Almaty-Prozess 1.0

Almaty-Prozess zur Vereinfachung von Änderungsanträgen Fassung 1.0

– Mario J. Schwaiger

Ein Vereinheitlichungsversuch für Abänderungsanträge aller Art für SPÖ-Parteitage und vergleichbare Veranstaltungen.

Einleitung

Der vergangene Parteitag hat gezeigt, dass Abänderungsanträge demokratiepolitisch notwendig sind, jedoch bewusst oder unbewusst bei den Delegierten Verwirrung hervorrufen können. So war nicht immer klar, ob man für Abänderungsanträge oder das Statut selbst abgestimmt hat. Ebensowenig hatte nicht jeder Delegierte Zugriff auf alle Informationen.

Die Fragen, die hierzu zu stellen sind:

  1. Wie kann man Abänderungsanträge soweit vereinheitlichen, dass:
  • Jeder Delegierte sofort versteht worum es geht
  • Ein Antrag vom Statut unterschieden werden kann
  • Zugriff auf Informationen gewährleistet ist
  1. Wie kann man gewährleisten, dass Abänderungsanträge vereinheitlicht sind und einer Norm unterliegen?
  2. Was macht man gegen besonders einfallsreiche Abgeordnete, die ihre Anträge prinzipiell nur in der letzten Sekunde einbringen? Bzw. wie kann man darauf reagieren?

Der Prozess

Zuallererst kann man zw. zwei Arten von Anträgen unterscheiden:

  1. Fristgerechte
  2. Am Parteitag eingebrachte

Ziel des Almaty-Prozesses sollte sein, dass es für den Delegierten keinen oder kaum einen merkbaren Unterschied zwischen den beiden Varianten (mehr) gibt.

Zunächst möchte ich definieren, was beide Vorhergehensweisen gemeinsam haben:

Am Anfang ein Formular mit drei Feldern:

1. Betreffende Absätze im Original.

Es muss für jeden Delegierten klar sein, auf welche Passagen oder Absätze sich der Abänderungsantrag bezieht. Ein Abänderungsantrag kann per Definition nicht gegen den ganzen Antrag sein.

Im besten Falle steht in diesem Teil des Formulars der exakte Statutentext. Im schlechtesten Fall ein Verweis auf den Paragraphen. In der Praxis vermutlich ein Teil aus dem Statutentext mit Verweis.

 

Hierzu wäre es auch notwendig darüber nachzudenken, Statuten in Paragraphen zu unterteilen, um Abänderungsanträge damit „kompatibel“ zu machen. Als Faustregel sollte gelten:

Pro Abänderungsantrag darf nur ein Paragraph angesprochen werden.

Jedoch kann erst die Praxis – oder der Test unter „Laborbedingungen“ – zeigen, ob dies zielführend und sinnvoll ist.

2. Neufassung des Statutenparagraphens

In dieses Feld soll die abgeänderte Fassung eingetragen werden

3. Erklärung

Hier soll umrissen werden, wie sich diese Änderung faktisch auswirkt und ggf. auch, was den Verfasser dazu veranlasst hat.

Das schon existierende Komitee kann hiermit rasch prüfen, ob die Vorangehensweise des Antragstellers konform ist. Ebenso sollte es dieser Text sein, den der Antragsteller auch auf der Bühne vorträgt. Falls er es nicht tut, so sei er dazu zu ermutigen. Falls er immer noch etwas anderes erzählt, so kann immer noch ein Kommissionsmitglied diesen Teil übernehmen.

Neu am Almaty-Prozess

Dadurch, dass das ausgefüllte Formular schon alle Informationen enthält, die jeder Delegierte kennen sollte kann es auch gleich 1:1 weitergegeben werden und bedarf keiner weiteren Ausführung.

Ggf. kann noch ein Feld 4 hinzugefügt werden, dessen Ausfüllung der Kommission obliegt und in dem sie weitere Kommentare oder Empfehlungen eintragen kann.

Unterschiede zw. den Varianten

Variante 1 bringt keine Überraschungen mit sich. Der zeitgerecht eingebrachte Abänderungsantrag wird einfach auf einem gelben Zettel zu den Parteitags-Unterlagen hinzugefügt.

Ebenso findet sich in der Auflistung zu den Anträgen ein weiterer Vermerk, dass nicht nur über ein Statut, sondern auch über einen Abänderungsantrag abgestimmt wird. Ebenso die Reihenfolge.

Variante 2 bringt einen erweiterten organisatiorischen Aufwand mit sich, da hier Information auch als eine Bringschuld offenbart. Jeder Delegierte hat das Recht darauf eingehend über den Abänderungsantrag informiert zu sein.

Jeder Delegierte findet in seiner Parteitagsmappe ein Abänderungsformular. Sollte dem Abänderungsantrag von der Kommission das „ok“ gegeben werden (hierbei sei auch auf das Schriftbild des Antragstellers zu berücksichtigen) , ist folgendermaßen vorzugehen:

Ein Scanner mit PC sollte irgendwo zur Verfügung stehen. Mit diesem Gerät wird der Antrag gescannt, um danach

  1. Auf auf einen zentralen Server übertragen zu werden
  2. Jedem Delegierten mit E-Mail-Adresse ein Exemplar zukommen zu lassen

Da die „digitale Revolution“ noch nicht bei jedem angekommen ist und auch nicht jeder Genosse über ein „Smartphone“ verfügt, sind diese Parteimitglieder bei einem Durchschnittsalter von etwa 60 nicht zu unterschätzen.

Hierzu ist die Verantwortung auf den Antragsteller abzuwälzen – wer seinen Antrag nicht zeitgerecht einbringt, hat sich selbst um die Distribution kümmern.

Hierzu sollte ein einfacher Drucker ausreichen, es müsste nicht einmal ein Kopierer sein – auf dem pro Delegierten ohne Internetzugriff (wie viele das sind ist von den Ortsparteien zu ermitteln) zumindest ein Exemplar zum Selbstkostenpreis des Antragstellers zu drucken ist.

Vorteile:

+ Durch das Formular sind Abänderungsanträge leichter für die Abstimmenden zu erfassen

+ Die Struktur gewährleistet eine notwendige saubere Form

+ Sowohl der Antragsteller als auch die Kommission kann durch diese Norm rasch zum Punkt kommen

+ Durch Anpassung der Statuten an den Almaty-Prozess (Paragraphierung) ist es attaktiver sich selbst Gedanken zu jedem Paragraphen zu machen

+ Durch die Selbstkosten beim „zu-spät-kommen“ sinkt die Schwelle in letzter Minute noch einen Abänderungsantrag aufgeben zu müssen. Wer sich davon allerdings nicht aufhalten lässt ist entweder überzeugt oder hat Geld.

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Voices for Refugees – Wien – Fundstücke

Das hier ist der Beitrag zu meinen Fundstücken am „Voices for Refugees“-Konzert in Wien.

Den eigentlichen Artikel fndet man hier: http://www.landmark5.com/2015/10/04/voices-for-refugees-wien/

FPÖ Raus

FPÖ Raus

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Obama-Demo?

Wie zu erwarten war waren kaum Teilnehmer auf die Freiheitlichen gut zu sprechen.

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Was auch nicht sehr verwunderlich war. Ein derartiges Konzert würden die Blauen wohl als „Hasserfüllt“ bezeichnen…

Gute Musik ist immerhin nur Volksmusik…

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Mich haben die ganzen Kinder überrascht

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Zwei Kinder, eine Welt…

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Manche Kinder/Eltern scheinen akrobatischer zu sein als Andrede….

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An Luftballonen herrschte sichtlich kein Mangel…

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Good vibes

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Auch andere Fotografen zeigten sich sichtlich erfreut von der Menge an Motiven

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Selfies haben dann auch die Moderatoren fleißig gemacht… Es lebe das Internet

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Der Herr Hier ist wohl Kinderfotograf? Oder hat einfach nur richtig gute Laune

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Perfect Hair for the perfect Day

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Ich hätte meine Mutter auch fragen sollen, ob sie mir eine Salzstange einpackt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde ich dann richtig hungrig.

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Durstig eher nicht.

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Zu trinken gab es offensichtlich genug

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Im Hintergrund unsere Fahne. Wir leben wahrlich in der Besten aller möglichen Welten

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Lichtermeer gab es später auch, bis dahin leuchteten die Displays in eine ganz andere Richtung.

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Mir war neu, dass H.C. Strache eigentlich kein Name, sondern nur ein Anagramm ist

PACE-Flaggen sind natürlich immer ein äußerst willkommenes Motiv.

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Dunkelmänner?

Dunkelmänner?

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Eigentlich EU-Recht.

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Die Musik war echt gut

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Hier folgt eine Bildserie in die man sehr viel hineininterpretieren kann…

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Gute Fußballer sind selten Österreichre

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Voices for Refugees – Wien

Es ist inzwischen ein ganzes Jahr vergangen seit dem ich in Wien war. Sehr viel ist nicht passiert… Naja, inzwischen reden wir uns ein wir hätten eine Flüchtlingskrise und die Parteien haben jetzt einen Grund für ihre miesen Wahlergebnisse jemanden verantwortlich zu machen… Aber sonst? Nein, in einem Jahr passiert in Österreich wenig.

So war meine Rückreise ziemlich gut im Timing mit einem der größten und mit Sicherheit auch genialsten Veranstaltungen der letzten Jahre: Dem „Voices for Refugees“-Konzert in Wien (http://voicesforrefugees.com/).

