Archiv für den Monat: November 2013

Hô Chi Minhs Mitternachtsimbiss

Mein Name ist Mario J. Schwaiger, ich bin IT-Ingenieur mit einer großen Passion für die Fotografie und habe 2012/13 im Zeitraum von fast einem halben Jahr Vietnam bereist, dort gearbeitet und versucht zu dokumentieren, was ich gesehen habe.

Es gibt für uns Europäer wahrscheinlich Orte auf diesen Planeten, an denen wir uns nicht so fremd fühlen, wie am Ende Asiens, am Ende der Welt.

Trotz allem habe ich versucht, verstehen zu lernen. Habe mich manchmal an Orten wiedergefunden, die womöglich kaum ein Tourist je gesehen hat und dennoch bin ich noch so weit davon entfernt, die Mentalität dieses Volkes – oder der Völker in Vietnam zu verstehen.

Anfangs war ich relativ lange in Saigon – oder Hô Chi Minh-Stadt, wie diese Metropole heute heißt. Die Stadtstruktur entspricht keiner der mir bekannten Logiken und die Adern der Infrastruktur fließen, wie ich es nie zuvor gesehen habe. In manchen Nächten bin ich durch die dunklen Gassen gehuscht, meine Kamera am Stativ, die Hand am Auslöser und das Auge am Sucher.

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Es ist schwierig, in Vietnam hungrig zu werden. In jeder Stadt und jedem Dorf wimmelt es nur so von Essensständen, die meist zu fairen Preisen verkaufen. Es sollte für etwa 20.000 Dong (~1$) zu haben sein. So habe ich eines Nachts wieder einmal meine Runden gezogen und versucht, die Lichter einzufangen, als ich in einer Straße gelandet bin, die eher nur von Einheimischen frequentiert wurde. An den Rändern waren Cafés und Küchen geöffnet.

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Ein Herr lenkte besonders meine Aufmerksamkeit auf sich – wie viele andere hatte auch er einen Gasgriller mit darauf positioniertem Wok und bereitete gegrilltes Fleisch, Gemüse und Meeresfrüchte zu.

Doch was mich sofort bannte war das Feuer, das er ständig entfachte. Manchmal kam mir der Gedanke, es handle sich nur um eine Art Werbegag – doch er war der Einzige, der diese Art der Zubereitung nutzte. Nach einigen Nahaufnahmen meinerseits, stellte sich auf meiner Seite der Pfanne heraus, dass die Stichflammen mit einer Intensität durch die Luft huschten, die nicht auf Jux und Tollerei schließen ließen.

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Zuerst goss er Öl in den Wok und heizte dasselbe an, bis es Feuer fing. Just in dem Moment schleuderte er mit einer gezielten Handbewegung die Rohmaterialien hinein und schwenkte permanent, bis sich die Brunst legte, kurz dampfte und er es nur noch garen musste.

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Da er mein Geknipse toleriert hatte, wollte auch ich ihm einen Gefallen tun, und meinen Mitternachtssnack bei ihm ordern. Dabei fiel mir auf, dass er neben seinem Haus gar keine Sessel hatte, sondern seine Kunden die Sitzmöglichkeiten der anderen Cafés nutzten oder die Speisen mitnahmen.

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Die Kellnerin des Cafés ihm gegenüber sprach etwas Englisch, sodass ich wusste, was ich ordern musste, um etwas Flambiertes zu erhalten. Meine Wahl fiel auf gebratenes Rind mit Reis und in Erwartung einer weiteren Stichflamme schielte ich von meinem viel zu niedrigem Plastiksessel aus auf den Koch.

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Doch es tat sich zu meiner Überraschung nichts und er brutzelte nur „normal“ vor sich hin.

Auf meine Frage und einiger Diskussion, da mein Vietnamesisch absolut zum Vergessen war stellte sich heraus, dass er hauptsächlich Meeresfrüchte und Schwein so zubereitete. Rind enthielt zu viel Wasser, alsdass diese Methode sinnvoll gewesen wäre. Etwas verwundert schlang ich mein Abendessen herunter. Es schmeckte hervorragend, doch blieb der Wermutstropfen.

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Zumindest hatte er sich einen guten Kunden geangelt. Des nächsten Abends erhielt ich nun endlich meine „feurigen“ Meeresfrüchte.

