Immer noch Ha Tien

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Hatien war eigentlich wie geschaffen für eine Tourismusstadt:

Sie lag auf einer Transitroute zur Insel Phu Quoc – der größten Vietnams – hatte dabei eine sehr angenehme Einwohnerzahl behalten und war auch noch Grenzstadt zu Kambodscha.

Mangrovenwald

Mangrovenwald

Wirkliche „Sehenswürdigkeiten“ im westlichen Sinne gab es in ihr keine, am Berg gegenüber befand sich malerisch ein großes Frauenkloster und in Richtung Osten erstreckten sich Mangrovenwälder. Als Europäer kannte ich diese Bäume nur aus Büchern. Inzwischen gehören diese Wasserpflanzen zu meinen _DSC0090_miniLieblingsgewächsen. Wovon ich noch nie gehört hatte waren die Wasserkokosnüsse. In faustgroßen Nüssen gediehen sie auf Wasserpalmen. Ihr Geschmack erinnerte an die Kokosnüsse, wie wir sie in Europa kennen, nur etwas trockener. Erwartet hatte ich, dass sie saftiger seien würden.

 

Wasserkokosnuss

Wasserkokosnuss

Für mich waren das alles einmalige Erlebnisse – bis jetzt habe ich noch nirgendwo eine vergleichbare Landschaft gesehen.

 

Nur – Touristen kamen kaum welche. Ein paar Hotels gab es neben dem Markt, ein paar Andere um den Fischerhafen. Irgendwann hatte sich hier auch der Brite Andy niedergelassen, dem die Stadt zwar gefallen hatte, aber eines abgegangen war: Eine Bar.

Kurzerhand hatte er die „Oasis Bar“ eröffnet, die primär auf ausländische Gäste abzielt.

 

Einmal hatten mir britisch-indische Gäste Zuckerrohr mitgebracht

Einmal hatten mir britisch-indische Gäste Zuckerrohr mitgebracht

Andy ist ob seiner Staatsbürgerschaft zwar nicht der Inhaber, hält aber zumindest die Gäste bei Laune. Alles Geschäftliche erledigt seine Frau: Eine Vietnamesin. Wobei ich ihm auch manchmal etwas seltsam vorgekommen bin: Eines Abends haben mich ein paar inländische Bekannte begleitet doch hatte anstatt wie die Anderen kein Bier, sondern einfach nur diesen typischen Vietnamesischen Tee bestellt, der meist auf den Tischen steht und eher als „Wasser mit ein bissi Geschmack“ bezeichnet werden sollte.

„In einer Bar trinkt man doch keinen Tee…“ murmelte er vor sich hin.

 

Kinder freuen sich immer über neue Gesichter

Kinder freuen sich immer über neue Gesichter

Am Fluss, der die Stadt teilte versuchten einige teurere Hotels ihr Glück. An fast jedem Abend spielte man live-Musik, grillte… Und vielleicht eine Handvoll Besucher erschienen überhaupt. Die Stimmung war nicht sehr gut. Es war klar, dass es für die Angestellten nicht leicht war – jeder rechnete damit, dass demnächst mehr Fremde kommen würden. Nur wann?

Gibt man zu früh auf, wird man sich später ärgern, dass man seine einmalige Chance auf ein Monopol nicht wahr genommen hat. Die Alternative ist möglicherweise ein Konkurs.

 

Jedes Hotel und Restaurant lockt die Gäste mit seinen Mitteln...

Jedes Hotel und Restaurant lockt die Gäste mit seinen Mitteln…

Niemand weiß wann und ob einmal mehr kommen. Für den Moment waren mein neuer Freund und ich die einzigen Dauergäste.

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Nachdem ich mich mit dem Holländischen Programmierer inzwischen immer öfter traf und nachdem wir jeden Tag gemeinsam zu Mittag aßen verlegte ich mein Hotel vom Stadtzentrum weg in die Nähe des Seinigem und sparte mir auch einiges an Kosten. Inzwischen war ich schon über vier Monate aus Europa weg und er war der erste Europäer, der nicht nur als Tourist hier war – ähnlich wie ich.

 

Getrockneter Tintenfisch scheint in ganz Vietnam beliebt zu sein. Besonders aber hier

Getrockneter Tintenfisch scheint in ganz Vietnam beliebt zu sein. Besonders aber hier

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Zwei ältere Damen helfen sich gegenseitig beim Treppensteigen

Zwei ältere Damen helfen sich gegenseitig beim Treppensteigen

Einmal machte er mich darauf aufmerksam, dass es in der Nähe einen Tempel gab, der vielleicht ganz interessant ist. Ein paar Dong Eintritt später war ich in einer Höhle, die mit verschiedenen Figuren ausgestellt waren. Auch hier wurde Quan The Am sehr verehrt. Mir ist ihre Statue schon auf Phu Quoc aufgefallen (http://www.landmark5.com/2014/01/13/der-weg-in-den-dschungel/).

Quan The Am

Quan The Am

Speziell ältere Frauen kamen oft zum Beten her.

Ältere Frauen beim Gebet

Ältere Frauen beim Gebet

_DSC0891_mini_DSC0843_miniNach wie vor weiß ich nur sehr wenig über diese Göttin. Zu meinem Leidwesen. Sie scheint besonders für die Gnade zu stehen…

Daneben bot der Berg noch ein bemerkenswertes Panorama. In der Ferne erblickte ich Kambodscha, von wo aus ich Monate zuvor gekommen war…

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