Meine persönlichen fotografischen Highlights finden sich übrigens hier:

http://www.landmark5.com/2015/10/04/voices-for-refugees-wien-fundstuecke/

Angefangen hatte alles mit einer recht sympathischen Demo für mehr Toleranz auf der Ringstraße bis zum Parlament:

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Das Parteienbündins „Wien Anders“ (KPÖ, Piraten, Echt Grün  und Unabhängige) (http://wienanders.at/) hatte das Event auch für Parteiwerbung genutzt. Wobei sie da wohl nicht ganz fehl am Platz waren… Andererseits… Naja.

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Die Polizisten waren ausgesprochen freundlich – jedoch war es etwas seltsam als ein Beamter an der Oper auf meine Frage:“Fährt heute eine Tram zum Heldenplatz?“ antwortete: „Das kann ich vorläufig nicht sagen, aber es wird im Bereich der Ringstraße gegebenenfalls zu Behinderungen kommen“. Der Herr stammte wohl aus einer Diplomatenfamile…

Die Volkshilfe, die einen Großteil der Veranstaltung und auch für die Flüchtlinge selbst organisiert hat war natürlich mit Spendensammlern omnipräsent.

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Die Stimmung war schon im Vorfeld großartig. Angemeldet hatten sich laut Facebook über 50.000!eng1

Man kann sich auch denken, dass ein paar eher „merkwürdige“ Gestalten auftauchen würden. Porcman z.B. der auf keine Fragen antwortete und dem seine Gegenstände wegrollten:

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Porcman

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Das Wetter war geradezu perfekt. Vor dem Konzert fanden sich recht viele Besucher auf der Wiese ein. Ursprünglich wollte ich es mir auch dort bequem machen, hatte mich aber dennoch für einen Stehplatz direkt vor der Bühne entschieden. Man weiß ja nie wie viele Leute wirklich kommen würden und ob das komfortable Sitzen wirklich durchziehbar bleiben würde…

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Tool-Fan

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Dieses Selfie hätte Facebook während des Konzerts erreichen sollen. Allerdings war temporär das Handynetz zusammengebrochen (Usbekische Verhältnisse?)

Anfangs kreisten noch fleißig Polizei-Hubschrauber über das Gelände… und später kam auch noch der ÖAMTC dazu…

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Der erste Auftritt war von meinen Lieblingen maschek. ich kenne sie seit ihren Auftritten in der ORF-Donnerstagnacht und diesmal hatte ich das erste Mal Gelegenheit sie live zu erleben. Ich habe Tränen gelacht. Umso mehr hoffe ich sie noch einmal bei ihrem eigenen Kabarett zu erleben.

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Thomas David folgte, danach spielte Thomas Stipsits „Der alte Wessely“ von Georg Danzer. Eine würdige Version. Georg Danzer wäre stolz darauf gewesen. Die Pause die Thomas David zwischen dem lustigen Programm von maschek. und diesem sehr ernsten und aktuellen Lied eingebracht hatte war von den Organisatoren gut geplant.

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Es folgten Salah Ammo & Peter Gabis mit einem Arabisch-Kurdischem Stück das thematisch den Abend sehr gut getroffen hatte.

Christoph & Lollo waren die Nächsten. Ich kannte sie bisher noch von der letzten Nationalratswahl bei der sie sich einen Namen gemacht hatten – wusste aber nicht, dass sie ein wesentlich breiteres Programm abdeckten.

Auf sie folgte die erste Rednerin des Abends: Susanne Scholl. Ich hatte sie glaube ich 2008 oder 2009 in Villach bei einer Buchpräsentation kennengelernt und seit dem ihre Berichte umso lieber gelesen. Eine beeindruckende Frau.

Ihre Rede allerdings toppte meine bisherige – ohnehin schon hohe Achtung. Sie entstammt selbst einer jüdischen Flüchtlingsfamilie. Ihr Vater konnte sich als Arzt und ihre Mutter als Hausmädchen vor den Nationalsozialisten nach England retten.

Der Appell den sie an die Zuschauer richtete war ergreifend. Ich hatte Tränen in den Augen.

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Tagträumer folgten mit einem soliden Auftritt.

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Und schließlich die Band Kreisky die ich bis dahin nur von Konzertplakaten kannte. Überraschederweise! Sie brachten Exzellenten Linksrock und eine interessante Idee mit den Freiheitlichen umzugehen. Auslachen.

Zitat (Wenn ich mich richtig erinnere):“I hab neulich a Interview mitn Strache in der Zeitung glesen. Er hat gmant, der Klimawandel wär nur a Erfindung von Journalisten. Der gheat ausglacht. Solln de von Puls 4 des von mir aus aussi schneiden was i sag, aber den Strache lach ma jetzt aus.“

(Publikum lacht den Strache aus)

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Die zweite Rede des Abends war von Harald Krassnitzer. Was von seiner Rede zu halten war konnte ich Anfangs schwer beurteilen – als er jedoch in Fahrt kam beeindruckten mich seine Worte schon sehr.

Als Friedensnobelpreisträger solle sich die EU auch gefälligst so verhalten. Wieder stiegen mir Tränen in die Augen als er seine Ideen auf den Punkt brachte. Großartig, einfach nur großartig…

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Seiler und Speer kannte ich zu meiner Schande gar nicht. Umso mehr war ich von ihrer Musik – einem modernen Austro doch ziemlich angetan.

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Erich Fenninger von der Volkshilfe folgte und brachte nach kurzer Rede drei syrische Flüchtlingskinder mit.

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Das Mädchen war wohl von der Flucht besonders gezeichnet, sie brach fast in Tränen aus und rief eine Welle der Empathie im Publikum hervor.

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Es folgten zwei Burschen die die Flucht aus Afghanistan überstanden hatten.

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Danach noch eine ganze syrische Ärztefamilie. Der Mann lernt inzwischen fleißig Deutsch um die Arbeit als Herzchirurg die er in Damaskus zurück gelassen hatte weiterführen zu können…

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Nun warteten wir auf einen der Stars des Abends: Konstantin Wecker. Eine Art Urgestein kritischer guter Musik für eine bessere Welt.

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Bisher hatte ich noch keines seiner Konzerte erlebt, wusste aber über die Musik Bescheid. Er hatte uns nicht enttäuscht.

Er brachte wohl die Revolution in unsere Köpfe…

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Danach folgte „Soap & Skin“ mit einem künstlerischen Meisterwerk.

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Was allerdings der Bundespräsident auf einer Veranstaltung wie dieser verloren hatte verstehe ich nicht.

Heinz Fischer zählt zu den Unterstützern Assads und hat diesen im Jahr 2007 in Damaskus besucht. 2009 revanchierte sich Assad und besuchte Fischer in Wien.

Wenn man „pro Flüchtlinge“ ist – heißt das dann auch, dass man die Hauptursache unterstützt, damit noch mehr Flüchtlinge kommen?

Assad hatte noch ganz andere Beziehungen zu Österreich: Der NS-Kriegsverbrecher Alois Brunner war ein gern gesehener Gast in Syrien. Österreich weiß davon, dass er sich in Syrien aufhält – und unterhält super Beziehungen mit dem Land obwohl sich Brunner auch auf der Fahndungsliste des Innenministeriums befindet (http://www.bmi.gv.at/cms/bk/_fahndung/_result.aspx?b=PERSONENFAHNDUNG&p=&o=0&f=74D1ED83C7D44DA39B5B7B317D2858E5&w=1). Man kann sagen dass Fischer Nazis relativ egal sind. Er hatte Bruno Kreisky auch im Kampf gegen den Nazi-Jäger Simon Wiesenthal unterstützt. Auf die Frage ob er irgendwelche politischen Entscheidungen in seinem Leben bereue verneinte Fischer.

Conchita Wurst würde wenig später auftreten. Österreichs Leuchtturm der Toleranz in dieser Welt. Ein Land das Schwule und Transgender nicht so toleriert gehört auch zu den Lieblingen von Heinz Fischer. Der Iran. Von dort gibt es im Übrigen auch genügend Flüchtlinge. Ein Land das Heinz Fischer vor wenigen Tagen erst besucht hatte… Österreich hat hervorragende Beziehungen in den Iran. So gute, dass das Mullah-Regime ohne uns und Deutschland nach der Revolution 1979 vielleicht gar nicht lebensfähig gewesen wäre…

Mir stellt sich die Frage ob man demnächst auch Putin oder Kadyrov einladen solle… Auch sie unterstützen Staaten die uns Flüchtlinge schicken.

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Aber genug der Kritik an Fischer, nicht eine, sondern DIE „Schweigeminute“ von Raoul Haspel folgte.

Ich hatte darüber nachgedacht ob ich sie wirklich filmen solle. Es war auch eine Frage der Pietät so einen Moment festzuhalten. Zumindest würde ich keinen Lärm machen… Und wenigstens einen Teil für die Ewigkeit festhalten…

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Auf Conchita Wurst hatte ich mich besonders gefreut. Ich bin wohl so selten in Österreich dass ich es noch nie geschafft hatte sie live zu erleben.

Und Conchita weiß wie man einen guten Auftritt hinlegt. Sie hatte damals schon beim Song Contest Haltung und Disziplin bewiesen als die Stimmung gegen Russland fast kippte. Von ihr kann man eine perfekte Show erwarten. Sie hält was sie verspricht.

Wobei ich mir auch manchmal die Frage stelle ob sie ein Flüchtlingsheim besuchen sollte..? Wie würden konservative Araber wohl reagieren..?

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Gerald Schöpfer vom Roten Kreuz folgte mit einer syrischen Künstlerin und einer zusammengfeführten Familie.

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Und schließlich Zucchero!

Der gab neben seinen Klassikern auch eine Neuinterpretation von Verdis „Gefangenenchor“ (Va, pensiero) als Schlaflied zum Besten.

