Hilfsbereitschaft

Was kommt als erstes in den Sinn, wenn mich jemand fragt, was ich über Israel denke?

Mir fällt immer die Hilfsbereitschaft der Menschen ein. Es ist in Israel fast unmöglich einsam zu sein. Auf der einen Seite ist man wirklich nie einsam – auf der anderen Seite ist man auch selten alleine.

Ich hatte damals mein Fahrrad dabei und bin nach meiner Arbeit hin und wieder ein paar Runden in der Wüste herumgefahren. Von Idan nach Hatzeva, von Idan zu den „Bad Lands“ (mehr dazu nächste Woche), von Idan bis zur Straßensperre an der Jordanischen Grenze.

Schon damals war ich ein ziemlicher Fotografie-Freak und hatte wie heute Fotos unter Umständen aufgenommen, die „normale“ Menschen wahrscheinlich nicht machen würden…

Siehe: mein heutiges Werk.

Zugegeben: Es sieht nicht spektakulär aus, hat aber einen wunderbaren Hintergrund:

DSC0551_mini

Mir haben diese Palmenhaine gefallen, die neben der Straße aufgestellt wurden. Aber fahrend, ausgestattet mit einem guten Schwung (rechts unten sieht man meinen Schatten), hält man eher ungern. Nach dem Zücken meiner Kamera und dem Fotografieren stellte sich heraus, dass ich freihändig erfolgreich ins Bankett manövriert hatte und langsam aber sicher die Kontrolle über meinen Drahtesel verlor. Es folgte ein mehr oder weniger kontrollierter Sturz, ein paar Aufschürfungen und eine Kamera, die sicher in die Luft gehoben wurde, während der Rest von mir auf dem Schotterboden aufschellte.

 

Es war mir nichts passiert. Das Fahrrad hatte ein bisschen was abbekommen, aber sonst ging es gut.

In der Zeit kamen 4 Autos vorbei. 3 hielten ungefragt an und wollten wissen, ob es mir gut gehe und ob ich etwas brauche.

Ich war mehr als verblüfft. Der geneigte Leser stelle sich dieselbe Situation in Deutschland oder Österreich vor. Im besten Falle würde man vielleicht ignoriert und nicht seltsam angestarrt.

Auf dem Rückweg habe ich das Fahrrad eher geschoben, als dass ich selbst gefahren bin. Einer der Thai-Worker hat es danach für mich repariert. (Die Reparatur hält bis heute).

Später in Jerusalem habe ich einmal auf einen Bekannten warten müssen und ein Passant hatte ob meines Telefonats bemerkt, dass ich kein Israeli war und hat sich, solange er Zeit hatte einfach mit mir unterhalten.

In Europa würde ein derartiges Verhalten auf Unverständnis stoßen. In Israel weiß man, dass die Leute einfach redselig sind und es vielleicht sogar kennen, sich als Neuankömmling in einer fremden Welt zurechtfinden zu müssen.

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