Nachtkautschuk

Es sollte nicht mehr lange dauern, bis die Sonne den Horizont erreichte. Das Licht ließ nach und ich fürchtete, die ganze Reise wäre umsonst gewesen. Auf keiner Straßenseite konnte ich auch nur das geringste waldähnliche Objekt ausfindig machen.

„Noch eine halbe Stunde“, „nein, noch ein bisschen mehr, ich kann jetzt nicht aufgeben“ blitzte mir durch den Kopf. Vermutlich war ich Hô-Chi-Minh-Stadt schon näher als Mui Ne!
Wenn die Sonne weg ist ist hätte es keinen Sinn mehr. Die Fotografie heißt nicht so, weil man sie im Dunkeln betreibt!

Und auf einmal war diese Häuserreihe neben der Straße. Dahinter Wald. Nicht irgendein Wald. Das waren Gummibäume.

Zufälligerweise stand im Garten eines der Häuser eine Frau die gerade mit ihren Kindern sprach. Mit Hilfe meines Wörterbuchs konnte ich sie wohl in „Vietninglish“ fragen, wie man zum Garten hinter ihrem Grund käme. Sie deutete auf die Straße und dann nach links. „Cảm ơn“ brachte ich dankend hervor und ratterte weiter, bog ab und war am Ziel angekommen.
Vor Jahren ward dieser Wunsch geboren und jetzt erfüllte ich ihn mir endlich. Kautschukfelder.

Ich war wieder ein Kind. Wann ich das letzte Mal so gestaunt habe wusste ich nicht, es muss aber schon fast ein Jahrzehnt her sein. Zuerst fühlte ich die Rinde der Bäume, dann die Blätter, versuchte den Geruch festzuhalten und wollte ihre Besonderheit verstehen. Umso verwunderter war ich, dass sie sich kaum von regulären Bäumen unterschieden. Die Blätter fühlten sich genauso an wie die anderer Bäume in vergleichbaren Regionen. Die Rinde entsprach auch der Bäume daheim.

nahaufnam__DSC0008_miniDoch der Kautschuk war einzigartig. Noch nie hatte ich etwas derartiges gefühlt. Er war kein Harz, wie es die mir bekannten Bäume hatten.

In meiner Kindheit wollte ich immer wissen, ob man das weiße Zeug trinken könne und probierte jetzt. Es erinnerte an leicht aromatisierte, alte Gummibänder deren abartiger Geschmack sich sofort überall im Mund ausbreitete und ein wenig schäumte. Noch nie waren „Widerlich“ und „Großartig“ so nahe beieinander.
Man kann es vermutlich nicht oral konsumieren.

Die Geschichte im Detail habe ich später ausführlicher niedergeschrieben und auch noch einige andere Bemerkungen festgestellt:
Englisch http://www.landmark5.com/2013/03/23/origin/ und Deutsch: http://www.landmark5.com/2013/03/23/herkunft/

Langsam aber stetig kühlte die Luft ab und ich begann zu sinnieren, ob es nicht intelligenter wäre, langsam zurück zu fahren. Auf der Anfahrt hatte ich bewusst darauf geachtet, immer in Richtung T.P. Hô Chi Minh zu fahren und nie Abzweigungen zu nehmen. Es hatte einige Fotostops, einen Schaden und einen Klosterbesuch gegeben. Wenn ich richtig gerechnet hatte, dann sollte die Rückreise rascher vonstatten gehen als die Hinreise.

Obwohl man mit schwachen Maschinen eher sorgfältig umgehen sollte, holte ich das Maximum aus meiner heraus. (War ja nur geliehen). Blöderweise ließ die Lenkung einmal schnell nach und als ich abgestiegen bin konnte ich auch sehen, warum. Der Vorderreifen hatte keine Luft mehr.

_DSC0090_miniVietnam unterscheidet sich vom Ballungszentrumorientierten Alpenland auch dadurch, dass fast alles irgendwie bewohnt ist. Lange musste ich nicht suchen, bis ich eine Werkstätte hatte. Nur hatten die nicht, was ich brauchte, aber ein paar Jugendliche halfen mir, mein Vehikel weiterzuschieben.

Der nächste Mechaniker versicherte mir, er würde gleich fertig sein. Hier hatte der Nachbar intelligenterweise ein Restaurant gebaut. Vielleicht ist die Idee adaptierbar: Sie essen während wir arbeiten? Ganz fertig war er noch nicht als ich satt war, aber immerhin konnte ich einen Tee trinken.

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_DSC0083_miniAuf die Idee, eine Jacke mitzunehmen bin ich nicht gekommen. Dass ich so lange fahren würde hatte ich nicht kommen sehen. In dieser Äquatornähe brach die Finsternis abrupter herein als in Österreich und nach nur wenigen Minuten war es schlagartig Nacht.
Nachdem ich die Rechnung bezahlt hatte, raste ich in die Nacht hinein. Sicherheitshalber wollte ich mich nach dem Weg erkundigen, doch ein paar ältere Herrn, die neben der Straße standen konnten mit „Mui Ne“ nichts anfangen.

Jetzt war ich froh, im Bus jemanden kennengelernt zu haben, der aus der großen Nachbarstadt Phan Thiet war. Die kannten sie. Und ich war am richtigen Weg…

Xuân Lộc Road Movie

Die meisten Touristen ließen sich in Mui Ne nur die Sonne auf den Bauch scheinen oder besuchten touristische Ziele der Gegend. Ich hatte auf der Fahrt etwas gesehen, was mich wesentlich mehr faszinierte als Dünen, Wasserfälle oder Strände.

Seit ich ein Kind war wollte ich immer schon Kautschukbäume zu Gesicht bekommen. Irgendwann sind sie wohl in meinen Büchern aufgetaucht weshalb sich ein Interesse bemerkbar machte selbst Entdecker zu werden. Auf der Fahrt von Saigon hatte ich bemerkt, dass es Kautschukplantagen gab die neben der Straße platziert waren.