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Danach war die österreichische „Multifunktionsband“ Bilderbuch dran, die eine einzigartige Bühnenshow lieferte.

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Und schließlich: Die wohl eigentlichen Stars des Abends: Die Toten Hosen.

Obwohl nach fast 8 Stunden die über 150.000 Menschen am Platz wohl schon etwas ermüdet waren gelang ihnen die Meisterleistung uns alle wach zu rocken!

Es überraschte mich doch wie viele Leute „Toten Hosen“ Fahnen, Bengalische Feuer oder Ähnliches mitgebracht hatten.

Ein würdiger Abschluss für eines der genialsten Konzerte der letzten Jahre.

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Und als Video: (Ich war übrigens der mit der Taschenlampe 😉 – das war kein Telefon! )

Das Beste an ihrem Auftritt war die indirekte Aussage, dass Strache nicht relevant genug ist um ihn mit dem korrekten Namen anzusprechen und das Wichtigste:

Unter einem Bürgermeister Strache gäbe es niemals so ein Konzert!

Absolut richtig. Man kann von Häupl halten was man will, aber wohl kaum eine Stadt schafft es derart viele Veranstaltungen zu organisieren wie Wien.

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Im Hintergrund des Heldenplatzes leuchtete das Rathaus in der Nacht.

Wie wahr – Wien zählt zu den schönsten, tolerantesten und lebenswertesten Städten der Welt. Ein Unmensch wie Strache würde wohl all diese Qualitäten aussaugen wie ein Vampir…

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8 Stunden waren vorbei. Mehr als eine Flasche „Keli“-Saft den mir Mitarbeiter eines Standes der NEOs gegeben hatten hatte ich nicht konsumiert und langsam wurde ich hungrig.

Wie 150.000 andere. Vor allen Imbissständen und Läden hatten sich ewig lange Schlagen gebildet. Sogar noch am Schwedenplatz musste man anstehen… Erst am Praterstern gab’s schlangefreie Pizzen.

Straches Lösung für dieses Problem wäre wohl, alle ausländischen Standbesitzer abzuschieben…

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Mondfinsternis (Wien 2015)/Blood Moon Vienna

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_MJS0015Such phenomena happen unfortunately quite rarely and you have to be during the right time in the right places, but sometimes sun or moon tend to disappear.

After flying from Bishkek back to Vienna like _MJS0018a hit-and-run attack I was somehow lucky enough to be here during 2015’s full lunar eclipse with super moon. Not something you’d see every day… In Central Asia it would have not been visible…

_MJS0025I was happy the public Urania City observatory (http://www.planetarium-wien.at/) set up a cool program with an amazingly interesting set up lecture about the moon. (Also gulash and coffee – nice people doing an awesome job!)

On arrival at midnight the weather conditions didn’t seem to be extraordinary. We had many clouds, little wind and and the temperatures chilled down like already November.
Yet after the lecture the clouds started to break, at around 2am the dark sky of the night outsized the covered areas and my hope grew by the amount of sky appearing.

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_MJS0059_MJS0072Starting from around 3am the moon got darker, receiving a nice black cap. By over-exposing the pictures it even turned somehow red soon.
Time passed and the red colour became more intense – about in the same speed like the folks muttered about the unreal scenery.

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_MJS0101According to our expert the moon should have grown in size due to „atmospheric phenomena“ by around 20%. I can’t say I’ve seen it… So I took two photos: One at 3:19 when everything was about to start (yet not „officially“ at 3:22) and another one at 4:49 (when its peak should have been reached).
Same conditions – yet no difference in size… Maybe I’ll try it again tonight…

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_MJS0126It was an amazing event, you rarely see the atmosphere of our planet truing our satellite in such an eerie yet amazing colour.

A few minutes after this peak was over clouds started to cover the sky again. Impossible how lucky we were. The view was free. Strange. A few minutes later and nothing would have been seen…

_MJS0155-1Usually I’d write this article some when in the evening but I assume I had slightly a bit too much coffee, so I take my „useless“ energy and write a short line about my love of photography.
Since I got my first camera some when in 2006 I constantly tried to improve until one beautiful day which made me decide not to let the camera at home even though I’m heading to work.

Many things happened since than. My cameras improved, my skills improved – and today I can gratefully say I’m appreciated… Maybe not in the ways I expected it, but still 😉

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Lomo 13/14

Kürzlich habe ich über eine neue Fotoserie nachgedacht wobei mir eingefallen ist dass es wohl auch in meinem Archiv noch genug Schätze gibt die bisher nicht gesichtet wurden.

Einige davon hatte ich vor gut einem Jahr zwar auf den Server geladen aber nie veröffentlicht. Sehr schade eigentlich, es befanden sich darunter einige ausgesprochen interessante Werke.

Eine Reise von Osttirol nach Polen und über Ungarn auf den Balkan – nach Ex-Jugoslawien bis zur albanischen Grenze.

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Türk Men – Ich bin Türke 3: Das Tor zur Hölle im Schnee

Nachdem ich meine beiden letzten Artikel über Türkmenistan in meinem „alten“ Blog MyAliyah für meine Erlebnisse niedergeschrieben habe gilt dem heutigen Werk allem voran die visuelle Qualität weswegen er unter „Landmark 5“ erscheint. Die beiden früheren Berichte über das Land der Türkmenen finden sich hier: Teil 1: https://myaliyah.wordpress.com/2015/03/02/turk-men-ich-bin-turke-1-zwischen-usbeken-und-turkmenen/ Teil 2: https://myaliyah.wordpress.com/2015/03/09/turk-men-ich-bin-turke-2-wo-chorezm-die-wuste-kusst/ Von Konye-Urgench bis nach Derweze ist es eine ziemlich weite Strecke. Generell hat man  in Türkmenistan das Gefühl, dass alle Strecken ziemlich weit sind. Das Land besteht weitgehend aus Wüste und der Weg fühlt sich dadurch unendlich an. Auf meinen bisherigen Reisen konnte ich mir die Zeit damit vertreiben aus dem Fenster zu schauen und dabei beobachten wie sich die Landschaft verändert. Doch so faszinierend ich die Wüste auch finde und so großartig das Land war – so müde wird man nach stundenlanger Fahrt wenn vor einem immer nur das Gleiche wartet: Endlose Weiten von Sand. Für Europäer ist es gewiss verwunderlich Schnee in der Wüste zu sehen. Glaubt man doch bei Wüsten immer an sonnenverbrannte, hochtemperierte Gegenden. In Zentralasien ist das anders. Die Wüsten können im Winter eisig kalt und (seltener) mit Schnee bedeckt sein. In unserem Fall sollte die Reise auch keineswegs nur durch die Wüste gehen, sondern vielmehr ein Ziel erreichen das ob der Kälte und des Eises noch weitaus kafkaesker wurde als es ohnehin schon war: Das Tor zur Hölle oder der Krater von Derweze. Gelegen ist dieses „Monument“ mehr oder weniger genau zwischen den beiden Provinzen Daşoguz und Ahal. (Also irgendwo im Zentrum des Landes) Schon Türkmenistan ist weit weg von allem was uns Europäern irgendwie ein Begriff ist. Derweze ist noch viel weiter weg.

Iranische Gäste

Iranische Gäste

Durch die Gegend führt eine Fernstraße die bei Laswagenfahrern populär ist. Insbesondere Iraner findet man hier oft in den vielen Teehäusern sitzen und Schaschlik essen oder Tee trinken. Die türkmenische Küche weist etwas mehr persische Einflüsse auf als bspw. die usbekische Küche. Dennoch unterscheiden sie sich um Welten. Wohl auch durch das olfaktorische Erbe der Sowjetunion. Ein solches Teehaus sollte auch unsere Bleibe für die Nacht sein. Es gab dort nur einen großen Raum und keine Betten, sondern nur Matten auf denen man normalerweise sitzt. Bis 10 mussten wir zurück sein meinten die Betreiber.

Die Fahrt zum Krater

Die Fahrt zum Krater

Ishan der Fahrer, sein Freund – und meine Wenigkeit stiegen in den Geländewagen und fuhren ab. Kurz nach unserer Herberge bog er nach links auf einen manchmal befahrenen Pfad ab. Von den Spuren konnte man ablesen, dass heute schon ein Wagen hergekommen sein musste.

Ishan muss sich konzentrieren

Ishan muss sich konzentrieren

Obwohl für die meisten Nichttürkmenen genau dieses „Tor zur Hölle“ die einzige Sehenswürdigkeit des Landes ist die sie nennen können gibt es keine Hinweistafel an der „Abfahrt“ und man ist auf die Ortskenntnisse der Fahrer angewiesen. Der Weg wird allerdings nicht besser. Im Gegenteil. Wenn man keinen richtig guten Geländewagen hat sollte man es lieber lassen und zu Fuß kommen. Insbesondere bei unserem Wetter wäre es mehrmals fast passiert dass wir hängen geblieben oder (noch viel schlimmer) abgerutscht wären. Glücklicherweise hatte ich mit Ishan jemanden gefunden der wusste was er tat und sein Vehikel kannte. Hin und wieder fanden sich an kleineren „Abfahrten“ umzäunte Stationen, vermutlich für Erdgasmessungen/regulierungen. Irgendwann lag vor uns dieses „Ding“. Es fällt einem rational denkenden Menschen schwer es zu beschreiben. Vulkan ist es keiner. „Feuer“ auch nicht, ein Feuer brennt für gewöhnlich immer auf irgendeinem Material. Hier aber war… Einfach eine Grube mit Flammen. So etwas ging nicht in meinen Kopf – fast fühlte es sich an als wäre hier, mit einem Durchmesser von etwas mehr als 100m ein Stück anderer Dimension in unserer Welt.

