviv in die Wüste, dann kommen immer wieder Soldaten mit Sturmgewehren in den Bus, die auf dem Boden schlafen. Das hat bis zu dem Zeitpunkt verstörend auf mich gewirkt, als ich selbst auf dem Fußboden Nickerchen gehalten habe (ohne Sturmgewehr). Bis heute habe ich deswegen eine gewisse „Bequemlichkeit“ in Transportmitteln beibehalten und meine Reisen verlaufen meist ausgesprochen angenehm.

An etwas werde ich mich wohl nie gewöhnen können, weder in Israel, noch in Kambodscha oder Vietnam. Als ich damals von der Bushaltestelle vor Idan zum Moschav gegangen bin, fielen mir gleich die Minen-Warnschilder neben der Straße auf.

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Das ist die Geschichte zu den Minen, die man mir erzählt hat (ohne Gewähr auf Richtigkeit):

1948, als Jordanien noch gegen Israel in den Krieg gezogen ist, war langsam aber sicher klar, dass große Teile des vom Haschemitischen Königreiches erkämpften Gebietes nicht von demselben gehalten werden konnten. Man gab sich als schlechter Verlierer und verminte das halbe Arava-Tal. Die Israelis, die das Gebiet teilweise räumen konnten, verwandelten den Wüstensand in Ackerland und heute stehen dort neben Idan und Hazeva noch andere Moschavim. Alles, was man nicht räumen konnte oder wollte wurde eingezäunt.

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Irgendwann gab sich Jordanien dazu hin, die Position der Minen bekannt zu geben. Nun ja, die Pläne wie die tatsächlichen Minen waren sehr „arabisch“ gehandhabt. Noch dazu leisten auch die Springfluten jedes Jahr einen gewissen Beitrag, die Minen anders auszurichten.

Was bleibt, sind die Moschavim, die hier Gemüse anbauen – und Touristen, die sich so ein Schild als Souvenir mitnehmen…

Ein Gedanke zu „Minen, Arava-Tal, Mai 2010

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