Ein etwas suspekt wirkender Einheimischer verlieh sein Motorrad zu einem günstigen Preis, vielleicht zu günstig? Aber egal, ich bestieg das Fahrzeug und raste einfach nur nach Süden, „zurück“ nach Saigon. Irgendwo auf der Strecke würde ich finden, was ich begehrte.

_DSC0456_miniEs begann eine „Road Movie“ der anderen Art… Außerhalb Phan Thietes lagen große Felder mit Drachenfrüchten und Händler säumten die Straßen. Fast war es ironisch: In der Touristenhochburg Mui Ne gab man sich so, als seien Drachenfrüchte exquisit und teuer und schon wenige Kilometer außerhalb gibt man gerne etwas mehr an hungrige Touristen ab. So auch an mich – mein Vorrat an Frischobst war für die kommenden Tage eingedeckt. Mir sagte die Frucht dermaßen zu, dass ich vermutlich jeden Tag 1-3 Stück davon gegessen hatte. Gerne hätte ich mehr von den süßeren, aber auch teureren Purpurfleischigen gegessen, doch auch dir Weißen waren ja nicht zu verachten.

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Nach mehreren Kilometern zeigte sich, warum das Motorrad so günstig war. Die Qualität ließ zu wünschen übrig und ich hatte mitten in der Pampa eine Panne.

Wenn das Österreich wäre, so würde Folgendes passieren: Ich stelle das Gefährt am Straßenrand ab, nehme mir ein Taxi in die nächste Stadt, suche dort einen Mechaniker der das Kraftrad abtransportiert und drei Tage später ist alles repariert (wenn er die Teile hat). Wenn das in Österreich schon so lange dauert, was wäre dann wohl hier? Ich haderte, rollte mein Wrack aber tapfer weiter.

Irgendwo am Ende der Welt

Irgendwo am Ende der Welt

_DSC0472_miniWas mir jetzt erst klar wurde war, dass hier überall Werkstätten ihre Dienste feilboten. Nach weniger als 100m Schieben zeichnete sich ab, dass das Haus vor mir eine war. Der Mechaniker konnte kein Englisch, weswegen ich nur auf den Motor zeigte und ihm verdeutlichte, dass es nicht mehr startet. Er nickte und fing an zu werkeln.

Praktischerweise lag neben seinem Betrieb ein kleiner Laden in dem ich mir einen dünnen Tee orderte, meinen Proviant verbrauchte und mich sorgte was wohl hier aus mir werden würde? Vermutlich würde ich bald nichts mehr zu essen haben und mich als Reisbauer verdienen müssen, bis ich wieder zurück konnte. Unterkünfte gab es keine. Wo ich war konnte ich auch nicht sagen…

Nachdem ich Fotos auf der Kamera sortiert hatte, im Wörterbuch nach irgendwelchen Wörtern zu suchen begann und Löcher in die Luft starrte stand der Mechaniker neben mir – es lief wieder. Was genau kaputt war weiß ich bis heute nicht. Gekostet hat es glaube ich etwa einen Dollar.

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_DSC0486_miniDie Region wurde von einigen sanften Hügeln durchzogen und auf der rechten Seite thronte ein Kloster. Zuerst wollte ich nur kurz anhalten, um schnelle Fotos zu schießen, dann fand sich ein Bonze der ein wenig Englisch konnte.

Viel wusste er mir nicht zu sagen, doch war er freundlich und führte mich herum. Ein Buddha schaute zu uns herab, in seinem metallenen Gesicht spiegelte sich das Leuchten der Swastika, die ich immer noch nicht gewohnt war. Sie bauten gerade meinte mein Führer mild als wir an einem unfertigen Teil des Komplexes passierten. Es schienen gute Zeiten für die Mönche zu sein. Als die Tour beendet war, aßen wir violette Maniokwurzeln. Ihr Geschmack ist mir lieber als der heimischer Kartoffeln. Sie haben eine angenehme Note und ein mildes Aroma. Die tiefviolette Farbe ist am Anfang etwas irritierend. In unseren Breiten ist Nahrung mit der Tönung meist verdorben.

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Kanonenkugelfrucht

Kanonenkugelfrucht

Da sie gerade gekocht hatten, tischte mir ein Mädchen aus der Küche noch einen Teller mit vegetarischen Gerichten auf. Zahlung wollten sie keine Annehmen. Ich sei ein Gast. Ich dankte berührt. Gerne wäre ich noch länger geblieben, doch hatte ich mein Tagesziel noch nicht erfüllt.

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Der Weg führte mich vorbei an der Szenerie Vietnams. Unfälle auf der Überlandstraße. CD-Verkäufer, die ihre Musik über ihr Moped in die Welt posaunten und eine Kulisse, in der sich Moschee und Kirche friedlich gegenüberstanden.

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Langsam dämmerte es und ich fragte mich mehr und mehr, ob ich den Weg nachhause wieder finden würde. Es müssten inzwischen fast 70km sein, die ich mit der schwachen Maschine zurückgelegt hatte…

Kirche und Moschee nebeneinander, Xuân Lộc Bezirk

Kirche und Moschee nebeneinander, Xuân Lộc Bezirk

 

Die letzten Tage in Beer Milka

_DSC0254_miniInzwischen waren Monate vergangen seit dem ich nach Israel aufgebrochen bin. In Idan hatte ich Tomatenfelder präpariert und mit den Thai-Workern zusammengearbeitet, Beer Milka forderte mehr und war eine der besten Erfahrungen meines Lebens.

 

Passionsfruchtpflanzen

Passionsfruchtpflanzen

In den letzten Tagen war ich viel alleine. Mein australischer Kollege war schon früher aufgebrochen und ich verbrachte meine Tage großteils mit dem Präparieren von neuen Feldern, mit der Ernte von Kräutern und dem Pflanzen von Setzlingen. Auch Golan kam seltener da er mit dem Hausbau die Hände voll zu tun hatte.