Und da ist es... Dieses "Ding". Der "Derweze-Krater", das "Tor zur Hölle"

Und da ist es… Dieses „Ding“. Der „Derweze-Krater“, das „Tor zur Hölle“

Zunächst nährte ich mich vorsichtig. Sicherheitsregel №1 in Zentralasien ist, dass bzgl. Umzäunungen jeder für sich selbst verantwortlich ist. Der Staat hat einfach keine Lust darauf Dinge zu sichern für die meist der gesunde Hausverstand ausreicht. Wäre dieser Krater in Europa, so würde in 5m Entfernung von den Rändern eine Sperre stehen dem man sich 1m annähern dürfe. Hier gab es nichts. Naja, den Abhang als solches. Der ein bissi bröckelt. Man konnte wenn der Wind richtig wehte einen enormen Schwall Hitze fühlen. Beim ersten Anblick auf dieses Feuerloch auf einem Foto denkt man an einen Vulkan, aber es handelt sich nur um austretendes Erdgas das sofort Feuer fängt. Genau das macht auch den Reiz dieses gar merkwürdigen Ortes aus. Die Flammen züngeln einfach. Ohne irgendein Zutun. Deshalb gibt es am Boden auch Stellen an denen nichts austritt. „Ishan, wenn ich herunterfalle hast du etwas dabei?“

Nicht herunterfallen...

Nicht herunterfallen…

„Du fällst nicht hinunter“ „Und wenn doch?“ „Dann wird es schwierig. Fall nicht hinunter“ Damit wusste ich dass ich auch für diverse Fotos besser aufpassen sollte. Keine unüberlegten Handlungen. Es hätte durchaus seinen Reiz gehabt einmal herunterzusteigen um zu sehen wie „warm“ es tatsächlich war. Vermutlich würde es nicht zu schmerzhaft sein – insbesondere im Zentrum der Senke konnte ich einige Stellen finden die „ungefährlich“ aussahen. Was hätte ich für einen Thermometer gegeben um das zu überprüfen… Die Reiseagenturen werben damit, dass man den Krater in der Dämmerung/Nacht sehen sollte damit er seinen ganzen „Zauber“ entfaltet.

Es dämmert langsam. Das Tor zur Hölle im Schnee

Es dämmert langsam. Das Tor zur Hölle im Schnee

Und in der Tat erinnerte alles mehr und mehr an ein seltsam anmutendes Lagerfeuer je dunkler es wurde.

Infrarotaufnahme vom Derweze Krater

Infrarotaufnahme vom Derweze Krater

Laut der Geschichte die ich gehört habe hatten in den 70er-Jahren sowjetische Wissenschaftler die Gegend nach „richtigen“ Bodenschätzen abgesucht. Edelmetalle, Rohstoffe… Zeug eben das man verarbeiten konnte. Stattdessen ist man „nur“ auf viel Erdgas gestoßen. Erdgas galt, obwohl man durchaus etwas damit anfangen konnte eher als „Abfallprodukt“. Als es aus diesem Loch so massenweise ausgetreten ist hatte einer der Forscher die brillante Idee es doch einfach abzufackeln damit man weiterhin nach ordentlichen Dingen buddeln konnte. Nur hatte man wohl den Rohstoffreichtum Türkmenistans unterschätzt. Das ganze Methan

Noch eine Infrarotaufnahme, anderer Filter

Noch eine Infrarotaufnahme, anderer Filter

wollte einfach nicht zu brennen aufhören. Über 40 Jahre nicht. Doch dem Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedow will das nicht gefallen. Mit jeder Sekunde die hier buchstäblich in die Luft geheizt wird könnte man sich vermutlich ein kleines Dorf warm halten. Sprichwörtlich. Deshalb auch die Stationen, die hier in der Nähe gestanden haben. Dort wird versucht das strömende Brennmaterial vom Fluss abzuhalten – und in der Tat scheint man in gewissen Grenzen erfolgreich zu sein. Grenzen die man manchmal an den Rändern sehen kann.

Wenn man genau hinsieht kann man an den oberen Rändern des Kraters frühere Brandspuren sehen

Bei diesem Bild kann man noch ganz andere Dinge an den Rändern sehen (Tipp: Im rechten Bildbereich)

Darfs etwas mehr sein?

Darfs etwas mehr sein?

Eigentlich hätte ich mir ja mehr Feuer erwartet. Zugegeben, wie oft in seinem Leben sieht man einen gigantischen Krater voller Feuer? Nie? Einmal? _DSC8113Aber man darf sich trotzdem fragen wie es wohl wäre wenn da drinnen eine noch stärkere Feuersbrunst wüten würde? Dafür war ich wohl ein paar Jährchen zu spät. Hatte aber im Vergleich mit Nachfolgenden Generationen vermutlich noch Glück. Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit bis diesem von Menschen geschaffenen Wunder der Natur der Garaus gemacht wird. Ein paar hundert Meter hinter (oder vor?) dem „Locherl“ erhebt sich ein Hügel auf dem ein guter Beobachtungspunkt liegt: _HDR8087_DSC8099         Als ich mich auf den Weg dahin gemacht hatte setzte gerade die Nacht ein und vor meinen Augen begann ein einmaliges Schauspiel von Licht, Schatten, Schnee und Eis. Ich glaube nicht dass viele die Gelegenheit hatten diesen Ort zu einer Zeit zu sehen während der er unter einer Schneedecke lag.

Ein atemberaubendes Schauspiel für Fotografen...

Ein atemberaubendes Schauspiel für Fotografen…

IR

IR

Auf diesem Hügel angekommen hatte ich auch ein paar

Etwas länger belichtet

Etwas länger belichtet

Experimente mit Infrarotfiltern und Belichtung gemacht, doch paradoxerweise ist diese Stelle ob seiner pittoresken Natur schwerlich noch besser abzulichten. Am Ende ist dann zumindest noch ein lustiges Selfie herausgekommen:

Selfie :-P

Selfie 😛 – es schneit sogar noch

_DSC8200Interessanterweise gab es am Krater – das hatte ich zuvor noch gar nicht bemerkt einen Steg um weiter hineinzukommen. Ob des Faktums dass dieser jedoch nur sosolala gesichert war hielt sich meine Begeisterung darauf herumzusteigen in Grenzen. Notdürftig waren ein paar Holzpflöcke in den Sand geschlagen worden auf dem vermutlich Familien posieren sollten.

Warm ists schon...

Warm ists schon…

Nun ja, so verführerisch ein derartiges Foto auch wäre – ganz nach vorne wollte ich mich einfach nicht trauen. Wenn Ishan näher gewesen wäre und ein Seil dabei gehabt hätte… Womöglich. Aber ein unkalkulierbares Risiko „nur“ wegen eines (wenngleich grandiosem) Fotos? Muss nicht sein. Dennoch habe ich mich etwas hinausgewagt.

Selfieeee :D

Selfieeee :D

Inzwischen wurde Ishan etwas nervös, wir sollten zurückfahren und es machte ihn alles andere als glücklich wie ich an der brüchigen Kante herumgetanzt bin. Fast zwei Stunden hatte ich damit verbracht alle möglichen Fotos zu machen. Natürlich! Die Reise nach Türkmenistan war schweineteuer, da muss man alles herausholen was man kann! Aber wir sollten noch zu Abendessen, so musste ich nachgeben. Ein letztes Mal hatte ich die Kamera noch angesetzt und dabei ein eher mittelmäßiges Bild gemacht (Nicht hier ersichtlich). Dabei hatte ich die Einstellungen nicht auf normal gesetzt und bin zum Auto zurück. Dort sollte ich dann etwas sehen und mir ist ein etwas ungewöhnlicher Schnappschuss gelungen den ich der Welt nicht vorenthalten möchte (Erhellt durch das „natürliche“ Licht der Gasfackel hinter uns):

Wie... obszön. Hihi

Wie… obszön. Hihi

Am nächsten Tag sollte das Auto dann gut sauber gewischt werden...

Am nächsten Tag sollte das Auto dann gut sauber gewischt werden…

Die Fahrt ins Teehaus stand noch aus. Wie schon die Anfahrt war auch die Reise zurück ausgesprochen anstrengend und ob der eingesetzten Dunkelheit noch unbequemer. Trotzdem verlief alles gut und wir machten es uns am Boden vor den Tischen bequem. Erwartet hatte ich gewöhnliche Gerichte wie Lagmon (Nudeln) oder einfach zubereitetem Fleisch – jedoch bot sich hier eine Spezialität der Gegend: Kaninchen.

Kaninchen in Türkmenistan. Gegessen wird mit den Händen

Kaninchen in Türkmenistan. Gegessen wird mit den Händen

Der Besitzer des Teehauses war Jäger und hatte vermutlich nicht lange zuvor etwas geschossen. Der Geschmack war exzellent. Mir kommt es nicht so vor das Wildbret zu den typischen Gerichten der Region gehört. In Surxondaryo das in Usbekistan an der Grenze zu Türkmenistan und Afghanistan liegt hatten sich meine Gastgeber einmal aufgeregt dass man den Jägern zuerst teuer Waffenscheine verkauft hat. Um die Gewehre danach zu kriminalisieren, sie ihnen für Spottpreise abzukaufen und Jahre später wieder Jagdlizenzen auszugeben.