Das Tal des Wassers (II)

Schon relativ früh am Tage brannte die Sonne erbarmungslos auf das Land hernieder. Hier im Zentrum Israels kam es mir ärger vor, als „daheim“ in Beer Milka.
Nach einem schnellen Frühstück schritt ich noch einmal an Ben Gurions Grab vorbei und vor mir lag die der Negev, die ungezähmte Wildnis – durch die die Israelis eine Straße gebaut hatten – aber ich will nicht ablenken.

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DSC0202_miniÜber die Straße gehen war mir etwas zu langweilig, weswegen ich nach einem interessanteren Weg Ausschau hielt. Während mich der verbundene Grat einiger Hügelkuppen anlächelte huschte unterhalb meiner Position etwas vorbei. Zuerst dachte ich, ein Hirtenjunge hätte wohl ein paar Ziegen verloren, jedoch waren das Syrische Steinböcke, die nur ein paar Meter von mir entfernt ihres Weges gingen. Ob sie mich nicht bemerkten, oder einfach nur ignorierten konnte ich nicht sagen. Auch als Österreicher war ich nicht sooo fit, dass ich ihnen mit meinen Sandalen über den Hang folgen hätte können.

DSC0203_miniSchließlich entschied ich mich für die Wanderung zwischen den Abhängen, die aus der Distanz recht einfach wirkte. Erst mitten im Geschehen fiel mir auf, dass das Gelände hier eine Katastrophe war und musste meinen Plan vom schnellen voranschreiten revidieren. Etwas notdürftig wechselte ich auf die sichere Straße und wunderte mich, wieso mein „Weg“ von oben viel leichter ausgesehen hatte…

DSC0207_miniWährend also Helios über mir fleißig Wasserstoff in Feuer zerbombte fühlte ich mich wie ein einsamer Cowboy, dem man das Pferd gestohlen hatte. Und es war heiß. Richtig heiß.
In Amerika wäre ich wahrscheinlich ein paar Meilen weit marschiert, bis ich überhaupt wo wäre, aber Israel ist glücklicherweise viel kompakter. Schon nach wenigen Minuten grünte die Wüste.
Nicht, dass es zu Missverständnissen kommt – soooo klein ist Israel dann auch wieder nicht, dass man, wenn man nur lange genug nach Süden marschiert, irgendwo im Norden herauskommt – ich konnte selbst nicht erklären, wieso hier plötzlich überall grüne Büsche wuchsen und teilweise sogar Gras den Boden bedeckte.
Dabei war die Antwort ziemlich klar. Wegen dem ganzen Wasser.

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Vor mir lag der Ein Avdad Nationalpark. Einer der wenigen (wenn nicht sogar der einzige) Ort hier im Zentrum des Negev, an dem oberirdisches Wasser zu finden ist (sollte es noch andere geben – mir bitte ein Mail schreiben, da muss ich hin!).

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Nach dem Bezahlen des Eintritsspreises türmten sich die Wände der Schlucht wie Pfeiler um mich herum – und spendeten angenehmen Schatten. Es waren locker wieder 40°C.
Womit ich absolut nicht gerechnet hatte blitzte wie eine Fata Morgana vor mir auf: Wasser – in so einer Menge, wie ich es selbst in Tirol nur selten auf einmal in der Wildnis gesehen hatte. Es war mehr als bloß eine Lacke. Hier lag förmlich ein Weiher mitsamt Grotte. Nur Schwimmen war hier verboten… und es bleibt der Fantasie des Lesers überlassen, ob und wie sehr ich mich daran gehalten habe nicht in das kühle Nass zu steigen…

Jedenfalls war diese tröpfelnde Grotte noch bei weitem nicht das Einzige, was Ein Avdad zu bieten hatte. Es war notwendig, ein wenig zu klettern, bis ich die nächste Ebene der Terrassen erreichen konnte. Eine Etage höher lagen teilweise von Algen überzogene, grüne Tümpel. Wieder einmal in einer  Ausdehnung, wie es sich jemand, der die peitschende Wüste gesehen hat kaum vorzustellen vermag.

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Es scheint wirklich so zu sein, das alles auf diesem Planeten nach Leben strebt. Selbst so etwas „Unbelebtes“ das Wasser.