Gerade jetzt wurde mir bewusst, wie viele verschiedene Gewächse wir hier hatten. Golan pflanzte Wein, einige ausgestorbene Dattelarten und noch vieles Andere an.

Alles biologisch und gegossen wurde es mit dem Salzwasser aus der nahen Quelle.

 

Melissenernte

Melissenernte

Lediglich die Melisse war dem mineralstoffhaltigen Zeug gegenüber etwas zu empfindlich und ein Teil der Ernte fiel nicht so gut aus.

Interessant fand ich, dass wir hier den Plantago Major hatten. In Österreich wächst dieses Kraut überall. Jeder Garten hat es, jede Wiese und man nennt es gemeinhin „Breitwegerich“. Gerade als ich die übersensible Melisse abernten wollte, schnitt ich mir tief in den Finger und hatte kein Pflaster parat. Also entnahm ich dem Breitwegerich ein großes Blatt und legte es über die Wunde.

 

Beim Schneiden der Melisse

Beim Schneiden der Melisse

Fingerpflaster sind nie sehr ausdauernd. Weder im Hochpreissegment, noch in der Natur selbst. Doch als es selbst verstärkt mit Klebeband nach einigen Minuten wieder abfiel staunte ich nicht schlecht: Die Wunde war praktisch verheilt.

Und wäre es auch geblieben, wenn ich nicht weitergearbeitet hätte. Zumindest hatte ich die Heilkraft empirisch bestätigt.

Umso faszinierender, dass es in Israel einen Markt dafür gab.

_DSC0152_miniDie Arbeit, diese Kräuter aus dem Boden zu bekommen war bei Weitem die Härteste die ich überhaupt machen musste. Das klingt jetzt recht übertrieben, doch dieser Plantago hatte sehr dichte Wurzeln, die sich noch dazu weit verzweigten. Anfangs riss ich sie aus und musste nach einigen Stück eine Pause einlegen. Trotz dem Sand war meine ganze Stärke notwendig, dieses Grünzeug samt Wurzel sauber aus dem Boden zu bekommen.

Es war nicht hart im Sinne von „An die Grenzen bringen“. Es raubte einem einfach nur seine ganze Kraft. Als würde man zu schwere Gewichte heben.

Später leistete ich mit einer Schaufel Vorarbeit was ein wenig half. Genausogut hätte ich Anker herausziehen können. Vielleicht war das ja einer der Gründe warum Golan sie gepflanzt hat – sie banden den Sand. Eine vergleichbare Pflanze ist Rotem (רותם), die in Israel hauptsächlich deshalb so geschätzt wird, weil sie den Sand zusammenhält und so den Boden fruchtbarer macht.

Obwohl sie über medizinische Substanzen verfügt ernteten wir sie nie, da sie lebedig wertvoller war als in einem Sack. Der Name sollte wohl „verbinden“ bedeuten.

_DSC0345_miniSchließlich kam der Tag meiner Abreise immer näher. Gerade jetzt versuchte ich die Wüste noch in allen Zügen auszukosten. Starrte lange in die unendlichen Weiten des israelischen Negev. Fühlte Wind und Sonne und versuchte das „Lied der Wüste“ zu hören, von dem ich so manches Mal gehört hatte. Abends saß ich meist auf einer Anhöhe hinter dem Bauernhof und blickte zu den beleuchteten Militärbasen die sich durch die Wüste zogen. Wie oft wurden hier Manöver abgehalten. Fast jede Nacht fürchtete ich dass sich Israel und Ägypten gegenseitig überfallen würden, doch wenn man in einem Land aufwächst in dem die Zivilbevölkerung militärische Übungen eher als seltsame Spielereien betrachtet ist man Ländern wie Israel gegenüber, in denen das Heer tatsächlich eine Aufgabe hat wohl etwas übersensibel.

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Noch einen Tag. Einen Teil des Gepäcks ließ ich in Golans Container und machte mich für eine Reise über den Sinai bereit. Mir fiel jedoch erst viel zu spät ein, dass ich ein Visum brauchte – also rief ich kurz vor 17:00 in der ägyptischen Botschaft in Tel Aviv an. Ein Herr mit schlechtem Englisch erklärte mir, dass ich in 10 Minuten noch einmal anrufen sollte. Um mir dann zu sagen, dass sie jetzt geschlossen hätten…

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Reise nach Mui Ne

_DSC0270_miniHô Chi Minh Stadt ist ein Wunder. Ich habe Schwierigkeiten, mir eine Stadt vorzustellen, die ähnlich viel zu bieten hat. Zwar ist die Aufregung, die Geschäftigkeit, das Viele von Vielem für eine gewisse Zeit ein wahres Feuerwerk für die Augen und den Geist, doch wird es auf Dauer einfach nur viel – und je öfter man seine Schritte über die Flüsse setzt, die Pagoden ansieht und den undisziplinierten Motorradfahrern etwas in seiner Sprache nachschreit, dass sie einen nur ja nicht verstehen desto mehr wird man selbst zu Saigon oder weiß, dass man gehen sollte.

_DSC0271_miniMit Stift und Zettel bewaffnet durchsuchte ich eine Straße voller Reisebüros nach dem günstigsten Tarif. Alle Touristen wollen nach Mui Ne – das sollte auch mein Weg sein! Ein wenig musste ich handeln, war aber mit dem Preis nicht unzufrieden – und irgendwie boten ja auch alle Veranstalter insofern das Gleiche, keiner erzählte mir, dass und warum sein Bus mehr hätte.

So vergingen die letzten Tage in der Hauptstadt des Südens wesentlich ruhiger – meine Abreise stand bevor und ich konnte das bunte Gemisch an allem was man hier zu bieten hatte gelassen an mir vorbeirauschen lassen.

Der Sprache immer noch nicht mächtig, verabschiedete ich mich mehr mit Gesten von meinen sehr lieben Gastgebern und war etwas traurig darüber – wir konnten nie wirklich miteinander sprechen, aber man hatte mich sehr gut behandelt.

Ein letztes Mal schaute ich noch in die Đề Thám-Seitenstraße und machte mich durch die dunklen Gassen auf den Weg zum Reisebüro – auf den Bus wartend.

Wir fuhren in den Sonnenuntergang hinein. Diesmal hatte ich zwar darauf geachtet keinen Nachtbus zu erwischen, aber wenn es schon um 6 finster wird, lässt sich die einbrechende Dunkelheit nur schwer vermeiden. Im Bus bin ich einem Vietnamesen mit exzellentem Englisch begegnet. Er war auf dem Weg in die Vereinigten Staaten und erzählte ganz begeistert von seiner Liebe zur Fotografie, die ich nur zu sehr teilte.

Weihnachten an der Bushaltestelle

Weihnachten an der Bushaltestelle

Es stellte sich heraus, dass Phan Thiet wirklich gleich um die Ecke lag

Es stellte sich heraus, dass Phan Thiet wirklich gleich um die Ecke lag

Für die nächsten Tage blieb er in Phan Thiết bei seiner Familie. Er zeigte mir ein paar seiner Fotos und hatte offensichtlich Talent und kannte auch schöne Mädchen, die sich in den traditionellen Vietnamesischen Kleidern fotografieren ließen.

An seiner Haltestelle tauschten wir noch schnell die Nummern aus und es überraschte mich, wie nahe sich Mui Ne und Phan Thiết sich waren.

In Vietnam habe ich (im krassen Gegensatz zu Europa) nie auch nur ein einziges Zimmer reserviert. Die Gästehäuser oder „nhà nghỉ”s hatten sowieso keine Webseiten und würden dementsprechend nicht ohne einer Suche vor Ort auftauchen.

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In Mui Ne allersdings standen nur Hotel nach westlichem Vorbild und mit Preisen die man vielleicht in Mitteleuropa erwartet hätte. Selbst ein Hostel war gänzlich überteuert.
Irgendwie konnte ich über die Einheimischen, die schon fast am Ende des touristischen Teils der Stadt lebten herausfinden, dass es tatsächlich Unterkünfte gab, die sich am Land und nicht an den Gästen orientierten.

Auch die Umgebung wurde den Gästen angepasst

Auch die Umgebung wurde den Gästen angepasst

_DSC0383_miniZunächst bot mir ein Hotel ein eher teures Zimmer mit dem Fenster zur Straße an. Es war, wie alle Zimmer, die ich in Vietnam hatte sauber, aber ich war nicht ganz zufrieden. Also zerrte ich meinen Koffer weiter, bekam eine Telefonnummer, rief ihn an, und erhielt eine Adresse und war verwundert theoretisch exakt da zu stehen, wo ich eigentlich hin sollte. Nur – obwohl die Straße alle Nummern in der richtigen Reihenfolge hatte fehlten hier ein paar. Wieder erbat ich mir Rat von den umstehenden Menschen und so teilte mir ein Vietnamese mit, dass sich die Nummern in einer Seitenstraße fanden die ich für den Gartenzugang hielt.

"Garten meines Gästehauses"

„Garten meines Gästehauses“

Meine Nachbarn

Meine Nachbarn

Der Preis schin fair und ich stimmte zu, letzten Endes würde ich hier allerdings länger bleiben als ursprünglich gedacht. Kurz nach dem Einlagern meines Hab und Guts schritt ich der Straße entlang, die aus der Stadt führte und fand ein von einer alten Dame bewirtschaftetes Gasthaus, in dem ich mir eine Nudelsuppe schmecken ließ und dazu einen chinesischen Film mit vietnamesischen Untertiteln ansah… oder umgekehrt.

Eli Avivi

_DSC0191_miniRechts schimmerte entfernt das Meer in der untergehenden israelischen Sonne, die den Libanon den man hier fast schon riechen konnte küssten wollte.

Hätte es einen zivilen Grenzübergang gegeben, so wäre ich vielleicht auf einen gegrillten Spieß zum Abendessen weiter nach Norden gegangen – doch stand mir ein Grenzübertritt dennoch bevor.

_DSC0192_miniVor mir lag ein mit einem Palmenhain bewaldeter Hügel, dem vorgelagert ein Wegweiser für die Autofahrer es trug den Titel „Eli Avivi“

Zuerst in Ivrit, dann Arabisch, dann Latein – fast hatte es den Anschein, als hätte Israel den Separatisten Eli endlich anerkannt. Wohl nur wegen des Tourismus, aber kaum jemand fragt nach, warum ein Staat unabhängig geworden ist…

_DSC0194_mini_DSC0195_miniEigentlich hatte ich erwartet, dass Akhzivland einen richtigen Grenzposten hatte, dass zumindest irgendwo ein Banner geschwungen wurde oder was weiß ich, eine Hymne gespielt würde – aber außer einem Schild und der Auffahrt war nichts zu sehen.

Dann ein kleines Häuschen zur Linken und ein großes Anwesen zur Rechten, daneben der Blick aufs offene Gewässer.

_DSC0201_mini_DSC0203_miniEin paar Mal musste ich rufen, bevor Rina Avivi erschien und mir sagte, dass Eli erst später kommen würde. Doch mein Zimmerchen durfte ich schon beziehen und war allgemein positiv überrascht. Mein Reiseführer meinte, es wäre eine Art Hostel, doch glich es einer eigenen Ferienwohnung, die man ungern wieder verlässt.

Restaurants existierten in diesem Staate genausoviele wie auch in vergleichbaren Ländern. Dem Vatikan z.B. oder Sealand.

Zumindest lag nicht weit entfernt eine Tankstelle die auch mit Gemüse handelte und ich tauschte meine Schekel gegen Essbares ein und schritt fröhlich über israelisches Staatsgebiet. Wie anders hier alles war als in der Wüste…

Es gab Wald, Gras und die Temperaturen lagen in einem weitaus angenehmeren Bereich als in meiner neuen „Heimat“ Beer Milka.