Die Bleibe von außen

Die Bleibe von außen

In Türkmenistan hingegen hatte ich mehrere Jäger kennengelernt die mir (nicht nur in kulinarischer Hinsicht) viel vom Land gezeigt hatten. Kurz vor 11 wurde ich ausgesprochen müde und froh bald schlafen gehen zu können. Nach der anstrengenden und langen Reise wohl kein allzu großes Wunder. Auch wenn ich diese Nacht nur eine dünne Matratze haben würde so sollte ich gewiss gut schlafen. Das Karnickel war groß – und sehr schmackhaft – gewesen und auch ob des vielen Herumgesteiges am Krater wollte ich nur ins „Bett“.

Sah leer aus, füllte sich aber bald.

Sah leer aus, füllte sich aber bald.

Doch nein… Es kamen wohl noch irgendwelche Türkmenen oder Iraner vorbei die beschlossen sehr laut zu essen und natürlich den Fernseher (Flachbildschirme gibt es übrigens auch in den entlegensten Teilen Zentralasiens) voll aufzudrehen. Meinen beiden Gefährten machte das weniger aus als mir. Generell ist mein Schlaf leicht – womöglich bin ich der ideale Nachtwächter? – doch das Einschlafen blieb

Foto kurz nachdem die letzten Gäste das Haus verlassen hatten

Foto kurz nachdem die letzten Gäste das Haus verlassen hatten

eine Qual bis unmöglich und gelang mir erst nachdem diese Subjekte von Dannen gezogen waren. In den Morgenstunden kühlte der Raum deutlich ab und ich musste meine Chopan, einen langen, schweren, aber sehr warmen Mantel zum Zudecken verwenden. Ob der Spätesser (oder Trinker?) fiel die Nacht nur kurz aus. Um 6 mussten wir auf da die Reise bis Aschgabad wirklich lang ist.

Es ist kalt

Es ist kalt

So oder ähnlich schaut es auch auf dem Mond aus

So oder ähnlich schaut es auch auf dem Mond aus

Der Morgen war ekelhaft. Zum Zähneputzen musste ich hinaus und der brennende Frost der Wüste drang sofort durch meine Kleidungsstücke. Dieses Gefühl hat man im Zentralasiatischen Winter oft. Vermutlich ist es egal, was man trägt, die Klauen des Winters scheiden einem immer ins Fleisch. Im Gegensatz zu Europa ist die Kälte trocken und für unsere Verhältnisse ungewohnt. Dazu kommt der starke Wind.

Autos in Türkmenistan müssen sauber sein

Autos in Türkmenistan müssen sauber sein

Das Frühstück bestand aus Omletten, Tee und Brot. Während ich meine Sachen packte sah sich Ishan sein Auto an. Bevor die Reise weiterging wollte er es zumindest halbwegs sauber bekommen. Das hat mehr als nur einen kosmetischen Aspekt: In Städten kann die Polizei Fahrer mit verdreckten Autos empfindlich abstrafen. Wenn ich mich richtig erinnere gab es zu Sowjetzeiten ein ähnliches Gesetz.

In der Nähe gibt es einen alten (ehem.) Russischen Militärflughafen

In der Nähe gibt es einen alten (ehem.) Russischen Militärflughafen

Ein letztes Mal warf ich einen Blick auf den Horizont – demselben dessen Höhen in der Nacht ein brennender Kranz geziert hatte. Doch sobald es heller wurde verblassten die Schimmer aus den Tiefen der Welt und was blieb war das fahle Grau der Wolken. Dies sollte uns noch über 500km bis in die Hauptstadt begleiten…

Ein letztes Bild vom Vorabend

Ein letztes Bild vom Vorabend. Man sieht hier auch recht gut von welcher Seite der Wind den Derweze-Krater erreicht

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Am Heißensee

Ich bin jetzt schon sehr weit weg von daheim. Auch wenn es zugegebenermaßen gar nicht so anders aussieht.

Nach langer Reise bin ich von Andijon (UZ) nach Osch gekommen um dort über Nacht mehr als 700km in die Hauptstadt zurückzulegen. Berge sind etwas höher als in unseren Breiten, dadurch waren die Pässe die zu es zu überwinden gab auch auf einer anderen Lage:

  • Ala-Bel-Pass: 3184m
  • Otmek-Pass: 3330m
  • Tör-Ashuu-Pass: 3586m

Dann lag auch Bischkek hinter mir und ich verbringe meine Tage jetzt mit Schreiben am „Heißen See“, dem Issyk Köl. Trotz seines Namens ist er relativ frisch (friert aber im Winter ob seiner Tiefe nicht zu).

Flächenmäßig ist er der zweitgrößte Gebirgssee der Welt (nach dem Titicacasee). Von der Wassermenge der Größte. Dies kommt ob seiner Wassertiefe von fast 700m(!) zustande.

Kirgistan Karte

Der große See im Nordosten ist der Issyk Köl

Wir sind hier zwar „nur“ auf etwa 1607m Seehöhe, dennoch sind die Temperaturen im Vergleich zu Bischkek (oder Taschkent!) relativ frisch. In der Nacht sind sie unter 10°C geklettert und jetzt am Tage selten über 20°C.

Dennoch ist die Luft klar und in der Nacht hat man eine wunderbare Sicht auf die schneebedeckten Berge gegenüber und die Sterne glitzern wie Diamanten vom Firmament:

Blick auf den Issyk Köl bei Nacht

Blick auf den Issyk Köl bei Nacht

Am Tage ist er genauso beeindruckend – ich habe noch nie in meinem Leben einen See dieser Größe gesehen.

Der "Heiße See" am Tage

Der „Heiße See“ am Tage

Es ist nicht ganz einfach eine Unterkunft hier zu bekommen. Die meisten Hotels liegen in Karakol, das etwas entfernt liegt. Mithilfe von CBT konnte ich allerdings eine nette „Homestay“-Bleibe finden:

Frühstück

Frühstück

Die Art hier zu übernachten erinnert mich etwas daran wie mein Opa vor fast einem halben Jahrhundert die ersten „Fremden“ bewirtet hat: Deutsche die vom Wirtschaftswunder profitiert haben und sich einen Urlaub im schönen Nachbarland leisten konnten.

Ich werde hier gut bekocht und zahle pro Nacht in etwa so viel wie mein Opa damals bekommen hat: „Genug um einmal mit der Familie essen zu gehen“. Was für mich ein recht guter Preis ist.

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Die Religion in Zentralasien hat generell etwas für Europäer verwirrendes. Die Menschen sind Muslime, es gibt überall Moscheen (insbesondere in Kirgistan und Türkmenistan), jedoch bleiben die eher unbesucht.

Während man den Ruf des Muezzin wirklich oft klingen hört scheinen sich die Menschen dafür wenig zu interessieren.

Moschee in Tamchy

Moschee in Tamchy

Was mir jedoch etwas abgeht ist die Freundlichkeit mit der ich in Usbekistan konfrontiert wurde. Kirgisen sind Ausländern gegenüber Abweisender als ihre westlichen Nachbarn.

Kinder am Issyk Köl

Kinder am Issyk Köl

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Navroz in Xiva

For several years now I have the wish to celebrate Navruz in the Region of Chorezm.

You never know how life will be and somehow one thing lead to another, me ending up in the city of Xiva. Ancient empire of Chorezm, nowadays Uzbekistan close to Türkmenistan.

During Soviet times these areas were apparently difficult to reach for westerners, now years after the independence of the new Central Asian states it’s getting easier.

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What impressed me the most until now is the extraordinary hospitality people share in these regions. Even here in Xiva – one of the cities with the most tourists you’ll be invited by strangers on the street often.

And as impressive it was how friendly foreigners are tread.

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Today several schools set up benches with food and invited me staying with them, talking in German and English.

They were proud of having a foreigner with them. We took pictures and they kept feeding me all variants of Uzbek specialities.

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Uzbeks are proud of their culture which includes food and inviting foreigners.

Traditions which I often miss in Austria…

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Suis-je Charlie?

For the past days I kept on thinking what I should do. The happenings at  grieved me harder than I thought.
Someone like me, who believes in the freedom of the speech, the freedom of the mind and the ability of the human being to discuss everything – can’t just sit there and do nothing.

I don’t consider myself as a good drawer – yet some people say I might have a bit of a talent. So why not try? Here’s a caricature. My condolence to the families of the victims. We have to keep the memory of Cabu Charb, Tignous and Wolinski. To me they deserve our deepest respect.

Also I should maybe mention I live in a Muslim Country at the moment.IchBinCharlie

Traktat zur künftigen Entwicklung der Stadt Lienz

Traktat
zur künftigen Entwicklung der Stadt Lienz

Mario J. Schwaiger

Der Wegweiser der Geschichte deutet auf ein neues Zeitalter das
auf uns und die Welt zukommt. Noch nie waren die Zeiten so
schnelllebig, Information so verfügbar, Werte so wandelnd und
Möglichkeiten so groß.

Bisher haben wir stets auf bewährtes gesetzt. Sei es aufgrund
mangelnden Wissens von uns oder der Anderen. Das Internet hat seinen
Beitrag geleistet Regionen vergleichbarer zu machen und in stärkere
Konkurrenz zueinander zu positionieren. Bisher zeigt sich Lienz von
seiner bekannten Seite und wir können uns erfolgreich schätzen,
doch sollte dieser Erfolg niemals in Stillstand enden.

Mit „Vordenken für [Ost]Tirol“
hat sich eine starke Initiative gebildet, die dem entgegenwirkt. Doch
liegt es viel mehr denn je an jedem Einzelnen einen Beitrag zu
leisten und gemeinsam in in die Zukunft zu streben.

In den vergangenen Jahren und Monaten
habe ich die Welt bereist und mir Gedanken gemacht zu dem, was ich
gesehen habe. Gedanken, warum Konzepte funktionieren, was die
Besucher davon halten und wie man es auf meine geliebte Heimat
umlegen kann.

