Ade Phu Quoc

_DSC0832_miniIch wusste immer noch nicht, wie lange ich auf der Insel Phu Quoc bleiben sollte. Das Meer war einfach nicht mein gewohntes Habitat. Die Berge waren gefährlich zu besteigen und selbst, wenn ich es versuchte, könnte ich meine Routen mangels guter Karten nicht veröffentlichen.

 

Am Nachmittag erlaubte ich mir eine Denkpause und schlief. Vielleicht würde mir am Abend mehr einfallen.

 

Auf Phu Quoc kann es zeitweise auch ordentlich regnen

Auf Phu Quoc kann es zeitweise auch ordentlich regnen

Als Idee konnte man das nicht bezeichnen, was ich nach dem Aufwachen hatte. Grübelnd wanderte ich die dunklen Sandstrände entlang und ließ meine Füße immer wieder die sanfte Gischt spüren. Auf einmal rief irgendwer.

Es waren meine chinesischen Freunde, die ich am Tag meiner Ankunft kennengelernt hatte. Das Ehepaar holte mich gleich herzlich zu sich und Wang (so hieß der Herr) orderte mir ein Getränk. Die Verständigung war ein wenig holprig doch wir erzählten einander viel über die Länder aus denen wir kamen.

Als Tiroler konnte ich nicht umhin, von den Bergen in meiner Heimat zu berichten, die die vietnamesischen bei weitem überragten. „Doch…“ dachte ich nach – gab es doch in China eine einzigartige Formation von Hügeln, die ich für mein Leben gerne sehen würde – „ihr wisst, welche ich meine?“

Wang blätterte in seiner Geldbörse und holte einen 20 Yuan-Schein heraus. Auf der einen Seite lächelte Mao, die andere drehte er zu mir. „Diese hier?“ lächelte er.

Zu sehen war ein Fluss mit einem einsamen Flößer, der vor dem Hintergrund gewaltiger ovaler mit Palmen bewaldeter Berge entlangruderte.

„Genau die“, antwortete ich.

Quelle: http://onamission.stalhammar.de/files/domains/onamission/fotos/InTextBilder/20_yuan_note.jpg

Quelle: http://onamission.stalhammar.de/files/domains/onamission/fotos/InTextBilder/20_yuan_note.jpg

Seine Frau dachte kurz nach und sagte, dass es ganz oben im Norden Vietnams auch solche Formationen geben müsse.

Das war die gute Nachricht – sie existierten also in diesem Land. Die schlechte Nachricht war: Noch weiter konnte ich kaum von diesen Naturwunder entfernt zu sein, als auf Phu Quoc. Doch ich musste diese Felsen sehen! Mein Eifer schien meinem chinesischen Freund zu gefallen – er drückte mir die Banknote in die Hand und lächelte „damit du es nicht vergisst“.

Wohl weil ich den Abend so genoss verfolg er so rasch – das Pärchen musste am kommenden Tag früh auf und verabschiedete sich – ich war wieder alleine.

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Zumindest wurde mir klar, dass ich auf dieser Insel nichts mehr verloren hatte – von nun an waren es die gigantischen Zeugen der Natur, die mich lockten – ein Stückchen Heimat sollte ich doch auch hier finden! Vorläufig sollten es nur die von Da Lat sein. Die kommenden Tage auf der größten Insel des Landes verbrachte ich mit Reisen ins Landesinnere.

Irgendwann hörten auch einfach die Straßen auf

Irgendwann hörten auch einfach die Straßen auf

_DSC0858_miniHier kamen kaum Touristen her. Die Motorradpreise waren etwas höher als im Rest des Landes, aber ich dachte viel darüber nach irgendwann einmal hier zu nächtigen. Die Ruhe war traumhaft. Teilweise sahen mich die Leute an, als käme ich aus einer anderen Welt – was vermutlich so falsch nicht war. Einige Kinder winkten mir zu, andere starrten mir lange nach und einige liefen weg, sobald sie mich sahen.

Die Strände waren sehr sauber und lediglich Fischerboote und Pfahlbauten zierten den Horizont. Ein wunderschöner Anblick.

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Das bisschen Dreck schreckt mich nicht....

Das bisschen Dreck schreckt mich nicht….

Je weiter ich fuhr, desto schlechter wurden die Straßen. Es war alles befahrbar, doch schreckte dies wohl einige der Reisenden ab, sodass ich oftmals Kilometer nur für mich allein hatte. Mich hätte der Berg Chua interessiert, der mit 603 Metern die höchste Erhebung darstellte. Doch befindet sich dieser in einem Naturschutzgebiet das auch militärisch genutzt wurde.

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An der Einfahrt stand ein Häuschen, vor dem Soldaten mit Zivilisten Karten spielten. Als ich mich dem Schranken näherte wies man mich gleich darauf hin, dass ich hier nicht einfahren dürfe.

Einfahrt zum Berg Chua

Einfahrt zum Berg Chua

 

_DSC0908_miniDamit war mir wohl der Gipfelsieg verwehrt geblieben – was blieb war die Erinnerung an ein Herz der Insel wie es wohl kaum ein anderer Besucher je gesehen hatte – und der Wunsch irgendwann abseits des Tourismuswahns wieder hierher zu kommen.

 

 

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Und Abreise...

Und Abreise…

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