Als ich erneut die Grenze passierte war der Präsident eingetroffen. Eli Avivi. Wenn ein Prophet aus meiner alten Kinderbibel vor mir gestanden wäre – ich hätte keinen Unterschied erkannt. Er ist eine imposante Erscheinung.

Eli und Rina Avivi

Eli und Rina Avivi

Foto aufgenommen von Eli Avivi

Foto aufgenommen von Eli Avivi

Wir kamen recht bald ins Gespräch und mich interessierte die Geschichte seines Landes aus seinem Munde erzählt – doch darüber sprach er nicht gerne und er fragte mich, was ich so täte. „Ich bin Programmierer – aber derzeit nur zum Fotografieren unterwegs“ worauf er um meine Kamera bat.

Seine Handgriffe waren durchaus geübt, er erzählte, dass auch er diese Leidenschaft teilte und so war es keine große Überraschung, dass wir den ganzen Abend miteinander plauderten.

 

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_DSC0272_mini_DSC0269_miniAm nächsten Morgen bedauerte ich sehr, keine Badesachen dabei zu haben. Akhzivland überraschte mich jeden Tag aufs Neue (immerhin war ich schon seit einem Tag hier) und die Küste leuchtete fast im Lichte des Vormittags. Nebenan war der Akhziv-Nationalpark und ein anderer Strand…

Langsam wurde ich hungrig und es schien fast, als ob Eli Avivi das gemerkt hätte – er fragte mich, ob ich mit ihm nach Naharia zum Essen wollte. „Gerne“ entgegnete ich und wir fuhren mit einem Taxi los.

Naharia behalte ich bis heute mit einem wunderbaren Gefühl im Herzen. Die Atmosphäre war exakt dieselbe wie in Lienz, der Stadt in der ich geboren wurde. Sie hatte auch in etwa dieselbe Größe und fühlte sich viel „freier“ an, als die meisten Städte Israels.

Wir ließen uns vor einem libanesischen Grillstand nieder und orderten jeweils einen Teller. Während wir speisten stierten wir beide gleichzeitig einem ausgesprochen hübschen arabischen Mädchen nach. Es war kaum zu glauben, dass dieser alte Sack dieselben Gedanken wie ich teilte, machte es doch die ganze Konversation viel komischer. Zu unserem beider Leidwesen verschwand die hübsche Unbekannte recht bald wieder mit ihrem vierschrötig aussehenden Vater(?) und wir konnten nur noch davon sprechen, dass sie wirklich sehr sehr hübsch gewesen ist und sie doch noch ein bisschen länger hätte bleiben sollen…

 

Why are men so attracted to hoes

Today I found an interesting blog on the Internet:

http://mapsontheweb.zoom-maps.com

I love maps and so the idea was born to create such a map on my own. „How Austria googles Europe“:

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According to the data my fellow-citizens shared with the search-engine we mostly think about sport and why other countries are/n’t in the EU. Strangely we don’t care too much about which countries are in the crisis or not. Spain is „liked“ and Italy a „boot“…

France is gay…

In the past days I also watched some old Episodes of the old American cartoon-sitcom „King of the Hill“. When I was a child sometimes I saw some episodes but I guess I haven’t understood that kind of humour back then…

It took me a while to get this, but that’s one of the best punchlines I’ve ever seen…

King of the Ant Hill (Season 1)

King of the Ant Hill (Season 1)

 

Vormittag in Saigon

Ein typisches Bild in Hô Chi Minh Stadt

Ein typisches Bild in Hô Chi Minh Stadt

Ein bisschen sauberer könnts manchmal aber schon sein

Ein bisschen sauberer könnts manchmal aber schon sein

Hô Chi Minh Stadt blieb sich treu: Chaotisch und in jeder Hinsicht ein Original.

Speziell morgens saßen in allen Straßenküchen Leute die Nudelsuppe hineinschaufelten.

Guten Morgen, Saigon

Guten Morgen, Saigon

_DSC0012_miniDie Sonne war wesentlich angenehmer als die Mittagshitze in dieser Asphaltlandschaft und erstmals überschritt ich auch die Brücke über den Saigonfluss und erstaunte darüber, dass sich die Umgebung verändert hatte.

Saigon als „homogen“ zu beschreiben entspricht der Bezeichnung „verlässlich“ für eine Person, von der man zu 100% weiß, dass man sich auf sie nicht verlassen kann. Dennoch fühlte sich dieser Teil der Stadt noch einmal gänzlich anders an als der vorige. Als würde ich mit dem anderen Ufer eine ganz andere Geschichte betreten.

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Bisher war mein Bauch leer geblieben und ich hielt an einem Suppenstand um mir mein Frühstück zu holen.

_DSC0120_miniMein heutiger Koch bereitete seine Speisen leicht anders zu als die meisten seiner Kollegen. Das Rindfleisch in meiner Schüssel war noch halb roh.

_DSC0124_miniAber ich verstand: Die Suppe selbst war noch fast kochend heiß – praktisch unmöglich zum sofortigen Verzehr. In der Hitze garte das Fleisch schonend vor sich hin und ist pünktlich zum Verzehr „fertig“.

Während ich auch vom Grünzeug am Tisch eifrig Gebrauch machte, grinste mich der Koch stolz an. Vermutlich sah er mir die Verwunderung an oder war stolz darauf, dass auch ein „Botschafter des Westens“ bei ihm einkehrte um in die Genüsse seines Landes zu kommen.

Gestärkt schritt ich ‚gen Norden.