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Es folgten noch weitere Etagen und schließlich auch Höhlen, die über dem gesamten Tal thronten. Im Angesicht dieses – ich möchte jetzt nicht zu euphorisch klingen – Wunders begann ich mich zu fragen, wie viele andere Ort auf diesem Planeten noch existieren mochten, deren Existenz ich mir derzeit nicht einmal vorzustellen vermag. Vielleicht ist es genau das, was mich ständig dazu bringt, weiterzureisen… Einmal verweilte ich noch mit einem Blick zurück, als mir der heiße Wüstenwind entgegenfegte. Vor mir lag die Straße nach Avdad.

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Das Tal des Wassers (1)

DSC0132_miniJe weiter ich nach Osten gekommen bin, desto unerträglicher wurde die Wüste. An der ägyptischen Grenze konnte ich bis in den frühen Nachmittag hineinarbeiten, ohne, dass mir die Hitze wirklich zu schaffen machte. Jetzt stand ich in Sde Boker und und mir rannen die Schweißperlen über die Stirn. Was da vom Himmel brannte war selbst für Israel ziemlich arg.

Natürlich hatte ich keine Karte von Sde Boker bei mir und musste das Dorfzentrum eher „nach Gefühl“ als nach Wissen suchen.

Gleiches galt für mein Hotel.

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Immerhin hat sich meine Präferenz für den Besuch kleiner Ortschaften wieder bezahlt gemacht – die Wahrscheinlichkeit, dass man gänzlich woanders landet ist eher minimal. Ein bisschen Intuition ist hilfreich, den Rest erledigt man dann eben, indem man ein bisschen nachfragt. In meiner Herberge konnte ich mich zuerst einmal meiner Nutzlast entledigen. Ich erhielt ein Zimmer mit Klimaanlage. Oder besser vor der Klimaanlage. Den virtuosen „Sound“ musste ich dann eben ein wenig erdulden, aber egal.

Erst einmal Mittagessen, ich hatte noch kein Frühstück. Irgendwo in der Ortsmitte fand sich ein Treff, an dem ich mir Schoarma mit Humus und Falaffel genehmigen konnte. Ich setzte mich zu einer Soldatin, die auf ihren Bus warten musste und wir plauderten ein wenig. Sie hieß Esther und war russischer Herkunft. Diesen Aspekt vermisse ich am meisten an Israel. Sich in Mitteleuropa mit einer fettigen Speise einfach an den Tisch zu einem Mädchen zu setzen und dabei nicht auf irgendwelche Ambitionen hoffen zu lassen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.

 

Ihr Englisch war leider nicht das Allerbeste, aber wir konnten doch irgendwie miteinander. Nachdem sich mein Imbiss ebenso dem Ende zuneigte wie ihre Zeit gingen wir beide wieder unsere Wege und ich stand recht bald am Ortsrand, wo die Wüste bereits ihre Klauen nach der Zivilisation ausstreckte.

Dort drüben in den Bergen sollte irgendwo Avdad sein. Ich sah allerdings nur Schluchten, die sich nicht voneinander unterschieden. Eine trister und trockener als die Andere. Ich dachte an die Geschichten, die ich über die Hagana gehört hatte, die noch ohne die heutige Infrastruktur durch diese Gebiete gezogen sind.

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In diese pittoreske Weite konnte ich fast eine Ewigkeit starren. Die Wüste gibt einem wie keine andere Landschaft ein Gefühl der Unendlichkeit. Von Sonne und Wind gepeitschte Hänge und Gründe lagen da, wie sie der Allmächtige einst auf diesen Planeten geschleudert hatte.

 

Als eine Art Vorposten zur Wüste standen zwei Stelen, die ich zuerst nicht richtig zuordnen konnte. Sde Boker ist kein mit vielen Denkmälern verzierter Ort. Erst war ich verwundert, jedoch konnte ich recht bald die Inschrift sehen:

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Vor mir lag das Grab des Staatsgründers David Ben Gurion und das seiner Frau. Die letzte Ruhestätte – Midreschet Sde Boker – auf Deutsch das “Gartengrab” bestach hauptsächlich durch die Schlichtheit. Es war keine seltsame Touristenattraktion, sondern ein würdiges Monument. Fast schon symbolisch platziert. Hier Ben Gurion, davor nur Wüste, dahinter das Leben.

