Tomaten, Mai/Juni 2010, Negev

Heute gibt es zur Abwechslung einmal einen Beitrag für alle unsere proisraelischen Hobbygärtner!

Ich möchte ein wenig über die Anbauungsmethoden in den Moschavim sprechen:

Tomaten schlingen sich gerne um Stecken. Es geht natürlich auch ohne, nur wird der Ertrag etwas geringer sein, da die Gewächse weniger Platz haben, um Fruchtkörper auszubilden.

Statt einem Stecken kann man allerdings auch eine Schnur an einer Spindel nehmen.

Prinzipiell macht das für die Pflanze keinen Unterschied. Zumindest nicht solange, bis man selbst einen erzeugt.

Jede Pflanze gehorcht der Physik und damit der Gravitation, weswegen sie entsprechend träge vor sich hinwächst. Irgendwann kommen dann die ersten Tomaten und diese muss man unter einem Büschel Blätter herausbekommen.

Das ist der Moment, in dem man die Macht der Schnur nutzt. Ein leichtes Anziehen bewirkt, dass die Pflanze gestreckt wird und wieder mehr Luft hat. Bei der zweiten (und manchmal auch dritten!) Ernte wird der Ertrag größer ausfallen.

Diese Methode wird in Israel oft verwendet. Aufgrund des heißen Klimas gibt es Tomaten öfters als in Europa und zu günstigeren Preisen. In Kadesch Barnea ist, als ich unten gearbeitet habe ein Bauer von den Tomaten auf ein anderes Produkt umgestiegen und hat alle seine Nachbarn eingeladen, von seinem Feld zu ernten, da er ohnehin keine Verwendung mehr dafür hatte.

Am Ende standen wir mit vier großen Kisten Tomaten da und es gab etwas öfters als sonst Spaghetti…

Ebenso muss man allerdings beim Grünzeug um die Frucht (die übrigens eine Beere ist) herum aufpassen, damit es nicht in der Erde bleibt. Die Tomatenstaude gehört zur Gattung der Nachtschattengewächse und ist somit giftig, weshalb sie für Nachfolgepflanzen nicht sehr optimal auswirkt…

In Idan waren Tomaten das Primärgemüse… Bis ich gekommen bin. Gemeinsam mit den Thaiworkern habe die Felder gereinigt, damit man dann Pfeffer anbauen konnte (Ich war bei der Recherei sehr flink, deswegen sieht man mich auf dem Foto mehrfach):

 

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2 Gedanken zu „Tomaten, Mai/Juni 2010, Negev

  1. Axel Stolpe

    Der will dort Pfeffer züchten? Tomaten dieses Unkraut, das sowas in der Wüste mit Brackwasser wächst das ist normal. Selbst hier in Deutschland wächst manchmal so eine Tomate auf dem Beet, wer weiß schon wie die da hin gekommen ist. Selbst ausgesäht oder so.

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    1. Mario J. Schwaiger Artikelautor

      Im Moschav Idan im Arava-Tal züchtet Familie Rapoport Pfeffer. Das war zumindest ab 2010 der Fall.
      Sei froh, ich tät zu Gratisgemüse nicht „nein“ sagen 😉

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