Südtiroler Einfluss im Lande Israel?

Diesen Artikel widme ich dem „Verein der gemäßigten Freunde radikaler Siedler in der so genannten ‚Westbank’“. Immerhin stand diese Woche ganz im Zeichen eines neuerlichen Boykotts gegenüber Israel.

„Boykott“? Die Frage ist gerechtfertigt, es gibt (noch) keinen (offiziellen) Boykott Israels, aber ein solcher will immerhin gut vorbereitet sein. Die Europäische Union bezeichnet sich selbst gerne als das größte Friedensprojekt Europas und verschweigt dabei gerne, dass es auch das größte Wirtschaftsprojekt desselben Kontinents ist. (Den meisten gefällt das Eine immerhin besser als das Andere, wenn man „Wirtschaft“ hört, hat man gefälligst vorsichtig zu sein)

Die Leistungen des Binnenhandels sind allerdings auf keinen Fall klein zu reden – im Gegenteil! – nach der Fragmentierung nach dem Ersten Weltkrieg und der Teilung nach dem Zweiten war es nicht sicher, ob Europa jemals wieder in der Liga spielen kann, in der es vor den Weltkriegen gespielt hat. Konkurrenten wie die USA, China oder die Sowjetunion (die jedoch aus kapitalistischen Gründen seit Beginn der 90er drastisch an Bedeutung verloren hat) standen einem wirtschaftlich geteilten Europa gegenüber.

Wir bauten Handelsschranken ab, gemeinsame Kooperationen auf wuchsen dadurch. Derzeit ist ein Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten geplant, um den „westlichen“ Teil der Welt marktwirtschaftlich zu verbinden. Wir führen also fort, was uns unseren Erfolg beschert hat.

Israel hatte mit bilateralen Abkommen zu unserem und seinem eigenen Aufschwung beigetragen, wir haben im- und exportiert was der Markt hergab und auch hier Schranken beseitigt. Es ging uns ja besser dadurch, oder?

Es sie denn, Sie haben im Laden Ihrer Wahl einmal eine zu harte israelische Avocado erstanden… Aber Israel wegen so etwas zu beschuldigen ist schon etwas… naja…

Auf jeden Fall scheint sich Europa von seinem bisherigen Weg verabschieden zu wollen:

  • Anstatt freier Handel und Personenverkehr (hier eher eine Anspielung auf die Bewohner des Westjordanlandes) treten restriktive Richtlinien in Kraft
  • Anstatt Frieden fällen wir Entscheidungen, deren Ausgang wir nicht kennen.

Im Falle Sloweniens und Kroatiens waren die Grenzen bis vor einiger Zeit alles andere als sicher. Doch als die EU Kroatien Vorteile versprochen hat, sollte das Problem lösbar sein ging plötzlich etwas weiter. Im Falle Israels setzt man lieber Nachteile in die Tat um… Egal, ob Israel der Union beitreten will oder nicht…

Aber genug davon – der geneigte Leser wird im Internet noch zahlreiche andere Artikel zu diesem Thema finden, die weitaus ausführlicher gestaltet sind… Passend zum Thema Handel habe ich in meinem heutigen Artikel ein passendes Foto, dass den Österreichern unter meinen Lesern unbekannter sein wird, als den Nicht-Österreichern.

Dieses Bild wurde am Busbahnhof von Tel Aviv aufgenommen und zeigt neben anderen erstehbaren Produkten auch die „Quadratini“ der Firma Loacker, die zwar Südtiroler Herkunft ist, aber auch in Österreich, wenige Kilometer vor meiner Heimatstadt produziert und äußerst wohlschmeckende Schnitten und andere Süßigkeiten herstellt… und selbstverständlich auch in die ganze Welt exportiert.

Als „quadratisches Stück Heimat“ habe ich sie mir oft gerne im Dorfladen besorgt und hin und wieder (je nachdem, ob ich nicht zuvor schon alle gegessen hatte) auch mit meinen Kollegen geteilt.

Loacker ist äußerst beliebt in Israel, habe ich festgestellt – aber auch etwas teurer, als lokale Produkte.

Allerdings… um wieder auf Österreich zurück zu kommen. Hier kennt man diese Schnitten kaum, man isst -weniger aus Wohlgeschmack, sondern eher aus Tradition- Mannerschnitten.

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