Auf den kommenden Seiten bringe ich
diese Funken zu Papier, aufdass auch ich einen leuchteten Beitrag
leiste.

1.
Stadtbotschafter

Wie im Rahmen der „Vordenken für
[Ost]Tirol“-Reihe im äußerst inspirierenden Vortag von Frau Prof.
Dr. Bachinger erklärt bilden in Ingolstadt jugendliche „Botschafter“
eine interessante Art und Weise die Stadt bekannter zu machen.

Idee:

Lienz ist faktisch eine
„Auswanderungsstadt“. Durch die Jugendlichen ergäbe sich eine
optimale Möglichkeit den Nachteil als Vorteil zu gestalten. In Graz
beispielsweise bilden Studenten und Arbeitende eine eigene „Kolonie“.

Wenn jeder potentielle Abgänger der
Stadt (Sprich: Maturant) den Titel eines Stadtbotschafters erhielte
potenziert dies den Werbeeffekt. Es geht hierbei weniger um
hochqualitative Werbung sondern primär um Quantität und
Mundpropaganda.

Die Idee deckt zwei Flanken ab:

  1. Auswanderungsfreudige Jugendliche
    binden sich stärker an die Stadt

  2. Mundpropaganda erreicht neue
    Spähren

Konzept:

Am Anfang würde die Idee faktisch
von Ingolstad abgeschaut. Ein Mitarbeiter des Stadtmarketings (oder
sogar die Bürgermeisterin selbst?) geht mit den Maturanten auf ein
Getränk und erklärt dabei die Aufgaben und verteilt Werbematerial
das für Freunde und Bekannte als kleines Präsent dient.

Hierbei ist es essenziell Lienz mit
einem Gedanken zu verknüpfen.

Ingolstadt hatte sich als Stadt der
Wirtschaft und Zukunft positioniert. So wurden bsp. USB-Sticks mit
dem Spruch „Schlüssel zum Erfolg“ verteilt.

Was zählt ist hier die
freundschaftliche Distribution von Massengütern guter Qualität.

Wie dieser Weg weiterhin verfolgt wird,
zeigt die Zukunft. Ich erachte es als einen interessanten Aspekt auch
weiterhin mit den Botschaftern in Verbindung zu bleiben, damit sie
ihre Erfahrungen teilen. Da Onlineformulare langweilig sind wäre
vielleicht eine Einladung in den Semester- und/oder Sommerferien auf
ein gemütliches Beisammensein bei Getränken ein Vorschlag.
Mitarbeiter der Gemeinde könnten dann hierbei die Erfahrungen
auswerten sodass sich mehr und mehr ein eigener „Lienzer Weg“
abzeichnet.

Zukunft/Parallel/Gedanken:

Viele meiner Freunde, die ich während
des Studiums kennengelernt habe sind wie ich begeisterte Alpinisten.
Doch obwohl Osttirol von allen Bezirken Österreichs die höchste
3000er-Dichte aufweist ist sind wir ob der Distanz eher unattraktiv.
Lieber fährt man früh morgens in die Nachbargemeinde und besteigt
dort etwas, als durch halb Österreich zu fahren.

Das ist vermutlich weniger eine Frage
der Erreichbarkeit als der Kosten. Ein beliebtes Konzept zur
Kundenbindung und Erhöhung der Attraktivität sind begrenzte
Gutscheine, die mittlerweile von vielen Anbietern beworben werden1
2

Freunde unserer Freunde sind auch
unsere Freunde!
Warum sollte jemand, der mit seinen Lienzer
Freunden in die Stadt kommt keine Vergünstigung bekommen?
Bspw.
auf Einkäufe, Nächtigungen oder Transport.

Als Freund von Stadtbotschaftern solche
Gutscheine zu erhalten erzeugt Lienz gegenüber zusätzlich ncoh ein
positives Gefühl. Ein begrenzt gültiger Gutschein noch einen
leichten Druck.

2.
Italien beginnt am Südtirolerplatz


Lienz verhält sich etwas kurzsichtig, wenn wir uns zu sehr auf
die Innenstadt beschränken. Zumal „Innenstadt“ ein sehr vager
Begriff ist. Hätten wir uns vor Jahrzenten gedacht, dass man
jenseits des Johannesplatzes einen der schönsten Stadtteile
gestaltet? Heute zählt die Rosengasse und deren Erweiterung in die
Messingasse zweifellos zum begehrtesten Stadtteil von Lienz.


Dass die Stadt noch weitere Potentiale hat ist unbestritten. Wie
wir mit diesen Chancen umgehen ist verwerflich.

Die
Problemzonen der Frau Lienz

Lienz zählt zu den reizvollsten Städten Europas. Wenn man
allerdings ein paar Schritte aus dem Tourismusgebiet (alles außer
Hauptplatz und dessen Verlängerung) marschiert könnte man denken,
dass die Berlusconi’sche Misswirtschaft bis hierher reicht.

Eine Stadtbegehung und ggf. eine Neuevaluierung ist vonnöten wenn
wir unser Stadtbild behalten möchten. (Wir können auch den
Ostblock-Weg gehen: Atemberaubende Innenstadt und wenn man in die
falsche Gasse abbiegt kommt man in die 3. Welt)

Ein nicht beachtetes Potential kann unentwickelt zu einem realen
Problem werden während es -sofern man ihm die nötige Beachtung
schenkt- die Wirtschaftsleistung der Stadt multipliziert. Man
bedenke, dass es sobald Händler einen weiteren Anzeiz haben sich
hier niederzulassen eine neue Einkaufsmeile entsteht.

1.1.
Jenseits der Judengasse

Obwohl mit dem City-Center endgültig die Modernisierung in Lienz
eingezogen ist (jetzt haben wir eine Rolltreppe) ist das Verlassen
desselben keine wirkliche Augenweide.

Die Mühlgasse ist Verkehrstechnisch eine ein Grauen. Obwohl es
sich abzeichnet, dass in diesem Areal durchaus Potential besteht (La
Ola, Küchenstudio Ortner, ProBike um nur einige zu nennen) schießen
wir uns „in eigenen Hax“, indem wir insbesondere die Mühlgasse
schändlich ignorieren.

Glücklicherweise wurde inzwischen der Abschnitt ab dem Ende der
Judengasse verbreitert, sodass die Lage verkehrsberuhigt wurde.

De facto könnte aber genau dieses vernachlässigte
Entwicklungsgebiet genau dadurch begehrenswert werden, WEIL es direkt
an den Parkplätzen gelegen ist.

ZukunftLienzEntwicklung_html_m445d02f5

 

1.2. Konzept: Aus dem Jenseits ein Paradies machen

Die Judengasse gibt im ersten Moment kaum einen Anreiz
durchzugehen. Aber vielleicht ist es genau diese etwas dunkle, enge
Atmosphäre aus der man eine gewisse Gemütlichkeit herausholen kann.

Im Gegensatz zu den meisten umliegenden Straßen ist die
Pflasterung der Judengasse von ausgezeichneter Qualität.
Infrastruktur ist mit der „Partymeile“ der Zwergengasse gleich
nebenan gegeben. Sie selbst erinnert mich etwas an das Gemälde
„Terrasse du café le soir“ von Vincent Van Gogh.
Obwohl man gleichwohl kein Café
Terrace
hineinquetschen kann ist die Judengasse relativ ruhig.
Mit dem Frisör
Papillota
steht einmal ein Ankerpunkt ab dem man die Entwicklung vorantreiben
kann.


2.1. Innenstadt für Navigatoren

Die Beda-Weber-Gasse vereinigt mehr
Elemente der Stadt Lienz als jede andere vergleichbare Straße.
Einzig Parkplatzmangel, zu enge Passagen und mangelnde Motivation
etwas dagegen zu tun verhindern eine weitere Einkaufsstraße.

Somit wird die Beda-Weber-Gasse zu
einer Verkehrsdurchzugsstraße bei gleichzeitigem Vorhandensein von
Händlern, Fußgängeranbindungen (Iselkai), Kulturgut
(Michaelskirche), gesellschaftlichen Einrichtungen (Volkshaus, AK,
Wohn- und Pflegeheim) und Verkehrsdrehscheibe des nördlichen Teils
der Stadt (Moarfeld, Patriasdorf, sowie der Gemeinden
Oberlienz/Oberdrum).

Durch den eklatanten Platzmangel im
unteren Teil (ehemals E.P. Moser) und auch der gefährlichen
Anbindung beim Gymnasium müssen wir damit rechnen, diese Teile
früher oder später aufgeben zu müssen, da sie uns wegsterben!


2.2. Konzept: Die Arkaden des Theologen

Wie schon beim ehem. E.P. Moser
dazugebaut und beim der Michaelskirche vorgelagerten Wohnaus
vorhanden vereinigen Arkaden alle architektonischen Maßnahmen die
nötig wären, um die Engpässe in der Beda-Weber-Gasse zu
eliminieren. Vom Stadtbild her sind diese einfach zu integrieren da
Lienz ohnehin ein leicht südliches Flair innehält.

Dadurch würde auch die Luftqualität
signifikant ansteigen da das teilweise lange Stehen mit
eingeschaltetem Motor wegfällt.

In jedem Fall muss etwas passieren da
sich bereits jetzt mehr und mehr abzeichnet, dass die Geschäfte dort
fast immer unrentabel sind. Dass sich dieses Problem durchaus noch
ausweiten kann zeigt die Josef-Gasser-Straße. Kann es sein, dass
sobald ein Tourist die Spittalsbrücke quert vor einer Toten Zone
steht? Obgleich mit der Stadtpfarrkirche, der Michaelskirche und dem
Iselkai gleich mehrere Sehenswürdigkeiten über diesen Weg zu
erreichen sind?

ZukunftLienzEntwicklung_html_m580a7fdc

3.1. Tote unter den Lebenden

Verkehrstechnisch gesehen ist die
Tiroler Straße/B100 die „lebendigste“ Straße unserer Stadt. Mit
der Aufwertung der Rosengasse hat auch die Messingasse drastisch an
Qualität zugenommen.

Was dazwischen bleibt ist die
Mühlgasse. Sie scheint eher als ein ungeliebtes Kind, als eine
dynamische Verbindung. Ein Marsch durch die Kreuzgasse ist faktisch
eine Gefahr, da sie aprupt endet. Mit ihr auch der Gehsteig, sodass
Fußgänger auf die Straße gezwungen sind.

Dieses Areal als baulichen Schandfleck
zu bezeichnen trifft es auf den Punkt. Ein schiefer Zaun der den
Asphalt mitreißt und obwohl hier ständig Baustellen sind, scheint
nie etwas Neues gebaut zu werden.

ZukunftLienzEntwicklung_html_59f2d6ed

3.2. Konzept: Eine neue Seele?

Irgendetwas muss hier zweifelsohne
getan werden. Einerseits, da durchgehende Einkaufsmöglichkeiten von
Messingasse bis Tirolerstraße die Stadt deutlich aufwerten würden,
andererseits um diesem toten Punkt Einhalt zu gebieten.

Andere Städte reden drüber, wir
könnten hier ohne viel Aufwand tatsächlich eine „Begegnungszone“
3
initiieren. Es müsste lediglich das Bild der Straße selbst
aufgewertet werden (soll ja auch herzeigbar sein) und schon hätte
Lienz ein Prestigeprojekt mehr.

De Facto handelt es sich schon um eine
Begegnungszone, da alle Verkehrsteilnehmer aufeinanderprallen. Wenn
wir es schon nicht ändern können oder wollen, so sollten wir es
wenigstens unter Kontrolle bringen?

Als Aufwand ein paar kleinere bauliche
Maßnahmen, als Gewinn hätten wir die vermutlich erste
funktionierende Begegnungszone der Republik.

3. Herzmassage(n) für den Hauptplatz

Ich komme irgendwann im Spätherbst am Montag gegen 20:00 auf
den Hauptplatz und möchte im Zentrum Lienz‘ mit einem Freund etwas
trinken. Ist das möglich? Nein.

Es stellt sich jetzt die Frage: Sperren die Cafés so früh zu,
weil keiner kommt oder kommt keiner, weil die Cafés so früh
zusperren?

Problemstellung:

Das Problem ist komplexer Natur, weswegen es nicht nur einen
Königsweg gibt. Am Anfang steht die Frage, warum es nicht möglich
ist, in der Zwischensaison zu genießen was nicht nur Touristen
vorbehalten sein sollte.

Ich halte es nicht für sinnvoll die Lokale zu einem Öffnen zu
„nötigen“. Es scheint mir erstrebenswerter einen Zug zum fahren
zu bringen auf den sie dann, wenn sie nach Gewinn streben schon
aufspringen sollen.

Idee 1: Bei Fremden zu Gast

In Österreich wird derzeit eine Asyl- und Integrationsdebatte
geführt die mit Argumenten der Angst arbeitet. Da wir in Lienz
Asylwerber aufgenommen haben stellt sich die Frage, ob man dies nicht
zum Anlass nehmen sollte eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Veranstaltungen,
Vorträge und Projekte

wie „
Fremde
Länder stellen sich vor“ oder
DIE
GANZE WELT TRIFFT SICH IN OSTTIROL“
4
haben ein großes Interesse bei den Lienzern ausgelöst und man
sollte sich ernsthaft fragen, wie man das stärker nutzen könnte.

Konzept
1.1: Das Zentrum als Zentrum

Der
Christkindlmarkt zeigt jedes Jahr, dass „
Schindel
und Holz

hervorragende Hütten am Hauptplatz aufstellen kann. Wir sehen
andererseits auch in Wien, dass der Platz vor dem Rathaus praktisch
das ganze Jahr Besucher anlockt.

Während
den „Lienzer Ethno Wochen“ oder „Schlipfkrapfen mit Curry“5
könnten Osttiroler, die aus über 50 Nationen dieser Welt6
hierher gekommen sind ihr Können zeigen. Sei dies durch Schmankerln,
Kunst oder Musik.

Wichtig
ist dabei, dass wir dies in die Zwischensaison einbauen um die Stadt
mehr zu beleben.

Idee
2: Das kann man sogar in Jugoslawien

Auf
meinen Reisen am Balkan habe ich festgestellt, dass selbst Orte wie
beispielsweise Tutin (Sandžak, Serbien) oder Cetinje (Montenegro) an
Wochentagen über belebtere Hauptplätze verfügen als wir in Lienz.

Obwohl
die Menschen dort meist eher über die schlechte Wirtschaftslage
jammern, als sich aktiv an etwas zu beteiligen, machen die Cafés und
Stände an den Plätzen dort gute Umsätze.

Pessimistisch
könnte man eine zynische Bemerkung machen. Optimistisch könnte man
sich eher fragen, ob man aus perspektivlosen Menschen nicht
Konsumenten machen kann.


Konzept 2.1:
Arbeitslose auf die Straße

Der Termin
beim AMS wird meist als mühsam empfunden. Die Stimmung ist gedrückt.
Es handelt sich um einen Behördengang, man muss sich rechtferigen.

Als ich
nach meiner Rückkehr aus Vietnam auf der Suche nach einem passenden
Job eine Zeitlang Arbeitssuchend war habe ich es als angenehm
empfunden, hin und wieder Zeit mit einer Freundin zu verbringen die
ebenso in entsprechende Zustände gekommen ist.

Ob es
zielführend ist oder nicht kann ich nicht beurteilen, ungezwungene
Treffen mit gleichgesinnten in entspannter Atmosphäre haben
vermutlich noch kaum jemandem geschadet. Ggf. kann man noch einen
lockeren Trainer dazusetzen und ein paar Gutscheine für
Getränkevergünstigungen ausgeben…

Konzept
2.2: Künstler auch auf die Straße

Auf ein
vergleichbares Konzept wird noch verstärkt in „
3.
Die grüne Meile

Bezug genommen. Das Lienz gar nicht so wenige Künstler im
bildnerischen und musikalischen Bereich hat ist nur naheliegend, sich
die Frage zu stellen, wie man das verstärkt zum Einsatz bringt.

Wir
bewegen uns mit großartigen Veranstaltungen wie dem „Eastrock
Festival“, dem „Rockbeat“ oder Vergleichbaren durchaus in die
richtige Richtung. Fragen wir uns aber auch, wie und ob sich das auf
das Stadtzentrum ausbauen lässt.

Wenn
Platzkonzerte derartigen Andrang finden, warum dann nicht auch
jugendlichere Musik? (Es muss ja nicht Metal sein). Die Osttiroler
Künstlerszene ist groß genug. Mit „Drumatic“ existiert auch
eine regionale Band mit Weltruhm.

Hans
Salcher, Oswald Kollreider, Heinz Waschgler und Hannes Neuhold sind
nur einige der Namen die in der Tradition der Osttiroler Kunst
stehen, die Persönlichkeiten wie Albin Egger, Franz von Defregger
oder Hugo Engl.

Ebenso in
der Nebensaison wären vielleicht „Lienzer Kunstabende“ am
Hauptplatz eine Möglichkeit, nicht nur die Bekanntheit der lokalen
Künstler zu fördern, sondern auch Menschen aktiv in das Geschehen
miteinzubeziehen.

Die
Sommerakademie
leistet hier schon einen gewaltigen Beitrag. In diesem Kontext ließen
sich sicherlich Aussteller finden, die bis Herbst oder Frühling
einige Werke schaffen können. Kombinierbar sind diese künstlerischen
Schmankerln ggf. auch mit Kulinarischen.

4.
Und die Sterne…

In
Osttirol existieren mit Dr. Harald Schöpf
7
und der gleich in der Nähe gelegenen Emberger-Alm
8
zwei Keimzellen für eine der interessantesten Wissenschaften: Der
Astronomie.

Während
in Deutschland die Gemeinde Rhön mit einem Sternenpark
9
wirbt könnten wir uns auch Zukunftsträchtig geben und der Plage der
„Lichtverschmutzung“ Einhalt gebieten, indem künftig nur noch
Straßenlaternen installiert werden, die den Blick auf das Firmament
frei halten.

In jedem
Fall ist die „Sternenstadt Lienz“ in Zeiten wachsender
Fokussierungen auf das Thema für einige Zeitungen sicherlich eine
Schlagzeile Wert


5. Die grüne Meile

Am
Anfang stand die Frage, wie man Lienz noch angenehmer gestalten kann.
Doch während Architektur (Man schaue sich den Südtirolerplatz an)
sich nicht überall integrieren kann, bleiben Grünanlagen zeitlos
schön.

Iselkai
Süderweiterung

Trotz
seiner verhältnismäßig geringen Größe kann man den Iselkai schon
fast als „Naherholungsgebiet“ bezeichnen. Ein ausgedehnter
Spaziergang an seiner Erweiterung, dem „Poetensteig“ lässt auch
gerne die Alltagssorgen vergessen. Die Kräuterwanderungen10,
die man dort mittlerweile tätigen kann zeugen von der Qualität auf
dieser Seite der Pfarrbrücke.