_DSC0150_mini_DSC0144_miniErstmals kam ich auch auf einen Markt, der praktisch nur Einheimischen vorbehalten war. Herrlich. Vergleichbare Märkte muss man jedes Mal suchen und wird nie enttäuscht. Wie immer potenzierte sich das Tohuwabohu und auf einem Pfad zwischen zwei Ständen, der knapp eine Person fassen konnte drängten sich Mopedfahrer, Bettler, Frauen mit den traditionellen Non La-Kegelhut in zwei eng gepfärchten Reihen.

Händler boten Fisch, Fleisch, Gemüse und Kleidung an – was mich alles weniger interessierte. Schließlich fand sich jedoch wonach ich suchte: Auf einer roten Plane bot ein Herr diversen Tand an wie Manikürzubehör, „nützliche“ Haushaltsbehelfe und Esoterika an.

DAS war es, wonach ich wollte – vermutlich sollte alles auf die eine oder andere Art Glück bringen, hier lachte ein Buddha, da lagen goldene Ringe und ein paar zusammengebundene Chinesische Kupfermünzen, für die ich ihm dann ein paar Dong gab.

Wirklich faszinierend waren jedoch die „Dollar“ die er anbot.

Sie hatten die Größe der Silberdollar aus dem 19. Jahrhundert und waren auch mit diesem Prägedatum versehen. Doch jeder Laie konnte mittels hochheben feststellen, dass das Material unedler war. Genau das gefiel mir dabei: Es war eine derart plumpe Fälschung die keinerlei Wert auf Authentizität legte. Leider sprach der Verkäufer kein Englisch und mir blieb der wahre Sinn verborgen, doch ich gab ihm zwei echte Dollar für einen seiner Unechten, was ihn außerordentlich glücklich stimmte.

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Später traf ich eine Freundin in einem der vielen Trung Nguyen Kaffeehäuser und musste warten. Einen Tisch entfernt saß ein anderer Westler, der offensichtlich auch nach Beschäftigung suchte und sprach ihn an. Er war Amerikaner und wartete ebenso auf jemanden. Ich holte meine Münze heraus und hielt sie ihm vor – ob er wisse, was das ist. Verblüfft drehte er das Metall mit dem Indianerkopf darauf und schien zu ahnen, dass es nicht ganz echt sei. Noch verwunderter war er, als ich erwähnte, dass ich es hier auf einem Markt erstanden hatte. Aber vermutlich hätte ich genauso reagiert, würde man mir einen übergroßen Euro aus dem falschen Material in die Hände drücken.

_DSC0141_miniAm Ende lag noch einer dieser überkitschigen Läden, die saisonale Ware feilboten. In diesem Fall „Weihnachtskleidung“ für Kinder.

Wir hatten über 30°C und die hier boten tatsächlich Weihnachtsmützen, rote Pelzjacken und ähnlichen Ramsch an. Wer kauft sowas?

Später lief mir auch eine Horde Kinder über den Weg, die damit angezogen waren…

Ho ho ho...

Ho ho ho…

Haifa

Ich hatte schon bessere Morgen erlebt als den heutigen. Schlaftrunken, aber unfähig, mich wieder ins Land der Träume zu verabschieden brachte ich die Morgentoilette hinter mich und watschelte in den Gemeinschaftsraum, wo ich ein im Preis inbegriffenes Frühstück erhielt:

Schwarztee und einen Schokoladencroissant.

Während ich das Zeug ohne jeglichen Genuss -nach nur vier Stunden Schlaf war ich beileibe nicht dazu in der Lage gewesen- vor mich hin aß dachte ich über die Worte Golans nach: Er war schon einige Male in Haifa gewesen, wisse aber immer noch nicht, was es dort zu sehen gibt.

_DSC0170_miniDen Carmel, den ich schon vom Bus aus sehen konnte war schon einmal ganz impressiv, er dominierte Haifa, wie sonst keine andere Stadt Israels von einem Berg überragt wird.

Sonst war die Stadt… Groß? Sauber?

Aber für Touristen vermutlich nicht ganz der richtige Ort. Ich streunte an Hotels vorbei und überblickte die ganze Hafenmetropole. _DSC0172_miniUnten der geschäftige Port, eine volle Hauptstraße und am Haus vor mir wachtelte eine Brasilien-Flagge im warmen Frühsommerwind. Nichts spektakuläres, Haifa ist vermutlich keine Stadt, die einem Tagestouristen besonders in Erinnerung bleibt.

Die Gärten der Bahai mussten nicht lange gesucht werden, es ist fast unmöglich, nicht auf sie zu stoßen, wenn man in Haifa unterwegs ist. Schwerer war es, außerhalb der Öffnungszeiten eine Führung zu bekommen.

Dieses Foto macht wohl jeder, wenn er Haifa besucht...

Dieses Foto macht wohl jeder, wenn er Haifa besucht…

„Morgen“ solle ich wiederkommen meinte einer der Führer nicht allzu freundlich zu mir, als er wohl sehr glücklich darüber war soeben seine Letzte Gruppe los geworden zu sein.

„Morgen“ sollte ich in Akzivland und nicht in Hafia sein, aber der Kollege von den Bahai blieb hart: Keine Gartenführung für mich.

Damit blieb zumindest noch der öffentliche Teil des Gartens, der ganz nett war aber mir in meinem Streben zum Verständnis gegenüber den Bahai nicht sehr viel beitrug.

Da ich nicht beabsichtigt hatte, in Tel Aviv zu nächtigen, hatte ich Zeit verloren und konnte mir keines der Museen ansehen. Das Getreidemuseum wäre interessant gewesen.

Beim Verlassen der Bahaigärten bin ich ins „Gespräch“ mit einem christlichen Koreaner auf den Spuren Jesu gekommen. Ob Jesus jemals hier gewesen war konnte ich nicht sagen, vermutlich höchstens dann, wenn er sich Akko ansehen wollte.

_DSC0171_miniDamals war ich noch sehr überrascht, dass es christliche Südkoreaner gibt. Später, als ich mit einem Beduinen am Gipfel des Mosesberges Tee getrunken habe, hatte eine wahre fernöstliche Horde unsere Unterhaltung mit ihren Canti untermalte.

