Haifa

Ich hatte schon bessere Morgen erlebt als den heutigen. Schlaftrunken, aber unfähig, mich wieder ins Land der Träume zu verabschieden brachte ich die Morgentoilette hinter mich und watschelte in den Gemeinschaftsraum, wo ich ein im Preis inbegriffenes Frühstück erhielt:

Schwarztee und einen Schokoladencroissant.

Während ich das Zeug ohne jeglichen Genuss -nach nur vier Stunden Schlaf war ich beileibe nicht dazu in der Lage gewesen- vor mich hin aß dachte ich über die Worte Golans nach: Er war schon einige Male in Haifa gewesen, wisse aber immer noch nicht, was es dort zu sehen gibt.

_DSC0170_miniDen Carmel, den ich schon vom Bus aus sehen konnte war schon einmal ganz impressiv, er dominierte Haifa, wie sonst keine andere Stadt Israels von einem Berg überragt wird.

Sonst war die Stadt… Groß? Sauber?

Aber für Touristen vermutlich nicht ganz der richtige Ort. Ich streunte an Hotels vorbei und überblickte die ganze Hafenmetropole. _DSC0172_miniUnten der geschäftige Port, eine volle Hauptstraße und am Haus vor mir wachtelte eine Brasilien-Flagge im warmen Frühsommerwind. Nichts spektakuläres, Haifa ist vermutlich keine Stadt, die einem Tagestouristen besonders in Erinnerung bleibt.

Die Gärten der Bahai mussten nicht lange gesucht werden, es ist fast unmöglich, nicht auf sie zu stoßen, wenn man in Haifa unterwegs ist. Schwerer war es, außerhalb der Öffnungszeiten eine Führung zu bekommen.

Dieses Foto macht wohl jeder, wenn er Haifa besucht...

Dieses Foto macht wohl jeder, wenn er Haifa besucht…

„Morgen“ solle ich wiederkommen meinte einer der Führer nicht allzu freundlich zu mir, als er wohl sehr glücklich darüber war soeben seine Letzte Gruppe los geworden zu sein.

„Morgen“ sollte ich in Akzivland und nicht in Hafia sein, aber der Kollege von den Bahai blieb hart: Keine Gartenführung für mich.

Damit blieb zumindest noch der öffentliche Teil des Gartens, der ganz nett war aber mir in meinem Streben zum Verständnis gegenüber den Bahai nicht sehr viel beitrug.

Da ich nicht beabsichtigt hatte, in Tel Aviv zu nächtigen, hatte ich Zeit verloren und konnte mir keines der Museen ansehen. Das Getreidemuseum wäre interessant gewesen.

Beim Verlassen der Bahaigärten bin ich ins „Gespräch“ mit einem christlichen Koreaner auf den Spuren Jesu gekommen. Ob Jesus jemals hier gewesen war konnte ich nicht sagen, vermutlich höchstens dann, wenn er sich Akko ansehen wollte.

_DSC0171_miniDamals war ich noch sehr überrascht, dass es christliche Südkoreaner gibt. Später, als ich mit einem Beduinen am Gipfel des Mosesberges Tee getrunken habe, hatte eine wahre fernöstliche Horde unsere Unterhaltung mit ihren Canti untermalte.

Die Südkoreaner, die ich getroffen hatte schienen mir alle sehr fromm zu sein und selten über ein gutes Englisch zu verfügen – jedoch waren sie immer ausgesprochen freundlich. Es wäre interessant, wie sie wohl im eigenen Land so sind… Nun ja, jetzt war ich noch in Haifa und wollte meinen Bus nach Akzivland bekommen.

Werbung für eine Reise nach Österreich in Haifa

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Der Busfahrer wusste nicht, was er mit mir anfangen soll. „Akzivland“ konnte er nicht einordnen. Mein Reiseführer sagte auch nur mit welchem Bus ich fahren soll und nicht wie lange. Rina, die Frau von Eli Avivi, dem Präsidenten des Staates war zwar telefonisch zu erreichen – aber keine Hilfe, sie wusste weder wo ich war, noch wo ich hinsollte. An der Endstation des Busses, vermutlich war hier der Libanon schon um die Ecke musste ich meine Strategie überdenken. Also noch einmal zurück in den Bus, entgegengesetzte Richtung und jetzt fand sich ein Israeli, der dieses merkwürdige Land genannt „Akziv“ kannte.

Vor dem Staat lag sogar eine Bushaltestelle…

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