Der Tag vor meinem ersten Arbeitstag

Es ist vielleicht keine sehr intelligente Entscheidung Donnerstags oder Freitags nach Israel zu kommen. Donnerstags hat man die Angst, dass man zu viel Zeit verliert, bevor es Freitag wird und Freitag ist das Meiste ohnehin zu spät.

In der rabbinischen Literatur habe ich erfahren, dass Dienstag der beste Reisetag sein soll. Dies gilt jedoch für das alte Europa, jedoch möchte ich meinen, dass man in Israel auch sehr gut damit fährt. Ich hingegen hab den Freitag gewählt, jedoch war mir das Glück hold, sodass ich nach der anstrengenden Reise am Schabbat nicht sofort arbeiten musste.

Durch den Feiertag konnte ich mich etwas im Moschav umsehen.

 

Moschavim sind nicht sehr religiös. Das ist auch nicht sehr verwunderlich, da die Bewegung doch sehr links gerichtet war/ist und im alten Europa natürlich dem „Klerus“ diametral gegenüber stand. (Was ein jüdischer Klerus ist und ob er existiert sei eines Anderen Frage…)

In Idan gibt es nicht einmal eine Synagoge. Von privaten Gebetshäusern wusste ich nichts.

 

Allerdings hatte ich noch nie einen Ort gesehen, der auch flächenmäßig so klein war. In Europa baut man die Häuser ja gleich zu den Gründen und wenn nicht, dann höchstens aus dem Grund, dass ein anderer das Feld hinter dem eigenen Haus bestellt.

Dann liegt zumindest das nächste Wirtshaus gleich um die Ecke, aber es gibt genug Bauern, die auch weiter davon entfernt leben.

In den Moschavim siedelt man gemeinsam innerhalb des Ortsgebietes und die Felder finden sich konzentrisch angeordnet herum. Ein interessantes Konzept – mit dem Nachteil, dass alles sofort am Anfang geplant werden muss. Allerdings auch mit offensichtlichen Vorteilen gegenüber gewachsenen Siedlungen.

 

Bis jetzt bleibt mir besonders deutlich in Erinnerung, wie langsam der Schabbat immer vergangen ist. Kein Vergleich zum österreichischen Sonntag, der meist da und gleich wieder weg ist.

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Ich konnte mich mit einem Thaiworker unterhalten, habe Wassermelonen gegessen – diese gibt es in Israel wirklich in enormer Menge. Teilweise sind die einfach so in der Küche aufgetaucht. Irgendjemand hatte zu viele angepflanzt (oder geschenkt bekommen?) und sie dann einfach vorbeigebracht.

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Ein paar Pferde besaß die Familie auch – ich wusste bis dahin gar nicht, dass Pferde Wassermelonenschalen verspeisen. Es stellte sich dann heraus, dass sie dies sogar besonders gerne machen.

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Was blieb war die Erholung, die man am Schabbat bekommt. Bis dann mein erster Arbeitstag im Lande der Juden folgte…

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