Arbeit, Mai-Juni 2010

So, liebe Leser dieser Serie, heute gibt’s ein Quiz zu Beginn!

Welches Volk stellt in vielen der Negev-Yeschufim die Mehrheit?

a) Israelis

b) Beduinen

c) Palästinenser („Volk“, haha!)

d) Andere…?

Die richtige Antwort lautet d: Thai. Für jeden, der nicht selbst im Negev gearbeitet hat, mag dies etwas überraschend kommen. Eine Überraschung, die der Negev damals für mich bereithielt war, wie viel dort (an-)gebaut wird – und wie die paar Leute aus den Siedlungen das zustandebringen. Überall Baustellen und Gewächshäuser.

Früher haben die Araber aus den Autonomiegebieten damit gutes Geld verdient. Nachdem man sie so gut behandelt hat, mussten sie zwei Mal – 1987 und 2000 zeigen, dass sie über gute Manieren verfügen. Seit dem ist der Staat Israel etwas skeptischer, die Bauern benötigen aber weiterhin helfende Hände.

Also springt Thailand ein.

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Und so wirklich scheint man das auch nicht zu bereuen. Selten habe ich in meinem Leben so fleißige Arbeiter gesehen. Die Hitze ist den Meisten relativ gleichgültig. Nur der Europäer schreckt sich etwas, wenn er plötzlich eine Horde vermummter Gestalten als vermeintliche Terroristen sieht. Aber nein: Das asiatische Schönheitsideal ist helle Haut. Ein fleißiger Arbeiter hat selten so eine und man kleidet sich entsprechend.

Israel hat im Vergleich mit Thailand äußerst hohe Löhne – speziell für dieselben Arbeiten als Knecht. So kommt es vor, dass nach fünf Jahren harter Arbeit und eisernem Sparen so ein „Thaiworker“ als reicher Mann zurück in die Heimat findet… Und nicht selten auch über ein größeres Kapital verfügt als sein Bauer.

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Eine Freundin von mir meinte, jeder von denen könnte es mit Jackie Chan aufnehmen. Ich hatte darüber gelacht, bis ich sie mit ihren Füßen Volleyball spielen gesehen habe…

 

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