Ab der
Spitalsbrücke zeigt sich für den Naturverbundenen Lienzer jedoch
nur noch Tristesse. Das Grand-Hotel das sich inzwischen auch bei
Einheimischen großer Beliebtheit erfreut wird leider viel mehr als
Ende des Iselkais gesehen und weniger als Potentieller Beginn einer
weiteren Grünanlage.

Das Gebiet
zw. Ignaz-Mitterer-Straße und dem Brunnenweg ist zwar verbaut, doch
könnte das Areal jenseits der Grafenbachstraße stärker genutzt
werden und vielleicht einen weiteren Stadtpark bieten, wie es einst
der Wiener Prater gemacht hat, als die Metropole noch nicht derart
angewachsen war.

Dass es
ein Bedürfnis nach der Ruhe der Natur gibt zeigen die Popularität
des Drauparks und moderne Grüne Bewegungen, die im folgenden
Paragraphen erörtert werden.

Garten
Lienz

Weltweit
erfreut sich die „Urbarn Gardening“-Bewegung
11
großer Beliebtheit. Das Prinzip ist denkbar einfach: Innerhalb der
Stadt gibt es gemeinschaftlich genutzte Gartenflächen, bei denen
jeder geben und nehmen darf.

Insbesondere
in Städten wie Berlin ist der „
Prinzessinengarten
faktisch zu einer Ikone geworden, wie sich Umweltbewusstsein,
Zusammenarbeit und grüne Urbanität treffen können. Das Projekt
wird oft und gerne zitiert, wenn es darum geht, für die Gesellschaft
Nutzen bringende Ideen aufzugreifen
12.

Lienz
macht sich einen Namen, indem es Urbanen Gartenbau zur Stadträson
erklärt. Damit wären wir eine der ersten Städte Europas, die diese
Faszination offiziell ausübt.

Ohnehin
wird ständig davon berichtet, wie man die Stadt am Besten
verkehrsentlasten kann und wir sind in der glücklichen Situation,
dass die Innenstadt tatsächlich mehr zur Fußgängerzonenbildung
herangezogen werden kann. Ein Paradebeispiel ist die Rosengasse, die
Lienz ein nostalgisch-modernes Flair verleiht.

Als
nächstes wäre die Schweizergasse an der Reihe, die zwar durch Läden
auf-, jedoch optisch und durch den Hitzestau im Sommer wieder
abgewertet wird. Ein Umbau der Schweizergasse zu einer Urbanen
Gartenstraße gäbe Lienz einen weiteren Grünen Touch (und würde in
den Medien von den Verkehrsproblemen ablenken).

Zu
beachten sei hierbei, dass der Parkplatzausbau stärker anvisiert
werden müsse.


6. Miteinander statt gegeneinander

Bereits
im Rahmen der im Rahmen der „Vordenken für [Ost]Tirol“-Reihe
erörtert stellt sich Lienz die Frage: Wofür steht Lienz
eigentlich?
13

Von
„Dolomitenstadt“ über „Sonnenstadt“ ist Lienz in gewisser
Hinsicht bekannt. Osttirol als „Bergtirol“ – aber sind Berge und
Sonne das Einzige was wir zu bieten haben?

Gewiss
werden die Themen, die ich hier anspreche nicht auf diesen zwei
Seiten gelöst werden. Früher oder später werden wir uns allerdings
damit befassen müssen.

Status
Quo

Im
Moment stehen wir im Bezirk vor ähnlichen Problemen wie große Teile
„Restösterreichs“. Wir sind landwirtschaftlich durch
Subsidiärbauern geprägt, haben uns im 20. Jahrhundert durch
Tourismus und Technologiezuzug gewandelt, aber unser Erbe nie
vollkommen aufgegeben. So leben in Osttirol noch viele
Nebenerwerbsbauern, die jedoch eher gegeneinander agieren und somit
die maximale Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist.

Ein
Positivbeispiel wäre andererseits das „
Kräuterdorf
Irschen

oder die (vielleicht etwas weiter weg gelegene) Zusammenarbeit der
Bauern im steirischen Vulkanland
14.

Wofür
Osttirol bekannt ist, fragt sich immer noch. Sollten wir uns als
„Hollerland Osttirol“ präsentieren, von liberalen Strömungen
profitieren und „Osttiroler Hanf“ anbauen mit einem Fantasiewort
wie „Brantweinerie Osttirol“ werben steht in den Sternen.
Vielleicht ist auch „Trial and Error“ einen Versuch wert.

Aber
alle Länder haben dieses Problem..

In der
Schule beginnen wir praktisch in Konkurrenz zu den anderen
Mitschülern zu leben. Tests sind alleine zu absolvieren. Hausübung
wird nicht gemeinsam geschrieben und bei einem Gruppenprojekt
arbeitet maximal einer. Die coolen Kids sitzen währenddessen am Klo
und rauchen.

Über die
Auslöser sollen sich Andere Gedanken machen, das Problem ist aber
schnell erkannt: In der Landwirtschaft wird eher versucht andere
auszustechen als zu kooperieren. Doch die reine landwirtschaftliche
von Bergbauern Produktion ist längst nicht mehr so lukrativ wie vor
Jahren.

Wie
stellen wir es an, künftig unsere Agrarier gemeinsam an einem
Spitzenprodukt arbeiten, anstatt in einer nicht sehr fruchtbaren
Konkurrenz miteinander zu stehen?

Direkt ist
die Frage nicht beantwortbar. Ein unbarmherziger Kapitalismus wird
trotz Förderungen Seitens der EU seinen Preis fordern. Außer, wir
sind in der Lage die Wirtschaftsordnung für uns zu arbeiten zu
lassen.

Nach
Darwin gilt das Prinzip „Überleben des Anpassungsfähigsten“
15
– die wissenschaftlichen Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen
bei gleichzeitigem Vorhandensein von großen Ackerflächen auf den
Berghängen durch abgewanderte Bauern lässt sich ggf. ein Prinzip
auf Österreich umlegen, das ich einst gesehen habe, als ich als
Knecht auf einem Bauernhof in der israelischen Negev-Wüste gesehen
habe.


Bauernuniversität

Osttirol
hat vorläufig keine tertiäre Bildungseinrichtung (was man auch für
die Abwanderung verantwortlich machen kann). In Israel haben die
Wüsten als Ackerflächen durch die Ben-Gurion Universität des Negev
wieder an Attraktivität gewonnen.

Die
Studiengänge umfassen u.A. „Nachhaltige Entwicklung“,
„Wüstenstudien“, „Hydrologie und Wasserqualität“ und es
gibt auch Kurse in Pflanzenheilkunde.
16

Ein
Abschnitt auf Wikipedia lässt mich an Osttirol denken
17:

Die
Universität stand, wie keine andere in Israel, vor großen
Schwierigkeiten, vor allem wegen der relativen Abgeschiedenheit vom
Landeszentrum.

Doch es
hat seine Gründe, warum mir von allen Universitäten, die ich
gesehen habe vor Allem diese im Gedächtnis geblieben ist:

Trotzdem
erfuhr die Universität eine stetige Entwicklung, und ihre
Beliebtheit unter den israelischen Studenten war groß. Den größten
bis heute andauernden Entwicklungsschub erfährt die Universität
seit Beginn der 1990er Jahre. Zu Beginn der 1990er Jahre waren etwa
6000 Studenten eingeschrieben, 2005 betrug die Studentenzahl bereits
17.500.

Wäre ein
vergleichbares Modell für Osttirol möglich?

Eine
„Dolomiten-Universität“, die sich auf Studiengänge im Bereich
der Bergbauernlandwirtschaft beschränkt? Ggf. mit weiteren
Studienzweigen als Zusatz zur inzwischen renommierten HTL für
Mechatronik?

Vermutlich
wären Partnerprogramme mit der BOKU in Wien und der erwähnten
Ben-Gurion-Universität denkbar und naheliegend.

Auf einem
der Bauernhöfe, auf denen ich damals gelebt und gearbeitet habe
18
wurden in Zusammenarbeit mit der Universität alte Sorten
experimentell gezüchtet und deren Wachstum im hochariden Klima vom
Bauern protokolliert.

Dafür,
dass er sich um diese Pflanzen gekümmter hat, wurde ihm eine
Aufwandsentschädigung zuteil. Ein ähnliches Modell ließe sich auch
auf Osttirol ablegen.

Wenn man
bedenkt, dass neue Wohnkonstruktionen unter Studenten immer beliebter
werden
19
so könnte es auch ein Gag sein, Studenten hier auf einem Bauernhof
(gemeinsam) leben zu lassen. Einerseits würde so dem Bauernsterben
entgegenwirkt, andererseits würde man die Region unter Jugendlichen
attraktiver gestalten und das Studium bewerben.

2Vgl
„Die Psychologie des Überzeugens“ von Robert B. Cialdini

4http://www.weltbuero.at/services.htm
aufgerufen am 14. Mai 2014

5Beides
Ideen vom Verfasser

6http://www.weltbuero.at/index.htm
aufgerufen am 14. Mai 2014

13Frage
von mir an Dr. Richard Piock am 4. Juni 2013:
https://www.youtube.com/watch?v=heBfO4e4dxo

14Worauf
ich hier anspiele bezieht sich auf die eigenen Erfahrungen ebendort.
Ein Hof ist meist auf ein Produkt spezialisiert. Gäste, die Urlaub
am Bauernhof machen wird eine breite Palette an lokalen Schmankerln
geboten

15Korrekte
Übersetzung von „Survival of the Fittest“

Lienz/Entwicklung/Zukunft Mario
J. Schwaiger Seite 10/10