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Es dämmerte langsam, ich wandelte durch die Straßen Sde Bokers in die Hotelkantine. Der morgige Tag würde Anstrengend sein, es sollte eine Reise durch das Tal des Wassers werden. Ich fand allein die Idee, hier in der Wüste Wasser zu finden absurd…

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Mayim

Mir kam es immer so vor, als wäre die Wüste ein trockener Ort, an dem kaum Leben existiert. Was trotzdem an Leben existiert wird meist in teuren Dokus gezeigt – als „normaler“ Mensch würde man sowas eher nicht finden.

Die Wahrheit ist, dass es keine singuläre Wahrheit gibt. Ich habe so viele verschiedene Tiere in dieser Gegend gesehen, die ich niemals in die Kategorie „Wüste“ eingeordnet hätte. Darunter Frösche, große Käfer, wilde Katzen und Hunde, Chamäleons und Grillen. Und das waren nur die, die ich nicht erwartet hatte.

Im Endeffekt ist natürlich das Wasser dafür verantwortlich, dass sich solcherlei Getier überhaupt hier einfindet. Woher das Wasser kommt… Gute Frage. An der ägyptischen Grenze, nahe Beer Scheba kann es passieren, dass die Nächte sehr feucht werden und man am morgen einen Wasserfilm am Sandboden erkennen kann. Während des Winters kann es sogar zu wahren Torrenten kommen, die bei Ktziot eine Brücke zerstört haben.

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Im Winter – soll die ganze Wüste grünen, habe ich gehört. Ich habe Fotos gesehen, die das auch gezeigt haben, nur mit eigenen Augen durfte ich es noch nie erblicken. Aber wer weiß? Vielleicht findet sich ja bald jemand, der mich auf eine Auftragsreise nach Israel aussendet? Dann würden die Fotos recht bald ins Internet wandern.

 

Mit Regen ist höchstens in den kalten Monaten zu rechnen. Nur kommt es hin und wieder auch vor, dass es stehende und fließende Gewässer direkt in der Wüste gibt.

Es hat mich überrascht, direkt an der ägyptischen Grenze einen natürlichen Teich vorzufinden. Was mich erstaunt hat war, dass derselbe ein Fliegennest sondergleichen war. In Beer Scheba gibt es sogar einen kleinen Fluss, der aber leider nicht sehr einladend wirkt.

Kommende Woche werde ich meine Reise nach Avdad schildern – es ist ein wahres Wunder, was man dort vorfindet.

Aber zurück in die Wüste, wie man sie sich vorstellt (Avdad ist etwas gänzlich Anderes): Morgens sind die Temperaturen anders als während des Tages – wer also früh genug aufsteht, stürzt sich direkt in ein äußerst sehenswertes Getümmel.

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Es gibt ein Wetterphänomen, das Chamsin (Arabisch) oder Scharav (Hebräisch) genannt wird. Wir lernen heute auch ein wenig Arabisch: Wer die Chamsa kennt soll einmal die Finger nachzählen. Im Idealfall sind es fünf. Daher auch der Name. „Chamsin“ heißt „50“, da dieses Ereignis innerhalb eines 50-tägigen Zeitfensters auftritt. In Israel ist es während dessen weniger heiß, aber dafür viel feuchter.

Der Bauer Golan meinte auf meine Frage, ob das gut für die Pflanzen sei, dass Wüstenpflanzen nicht auf so feuchte Luft eingestellt seien. Zudem ist manchmal auch viel Sand in der Luft.

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Jedes Mal, wenn ich an einen Ort fern meiner gewohnten Wetterlage bin, versuche ich ein Gespür für die meteorologischen Bedingungen zu bekommen. In der Wüste ist das schwieriger als man denkt. Am Scharav-Tag hatte ich mit Regen gerechnet, ihn aber für absurd gehalten. Als ich auf den Feldern gearbeitet hatte fühlte ich ein paar Tropfen. Es war schneller vorbei, als es angefangen hatte, aber ich lag prinzipiell richtig.

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Die letzte von mir entdeckte Möglichkeit, in der israelischen Wüste an Wasser zu kommen ist das schlichte finden von defekten Wasserleitungen. Nicht alle Bauern gehen mit dem Gut so sorgsam um, wie sie es sollten. An den Stellen, an denen das Wasser dann austritt ist die Vegetation natürlich recht üppig…

Bad Lands

Nachdem ich letzte Woche ein bisschen was über meine Freizeitbetätigung verfasst habe, möchte ich das diese Woche noch etwas ausführen.

