Und die Wüste wird blühen!

Was unterscheidet Israel eigentlich von anderen Ländern?
Da die Nahostexpertenrate in den westlichen Ländern (lediglich in Nahost ist sie noch wesentlich höher) an der 100%-Hürde kratzt wird die Antwort je nach politischem Couleur anders ausfallen.
Da es allerdings schon mehr als genug Nahostexperten gibt, sei denen dieser Aspekt der Frage überlassen, ich möchte die kommende Artikelreihe mit einem Aspekt der Siedlungspolitik beschäftigen, der in den Medien fast gänzlich ignoriert wird.
Theodor Herzl hatte genau den in „Altneuland“ bereits visualisiert, keine 100 Jahre später findet man in „Arbeit für den Frieden“ (Schimon Perez/Robert Littell) folgende Passage (S. Fischer ’98, S250/51):
Schimon Perez: Aber ich möchte den Arabern damit auch etwas sagen, nämlich: Ihr könnt es uns gleichtun. Und das tun sie auch. Sie errichteten Kolonien, sie haben eine ihrer Städte wiederaufgebaut. Sie sehen, nichts hat nur eine Bedeutung. Alles kann zwei Seiten haben. Vor einigen Wochen traf ich Präsident Mubarak in Sharm el-Scheikh, und er erzählte mir von dem, was die Ägypter tun: Vier Millionen Dunam Land haben sie dem Meer abgewonnen, einen Bewässerungstunnel vom Nil nach Westägypten gebaut, sie werden zwischen Ismailia und Kairo ein Industriezentrum aufbauen. Und schließlich erklärte er mir – sie haben es mit eigenen Augen gesehen -, daß sie dabei sind, die Halbinsel Sianai in ein attraktives Touristenzetnrum zu verwandeln. Und sein Berater Osama el-Baz hat mir erzählt, die Ägypter hätten sehr viel von dem gelernt, was ich in meinem Buch The New Middle East geschrieben habe. Ich antwortete ihm, daß die Menschen über viele Jahre hinweg Ägypten als ein Land angesehen hätten, das mit seiner Geburtenrate schnell wachse, aber gezwungen sei, in den Grenzen des Nildeltas zu leben, da sich dort vor allem das bebaubare Land befinde. Ab und an habe man dann noch eine weitere Sphinx oder eine Pyramide entdeckt, und damit sei Ägypten auch noch mal in die Nachrichten geraten. Jetzt seien die Ägypter dem Delta und den Pyramiden zum ersten Mal entkommen und in ein neues Zeitalter eingetreten.“

Perez, ein Kibbutznik unter vielen – hat die Wüste wie viele Andere zum Blühen gebracht. Heute ist Israel das erste Land, das seine Wüste zurückdrängt und das einzige Land weltweit, das einen größeren Baumbestand hat als vor 50 Jahren.

Im Negev stehen Bauernhöfe und die Wüstenstadt Arad, die in den 20ern wegen Wassermangels aufgegeben wurde. Eben diese zählt heute zu den grünsten Städten des Landes.

Eines meiner Archivfotos zeigt, wie es heute an der Jordanischen Grenze im Arava-Tal aussieht (Das sind Gewächshäuser… In der Wüste):

wüst

Kommentar verfassen