Die Südkoreaner, die ich getroffen hatte schienen mir alle sehr fromm zu sein und selten über ein gutes Englisch zu verfügen – jedoch waren sie immer ausgesprochen freundlich. Es wäre interessant, wie sie wohl im eigenen Land so sind… Nun ja, jetzt war ich noch in Haifa und wollte meinen Bus nach Akzivland bekommen.

Werbung für eine Reise nach Österreich in Haifa

Werbung für eine Reise nach Österreich in Haifa

Der Busfahrer wusste nicht, was er mit mir anfangen soll. „Akzivland“ konnte er nicht einordnen. Mein Reiseführer sagte auch nur mit welchem Bus ich fahren soll und nicht wie lange. Rina, die Frau von Eli Avivi, dem Präsidenten des Staates war zwar telefonisch zu erreichen – aber keine Hilfe, sie wusste weder wo ich war, noch wo ich hinsollte. An der Endstation des Busses, vermutlich war hier der Libanon schon um die Ecke musste ich meine Strategie überdenken. Also noch einmal zurück in den Bus, entgegengesetzte Richtung und jetzt fand sich ein Israeli, der dieses merkwürdige Land genannt „Akziv“ kannte.

Vor dem Staat lag sogar eine Bushaltestelle…

Türme und Brücken von Hanoi

Da im Laufe dieser Woche wurde auf der Seite der Gesellschaft Österreich-Vietnam (https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=699152050105165&id=309570196522&stream_ref=10) eifrig darüber berichtet, dass eines der Wahrzeichen Vietnams, die Long Biên Brücke glücklicherweise doch erhalten bleibt (http://www.thanhniennews.com/reportage-photo/bridging-the-times-24260.html). Deshalb sehe auch ich mich veranlasst, ein paar Monate nach vorne zu springen und kurz diese Impression Hanois zu schildern.

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_DSC0243_mini_DSC0255_miniEs war genau zur Zeit des Tết-Festivals, als sich die Hauptstadt in ihrem wohl berüchtigsten Gewand zeigte – dem, mit dem sie wohl kaum den Wettbewerb der Südostasiatischen Städte mit den meisten Sonnenstunden gewinne würde…

Man merkte schon recht stark, dass wir inzwischen Neujahr feierten

Man merkte schon recht stark, dass wir inzwischen Neujahr feierten

Der Abreisetag in Hue kündigte schon das Wetter in Hanoi an...

Der Abreisetag in Hue kündigte schon das Wetter in Hanoi an…

Schönwetter in Hanoi

Schönwetter in Hanoi

Tags zuvor strahlte in Hue noch die wärmend die Sonne, die damalige Trennung zwischen Nord- und Südvietnam schien sich auch meteorologisch manifestiert zu haben – Hanoi trug ein Trauerkleid des Wetters, es war kalt, nieselte ständig und ich fragte mich, ob ich je die Sonne wiedersehen würde. Glücklicherweise war ich nicht zum Bräunen in die Hauptstadt gekommen.

Für mich als Programmierer waren die vom französischen Mathematiker Édouard Lucas postulierten kristallenen „Türme von Hanoi“ das Wahrzeichen der Stadt, das mich interessierte und weswegen mich die Metropole seit Jahren faszinierte (wenn man genau rechnet, sogar seit (einem) Jahrzent(en)).

Dabei werden die Türme von Hanoi sogar noch touristisch beworben...

Dabei werden die Türme von Hanoi sogar noch touristisch beworben…

Das Problem mit den Türmen von Hanoi ist, dass man sie wohl irgendwann nach Benares gebracht hatten – sofern sie überhaupt jemals existierten.

_DSC0261_miniSomit gab ich mich nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt mit einem Wahrzeichen zufrieden, das mehr den Architekten und Historikern als den Programmierern schmeichelt: Der Long Biên Brücke.

 

_DSC0264_miniMan sah ihr recht gleich an, dass sie viel mehr als eine einfache Brücke war. Obwohl man sie nicht mit einem Auto überqueren konnte besaß sie trotz – oder vielleicht genau wegen ihres Alters etwas, was entgegen den meisten anderen Brücken, die ich während meines Lebens gesehen hatte vor allem eines: Eine Seele.

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Zwei Fahrstreifen, jeweils in eine Richtung für einspurige Fahrzeuge und Fußgänger und in der Mitte Geleise für Züge und dergleichen.

Man sieht ihr das Alter schon an...

Man sieht ihr das Alter schon an…

Ob man zu Beginn 20. Jahrhunderts als sie von der französischen Gesellschaft Daydé & Pillé (inzwischen wurde sie in die Eiffel-Gruppe integriert), deren Schilder sie noch heute trägt erbaut wurde gedacht hat, dass sie über ein Jahrhundert und mehrere Kriege und Weltkriege überstehen würde? Das Faktum, dass sie nicht (mehr) mit dem Auto befahrbar ist spricht für sich.

Mir wurde auch hin und wieder etwas mulmig zumute, als ein Zug sie passierte. Man fühlt die Bewegungen der Schienenfahrzeuge.

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Der Erbauer, Daydé & Pillé

Der Erbauer, Daydé & Pillé

Von den mittlerweile sechs Brücken, die den Roten Fluss (Sông Hồng) gehen ist sie die Älteste.

Die wahre Imposanz der Brücke wird einem erst bewusst, wenn man den ersten Teil, der über den schmäleren Teil des Roten Flusses führt und die Insel überwunden hat. Obwohl schon dieses Teilstück sehr beeindruckend ist, ist das wahre Ausmaß erst etwa zwischen zweitem und letzten Drittel sichtbar.

Der rote Fluss (Sông Hồng) von der Long Bien Brücke an der imposantesten Stelle

Der rote Fluss (Sông Hồng) von der Long Bien Brücke an der imposantesten Stelle

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Unter der Brücke...

Unter der Brücke…

Auch das Faktum, mitten in einer der größten Städte Südostasiens einen Insel voller Nutzpflanzenfelder vorzufinden ist für einen Mitteleuropäer kaum vorstellbar, für viele jedoch ein faszinierender Gedanke – wobei es in Fernost wohl keine urbane Bohéme ist, die Tomaten anpflanzt, sondern eine andere Gesellschaftsschicht…

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Allerdings bin ich ein paar Hobbyfotografinnen begegnet

Allerdings bin ich ein paar Hobbyfotografinnen begegnet

Auf der anderen Seite des Flusses finden sich für Touristen eher uninteressante Viertel, sodass ich mich entschieden hatte über die gleich danebenliegende Brücke zu Fuß(!) zurückzumarschieren.

Auf der anderen Seite...

Auf der anderen Seite…

Vermutlich hatte der Brückenwächter, der mich müde ansah keine Lust mit einem Westler zu diskutieren, der noch immer kein Vietnamesisch sprach und ließ mich ziehen – sodass ich erst irgendwann in der Mitte feststellte, dass diese Überquerung gar nicht für Fußgänger gedacht war…

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Einigen Mopedfahrern werde ich wohl auch seltsam vorgekommen sein, doch von hier aus hatte ich doch einen interessanten Blick auf Long Biên Brücke.

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Was folgte war das gewohnt touristische Hanoi… Demnächst sollte ich meine Reisen wohl auf Benares konzentrieren, wenn ich nach meinen Kristalltüremen suche.

Reise in den Norden

Eigentlich sollte ich hier ja möglichst viele Fotos meiner Touren durch Israel posten. Nun ja… Zum ersten Teil der neuen Serie gibt es leider nur ein einziges Bild, das aber vermutlich mehr beschreibt als mir lieb ist.

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Eine Bushaltestelle ohne Reiseangabe.

 

Ich wollte den Präsidenten von Akzivland – Eli Avivi besuchen und musste zu diesem Zweck in Haifa Halt machen. Womöglich hatte ich zu sehr auf mein Glück gesetzt, nachdem mir mein australischer Kollege vom Bauernhof erzählt hatte, wie weit er mittels Tramping gekommen war. Für mich schien es also nicht so unrealistisch, von Beer Milka bis nach Haifa zu gelangen.

Nun ja. Beer Scheba war geglückt. Ein Anwalt hatte mich mitgenommen und sich empfohlen, falls ich einmal Rechtsschwierigkeiten bekäme.

 

Von hier aus löste ich ein Busticket nach Tel Aviv, das war das Nächste, was ich bekommen hatte. In Tel Aviv, so sagte man mir, bekäme ich immer eine Unterkunft. Aus diesem Grunde hatte ich mir nur eine einzige Hosteladresse in Jaffa herausgeschrieben und stand vor ernüchternden Tatsachen: Die Adresse war ausgebucht. So wie alle anderen Hostels in Jaffa.

Es folgte ein endloser Marsch durch den Vorort und die Tatsache, dass ich wirklich viel Pech hatte. Ein Hotel hatte noch ein Zimmer frei und bot mir statt 125 einen Preis von „nur“ 100 $.

Ich dankte, ging und wurde in einem Café darauf aufmerksam gemacht, dass ich in Tel Aviv direkt womöglich mehr Glück hätte als hier – und begab mich dorthin. Ein Passant meinte, dass das größte Hostel immer was frei hätte.

Vermutlich war es das Mugraby, bin mir aber nicht sicher. Inzwischen war es wohl 2 Uhr morgens.

So vollgestopft wie es war würden die wohl jeden nehmen, auch wenn er auf dem Dach (scheinbar gibt es in Jerusalem ein Hostel, bei dem man in Zelten auf dem Dach übernachten kann) schlafen müsste.

Mir sagte man ab. Man sei voll.

Tel Aviv war bei Nacht zum Partymachen durchaus attraktiv. Ich für meinen Teil wollte nur schlafen. Irgendwie bin ich dann wohl über die ganzen Kärtchen, mit denen bestimmte Damen ihre Dienste anboten in eine recht dunkle Bleibe gekommen. Stickige Luft, verdunkelte Fenster, erotische Gemälde an den Wänden.

Nicht mein Traumdomizil, aber die Betten sahen ganz komfortabel aus. Wenngleich ich wohl der einzige Gast war, der sie wirklich nur zum Schlafen verwenden wollte.

Dem Besitzer war ich so suspekt wie er mir. Der Preis war mit, ich denke 25$ nicht allzu schlimm und ich sagte zu. Während er meine Daten niederschrieb bemerkte ich, dass mir nur etwa 22$ zur Verfügung standen.

„Nein“ meinte er harsch. Er werde mir diesen Diskont nicht gewähren.

Kartenzahlung wurde nicht akzeptiert, ich müsse jetzt wohl irgendwo einen Bankomaten finden.

Also wieder raus in die feuchtheiße Nachtluft der Mittelmeermetropole – um festzustellen, dass drei der Bankomaten im Umkreis außer Betrieb waren.

Meine Uhr zeigte kurz vor 3 an.

Auf dem Weg zum Bankomaten #4 tauchte ein weiteres Hostel an der Ecke auf. Der Preis war fair und ich glücklich, endlich in einem Bett liegen zu dürfen. Der Besitzer dieser seltsamen Spelunke würde wohl meinen Eintrag wieder irgendwie löschen müssen.

Während der halbe Raum stöhnte, als ich die Tür öffnete und mein Bett beziehen musste glaubte ich, dass sich das Paradies wohl so anfühlen müsste wie die Pritsche vor mir.

An viel anderes konnte ich nicht mehr denken, der Schlaf übermannte mich nachdem ich auf die harte Matratze gefallen bin.

Bis 7 Uhr morgens. Dann läutete mein Wecker, der noch vom Bauernhofalltag eingestellt war.