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Ich musste mich in Israel oft darüber wundern, wie viel von Allem dieses kleine Land auf noch viel kleinerem Boden unterbrachte. So gibt es in den Vereinigten Staaten den Bad Lands-Nationalpark, der 982,40 km² misst. In Israel gibt’s in der Nähe von Idan ein kleines Areal, das sich auch „Bad Lands“ nennt und durchwegs interessant ist:

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Es handelt sich um ein große Menge Wüstensand, die sich im Laufe der Jahrtausende aufgetürmt hat und eine halbfeste Masse bildet. Irgendwann haben die Israelis eine Schneise durchgeschlagen und eine Straße gebastelt.

Dahinter befindet sich in einem nach wie vor verminten Gebiet ein Wasserspeicher.

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Eine Fahrt mit dem Fahrrad durch die Gegend offenbart, dass der Vergleich mit dem amerikanischen Original wirklich nicht sehr weit hergeholt ist. Selbst der motivierteste Bauer hätte wohl seine Schwierigkeiten, in dieser Riesensandkiste etwas Vernünftiges anzubauen… Und die Israelis bauen einfach eine Straße…

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Es gibt noch eine andere geologisch ähnliche Umgebung, die mir außerordentlich gut gefallen hat. Um Idan finden sich kleine Canyons in den von Sand umschlungenen Weiten der Wüste.

Es ist möglich diese Schluchten zu betreten, jedoch sollte man es sich gut überlegen und genügend Wasser mit sich führen.

Zum einen sind die Wege teilweise stark verästelt und zum Zweiten ist der Sand nicht so stabil, wie er einem im ersten Moment vorkommt. Ein Ausbruchsversuch meinerseits hat damit geendet, dass ich voller Sand auf dem Bauch in die Senke zurückgerutscht bin und irgendwoanders einen Ausweg suchen musste.

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Dabei sollte man keine Panik aufkommen lassen. Man weiß zwar nicht, wo man gerade ist und wie man wieder herauskommt, aber immerhin ist es (außer Mittags) recht schattig da unten.

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Trotz allem findet sich hier eine recht faszinierende Tierwelt und recht skurrile Formationen. Bis heute habe ich mir eine Art kindliche Neugierde bewahrt, die mich solche Plätze stets mit gewaltiger Neugierde betrachten lässt – und ich wurde nicht enttäuscht.

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Nur hatte ich teilweise ein wenig Sorgen wegen der Minen. Aufgrund der Springfluten jeden Frühling kann es natürlich passieren, dass die Eine oder Andere irgendwo in meinem Weg landet. Trotz allem schien mir das Schicksal gnädig und ich brachte zahlreiche interessante Fotos heim…

Allah Heiligen

Wussten Sie, dass heute der höchste islamische Feiertag ist…?

Allah-Heiligen.

Um den Tag und diesen Witz zu würdigen, habe ich vor etwas längerer Zeit ein paar Fotos am Friedhof von Lienz aufgenommen. Das war zwar noch in der Anfangsphase meiner fotografischen Karriere, mit den Resultaten bin ich doch ausgesprochen zufrieden.

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Damals hat mich mein Weg zum Albin Egger-Lienz Grabmal geführt. Für alle Nichtlienzer: Egger-Lienz war einer der berühmtesten Künstler unserer Stadt. Teilweise als „Bauernmaler“ verunglimpft und aufgrund der Farb- und Motivwahl auch mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht – zeugen solche Aussagen wahrscheinlich – wie in der Kunst üblich auch das Weltbild der Kritiker als auf das der Künstler. Ohne den Bogen zu weit spannen zu wollen, aber um diese Aussage zu untermauern: Beim Lesen von Interpretationen über die Werke des Surrealisten René Magritte stechen einem viel eher die Meinungen des Schreibers als die Meinungen des Künstlers ins Auge.

Ohne über ihn selbst urteilen zu wollen: In jedem Fall sind Egger-Lienz‘ Werke einige der Interessantesten und vor Allem Bezeichnendsten künstlerischen Schöpfungen Osttirols.

Das Grabmal ist im Areal der St. Andrä Kirche, in deren Umgebung auch der Friedhof ist, auf dem diese Werke entstanden sind.

Es folgt ein Spiel mit Licht, Schatten, Wärme und Kälte: