Lomo 13/14

Kürzlich habe ich über eine neue Fotoserie nachgedacht wobei mir eingefallen ist dass es wohl auch in meinem Archiv noch genug Schätze gibt die bisher nicht gesichtet wurden.

Einige davon hatte ich vor gut einem Jahr zwar auf den Server geladen aber nie veröffentlicht. Sehr schade eigentlich, es befanden sich darunter einige ausgesprochen interessante Werke.

Eine Reise von Osttirol nach Polen und über Ungarn auf den Balkan – nach Ex-Jugoslawien bis zur albanischen Grenze.

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Türk Men – Ich bin Türke 3: Das Tor zur Hölle im Schnee

Nachdem ich meine beiden letzten Artikel über Türkmenistan in meinem „alten“ Blog MyAliyah für meine Erlebnisse niedergeschrieben habe gilt dem heutigen Werk allem voran die visuelle Qualität weswegen er unter „Landmark 5“ erscheint. Die beiden früheren Berichte über das Land der Türkmenen finden sich hier: Teil 1: https://myaliyah.wordpress.com/2015/03/02/turk-men-ich-bin-turke-1-zwischen-usbeken-und-turkmenen/ Teil 2: https://myaliyah.wordpress.com/2015/03/09/turk-men-ich-bin-turke-2-wo-chorezm-die-wuste-kusst/ Von Konye-Urgench bis nach Derweze ist es eine ziemlich weite Strecke. Generell hat man  in Türkmenistan das Gefühl, dass alle Strecken ziemlich weit sind. Das Land besteht weitgehend aus Wüste und der Weg fühlt sich dadurch unendlich an. Auf meinen bisherigen Reisen konnte ich mir die Zeit damit vertreiben aus dem Fenster zu schauen und dabei beobachten wie sich die Landschaft verändert. Doch so faszinierend ich die Wüste auch finde und so großartig das Land war – so müde wird man nach stundenlanger Fahrt wenn vor einem immer nur das Gleiche wartet: Endlose Weiten von Sand. Für Europäer ist es gewiss verwunderlich Schnee in der Wüste zu sehen. Glaubt man doch bei Wüsten immer an sonnenverbrannte, hochtemperierte Gegenden. In Zentralasien ist das anders. Die Wüsten können im Winter eisig kalt und (seltener) mit Schnee bedeckt sein. In unserem Fall sollte die Reise auch keineswegs nur durch die Wüste gehen, sondern vielmehr ein Ziel erreichen das ob der Kälte und des Eises noch weitaus kafkaesker wurde als es ohnehin schon war: Das Tor zur Hölle oder der Krater von Derweze. Gelegen ist dieses „Monument“ mehr oder weniger genau zwischen den beiden Provinzen Daşoguz und Ahal. (Also irgendwo im Zentrum des Landes) Schon Türkmenistan ist weit weg von allem was uns Europäern irgendwie ein Begriff ist. Derweze ist noch viel weiter weg.

Iranische Gäste

Iranische Gäste

Durch die Gegend führt eine Fernstraße die bei Laswagenfahrern populär ist. Insbesondere Iraner findet man hier oft in den vielen Teehäusern sitzen und Schaschlik essen oder Tee trinken. Die türkmenische Küche weist etwas mehr persische Einflüsse auf als bspw. die usbekische Küche. Dennoch unterscheiden sie sich um Welten. Wohl auch durch das olfaktorische Erbe der Sowjetunion. Ein solches Teehaus sollte auch unsere Bleibe für die Nacht sein. Es gab dort nur einen großen Raum und keine Betten, sondern nur Matten auf denen man normalerweise sitzt. Bis 10 mussten wir zurück sein meinten die Betreiber.

Die Fahrt zum Krater

Die Fahrt zum Krater

Ishan der Fahrer, sein Freund – und meine Wenigkeit stiegen in den Geländewagen und fuhren ab. Kurz nach unserer Herberge bog er nach links auf einen manchmal befahrenen Pfad ab. Von den Spuren konnte man ablesen, dass heute schon ein Wagen hergekommen sein musste.

Ishan muss sich konzentrieren

Ishan muss sich konzentrieren

Obwohl für die meisten Nichttürkmenen genau dieses „Tor zur Hölle“ die einzige Sehenswürdigkeit des Landes ist die sie nennen können gibt es keine Hinweistafel an der „Abfahrt“ und man ist auf die Ortskenntnisse der Fahrer angewiesen. Der Weg wird allerdings nicht besser. Im Gegenteil. Wenn man keinen richtig guten Geländewagen hat sollte man es lieber lassen und zu Fuß kommen. Insbesondere bei unserem Wetter wäre es mehrmals fast passiert dass wir hängen geblieben oder (noch viel schlimmer) abgerutscht wären. Glücklicherweise hatte ich mit Ishan jemanden gefunden der wusste was er tat und sein Vehikel kannte. Hin und wieder fanden sich an kleineren „Abfahrten“ umzäunte Stationen, vermutlich für Erdgasmessungen/regulierungen. Irgendwann lag vor uns dieses „Ding“. Es fällt einem rational denkenden Menschen schwer es zu beschreiben. Vulkan ist es keiner. „Feuer“ auch nicht, ein Feuer brennt für gewöhnlich immer auf irgendeinem Material. Hier aber war… Einfach eine Grube mit Flammen. So etwas ging nicht in meinen Kopf – fast fühlte es sich an als wäre hier, mit einem Durchmesser von etwas mehr als 100m ein Stück anderer Dimension in unserer Welt.

Und da ist es... Dieses "Ding". Der "Derweze-Krater", das "Tor zur Hölle"

Und da ist es… Dieses „Ding“. Der „Derweze-Krater“, das „Tor zur Hölle“

Zunächst nährte ich mich vorsichtig. Sicherheitsregel №1 in Zentralasien ist, dass bzgl. Umzäunungen jeder für sich selbst verantwortlich ist. Der Staat hat einfach keine Lust darauf Dinge zu sichern für die meist der gesunde Hausverstand ausreicht. Wäre dieser Krater in Europa, so würde in 5m Entfernung von den Rändern eine Sperre stehen dem man sich 1m annähern dürfe. Hier gab es nichts. Naja, den Abhang als solches. Der ein bissi bröckelt. Man konnte wenn der Wind richtig wehte einen enormen Schwall Hitze fühlen. Beim ersten Anblick auf dieses Feuerloch auf einem Foto denkt man an einen Vulkan, aber es handelt sich nur um austretendes Erdgas das sofort Feuer fängt. Genau das macht auch den Reiz dieses gar merkwürdigen Ortes aus. Die Flammen züngeln einfach. Ohne irgendein Zutun. Deshalb gibt es am Boden auch Stellen an denen nichts austritt. „Ishan, wenn ich herunterfalle hast du etwas dabei?“

Nicht herunterfallen...

Nicht herunterfallen…

„Du fällst nicht hinunter“ „Und wenn doch?“ „Dann wird es schwierig. Fall nicht hinunter“ Damit wusste ich dass ich auch für diverse Fotos besser aufpassen sollte. Keine unüberlegten Handlungen. Es hätte durchaus seinen Reiz gehabt einmal herunterzusteigen um zu sehen wie „warm“ es tatsächlich war. Vermutlich würde es nicht zu schmerzhaft sein – insbesondere im Zentrum der Senke konnte ich einige Stellen finden die „ungefährlich“ aussahen. Was hätte ich für einen Thermometer gegeben um das zu überprüfen… Die Reiseagenturen werben damit, dass man den Krater in der Dämmerung/Nacht sehen sollte damit er seinen ganzen „Zauber“ entfaltet.

Es dämmert langsam. Das Tor zur Hölle im Schnee

Es dämmert langsam. Das Tor zur Hölle im Schnee

Und in der Tat erinnerte alles mehr und mehr an ein seltsam anmutendes Lagerfeuer je dunkler es wurde.

Infrarotaufnahme vom Derweze Krater

Infrarotaufnahme vom Derweze Krater

Laut der Geschichte die ich gehört habe hatten in den 70er-Jahren sowjetische Wissenschaftler die Gegend nach „richtigen“ Bodenschätzen abgesucht. Edelmetalle, Rohstoffe… Zeug eben das man verarbeiten konnte. Stattdessen ist man „nur“ auf viel Erdgas gestoßen. Erdgas galt, obwohl man durchaus etwas damit anfangen konnte eher als „Abfallprodukt“. Als es aus diesem Loch so massenweise ausgetreten ist hatte einer der Forscher die brillante Idee es doch einfach abzufackeln damit man weiterhin nach ordentlichen Dingen buddeln konnte. Nur hatte man wohl den Rohstoffreichtum Türkmenistans unterschätzt. Das ganze Methan

Noch eine Infrarotaufnahme, anderer Filter

Noch eine Infrarotaufnahme, anderer Filter

wollte einfach nicht zu brennen aufhören. Über 40 Jahre nicht. Doch dem Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedow will das nicht gefallen. Mit jeder Sekunde die hier buchstäblich in die Luft geheizt wird könnte man sich vermutlich ein kleines Dorf warm halten. Sprichwörtlich. Deshalb auch die Stationen, die hier in der Nähe gestanden haben. Dort wird versucht das strömende Brennmaterial vom Fluss abzuhalten – und in der Tat scheint man in gewissen Grenzen erfolgreich zu sein. Grenzen die man manchmal an den Rändern sehen kann.

Wenn man genau hinsieht kann man an den oberen Rändern des Kraters frühere Brandspuren sehen

Bei diesem Bild kann man noch ganz andere Dinge an den Rändern sehen (Tipp: Im rechten Bildbereich)

Darfs etwas mehr sein?

Darfs etwas mehr sein?

Eigentlich hätte ich mir ja mehr Feuer erwartet. Zugegeben, wie oft in seinem Leben sieht man einen gigantischen Krater voller Feuer? Nie? Einmal? _DSC8113Aber man darf sich trotzdem fragen wie es wohl wäre wenn da drinnen eine noch stärkere Feuersbrunst wüten würde? Dafür war ich wohl ein paar Jährchen zu spät. Hatte aber im Vergleich mit Nachfolgenden Generationen vermutlich noch Glück. Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit bis diesem von Menschen geschaffenen Wunder der Natur der Garaus gemacht wird. Ein paar hundert Meter hinter (oder vor?) dem „Locherl“ erhebt sich ein Hügel auf dem ein guter Beobachtungspunkt liegt: _HDR8087_DSC8099         Als ich mich auf den Weg dahin gemacht hatte setzte gerade die Nacht ein und vor meinen Augen begann ein einmaliges Schauspiel von Licht, Schatten, Schnee und Eis. Ich glaube nicht dass viele die Gelegenheit hatten diesen Ort zu einer Zeit zu sehen während der er unter einer Schneedecke lag.

Ein atemberaubendes Schauspiel für Fotografen...

Ein atemberaubendes Schauspiel für Fotografen…

IR

IR

Auf diesem Hügel angekommen hatte ich auch ein paar

Etwas länger belichtet

Etwas länger belichtet

Experimente mit Infrarotfiltern und Belichtung gemacht, doch paradoxerweise ist diese Stelle ob seiner pittoresken Natur schwerlich noch besser abzulichten. Am Ende ist dann zumindest noch ein lustiges Selfie herausgekommen:

Selfie :-P

Selfie 😛 – es schneit sogar noch

_DSC8200Interessanterweise gab es am Krater – das hatte ich zuvor noch gar nicht bemerkt einen Steg um weiter hineinzukommen. Ob des Faktums dass dieser jedoch nur sosolala gesichert war hielt sich meine Begeisterung darauf herumzusteigen in Grenzen. Notdürftig waren ein paar Holzpflöcke in den Sand geschlagen worden auf dem vermutlich Familien posieren sollten.

Warm ists schon...

Warm ists schon…

Nun ja, so verführerisch ein derartiges Foto auch wäre – ganz nach vorne wollte ich mich einfach nicht trauen. Wenn Ishan näher gewesen wäre und ein Seil dabei gehabt hätte… Womöglich. Aber ein unkalkulierbares Risiko „nur“ wegen eines (wenngleich grandiosem) Fotos? Muss nicht sein. Dennoch habe ich mich etwas hinausgewagt.

Selfieeee :D

Selfieeee :D

Inzwischen wurde Ishan etwas nervös, wir sollten zurückfahren und es machte ihn alles andere als glücklich wie ich an der brüchigen Kante herumgetanzt bin. Fast zwei Stunden hatte ich damit verbracht alle möglichen Fotos zu machen. Natürlich! Die Reise nach Türkmenistan war schweineteuer, da muss man alles herausholen was man kann! Aber wir sollten noch zu Abendessen, so musste ich nachgeben. Ein letztes Mal hatte ich die Kamera noch angesetzt und dabei ein eher mittelmäßiges Bild gemacht (Nicht hier ersichtlich). Dabei hatte ich die Einstellungen nicht auf normal gesetzt und bin zum Auto zurück. Dort sollte ich dann etwas sehen und mir ist ein etwas ungewöhnlicher Schnappschuss gelungen den ich der Welt nicht vorenthalten möchte (Erhellt durch das „natürliche“ Licht der Gasfackel hinter uns):

Wie... obszön. Hihi

Wie… obszön. Hihi

Am nächsten Tag sollte das Auto dann gut sauber gewischt werden...

Am nächsten Tag sollte das Auto dann gut sauber gewischt werden…

Die Fahrt ins Teehaus stand noch aus. Wie schon die Anfahrt war auch die Reise zurück ausgesprochen anstrengend und ob der eingesetzten Dunkelheit noch unbequemer. Trotzdem verlief alles gut und wir machten es uns am Boden vor den Tischen bequem. Erwartet hatte ich gewöhnliche Gerichte wie Lagmon (Nudeln) oder einfach zubereitetem Fleisch – jedoch bot sich hier eine Spezialität der Gegend: Kaninchen.

Kaninchen in Türkmenistan. Gegessen wird mit den Händen

Kaninchen in Türkmenistan. Gegessen wird mit den Händen

Der Besitzer des Teehauses war Jäger und hatte vermutlich nicht lange zuvor etwas geschossen. Der Geschmack war exzellent. Mir kommt es nicht so vor das Wildbret zu den typischen Gerichten der Region gehört. In Surxondaryo das in Usbekistan an der Grenze zu Türkmenistan und Afghanistan liegt hatten sich meine Gastgeber einmal aufgeregt dass man den Jägern zuerst teuer Waffenscheine verkauft hat. Um die Gewehre danach zu kriminalisieren, sie ihnen für Spottpreise abzukaufen und Jahre später wieder Jagdlizenzen auszugeben.

Die Bleibe von außen

Die Bleibe von außen

In Türkmenistan hingegen hatte ich mehrere Jäger kennengelernt die mir (nicht nur in kulinarischer Hinsicht) viel vom Land gezeigt hatten. Kurz vor 11 wurde ich ausgesprochen müde und froh bald schlafen gehen zu können. Nach der anstrengenden und langen Reise wohl kein allzu großes Wunder. Auch wenn ich diese Nacht nur eine dünne Matratze haben würde so sollte ich gewiss gut schlafen. Das Karnickel war groß – und sehr schmackhaft – gewesen und auch ob des vielen Herumgesteiges am Krater wollte ich nur ins „Bett“.

Sah leer aus, füllte sich aber bald.

Sah leer aus, füllte sich aber bald.

Doch nein… Es kamen wohl noch irgendwelche Türkmenen oder Iraner vorbei die beschlossen sehr laut zu essen und natürlich den Fernseher (Flachbildschirme gibt es übrigens auch in den entlegensten Teilen Zentralasiens) voll aufzudrehen. Meinen beiden Gefährten machte das weniger aus als mir. Generell ist mein Schlaf leicht – womöglich bin ich der ideale Nachtwächter? – doch das Einschlafen blieb

Foto kurz nachdem die letzten Gäste das Haus verlassen hatten

Foto kurz nachdem die letzten Gäste das Haus verlassen hatten

eine Qual bis unmöglich und gelang mir erst nachdem diese Subjekte von Dannen gezogen waren. In den Morgenstunden kühlte der Raum deutlich ab und ich musste meine Chopan, einen langen, schweren, aber sehr warmen Mantel zum Zudecken verwenden. Ob der Spätesser (oder Trinker?) fiel die Nacht nur kurz aus. Um 6 mussten wir auf da die Reise bis Aschgabad wirklich lang ist.

Es ist kalt

Es ist kalt

So oder ähnlich schaut es auch auf dem Mond aus

So oder ähnlich schaut es auch auf dem Mond aus

Der Morgen war ekelhaft. Zum Zähneputzen musste ich hinaus und der brennende Frost der Wüste drang sofort durch meine Kleidungsstücke. Dieses Gefühl hat man im Zentralasiatischen Winter oft. Vermutlich ist es egal, was man trägt, die Klauen des Winters scheiden einem immer ins Fleisch. Im Gegensatz zu Europa ist die Kälte trocken und für unsere Verhältnisse ungewohnt. Dazu kommt der starke Wind.

Autos in Türkmenistan müssen sauber sein

Autos in Türkmenistan müssen sauber sein

Das Frühstück bestand aus Omletten, Tee und Brot. Während ich meine Sachen packte sah sich Ishan sein Auto an. Bevor die Reise weiterging wollte er es zumindest halbwegs sauber bekommen. Das hat mehr als nur einen kosmetischen Aspekt: In Städten kann die Polizei Fahrer mit verdreckten Autos empfindlich abstrafen. Wenn ich mich richtig erinnere gab es zu Sowjetzeiten ein ähnliches Gesetz.

In der Nähe gibt es einen alten (ehem.) Russischen Militärflughafen

In der Nähe gibt es einen alten (ehem.) Russischen Militärflughafen

Ein letztes Mal warf ich einen Blick auf den Horizont – demselben dessen Höhen in der Nacht ein brennender Kranz geziert hatte. Doch sobald es heller wurde verblassten die Schimmer aus den Tiefen der Welt und was blieb war das fahle Grau der Wolken. Dies sollte uns noch über 500km bis in die Hauptstadt begleiten…

Ein letztes Bild vom Vorabend

Ein letztes Bild vom Vorabend. Man sieht hier auch recht gut von welcher Seite der Wind den Derweze-Krater erreicht

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Am Heißensee

Ich bin jetzt schon sehr weit weg von daheim. Auch wenn es zugegebenermaßen gar nicht so anders aussieht.

Nach langer Reise bin ich von Andijon (UZ) nach Osch gekommen um dort über Nacht mehr als 700km in die Hauptstadt zurückzulegen. Berge sind etwas höher als in unseren Breiten, dadurch waren die Pässe die zu es zu überwinden gab auch auf einer anderen Lage:

  • Ala-Bel-Pass: 3184m
  • Otmek-Pass: 3330m
  • Tör-Ashuu-Pass: 3586m

Dann lag auch Bischkek hinter mir und ich verbringe meine Tage jetzt mit Schreiben am „Heißen See“, dem Issyk Köl. Trotz seines Namens ist er relativ frisch (friert aber im Winter ob seiner Tiefe nicht zu).

Flächenmäßig ist er der zweitgrößte Gebirgssee der Welt (nach dem Titicacasee). Von der Wassermenge der Größte. Dies kommt ob seiner Wassertiefe von fast 700m(!) zustande.

Kirgistan Karte

Der große See im Nordosten ist der Issyk Köl

Wir sind hier zwar „nur“ auf etwa 1607m Seehöhe, dennoch sind die Temperaturen im Vergleich zu Bischkek (oder Taschkent!) relativ frisch. In der Nacht sind sie unter 10°C geklettert und jetzt am Tage selten über 20°C.

Dennoch ist die Luft klar und in der Nacht hat man eine wunderbare Sicht auf die schneebedeckten Berge gegenüber und die Sterne glitzern wie Diamanten vom Firmament:

Blick auf den Issyk Köl bei Nacht

Blick auf den Issyk Köl bei Nacht

Am Tage ist er genauso beeindruckend – ich habe noch nie in meinem Leben einen See dieser Größe gesehen.

Der "Heiße See" am Tage

Der „Heiße See“ am Tage

Es ist nicht ganz einfach eine Unterkunft hier zu bekommen. Die meisten Hotels liegen in Karakol, das etwas entfernt liegt. Mithilfe von CBT konnte ich allerdings eine nette „Homestay“-Bleibe finden:

Frühstück

Frühstück

Die Art hier zu übernachten erinnert mich etwas daran wie mein Opa vor fast einem halben Jahrhundert die ersten „Fremden“ bewirtet hat: Deutsche die vom Wirtschaftswunder profitiert haben und sich einen Urlaub im schönen Nachbarland leisten konnten.

Ich werde hier gut bekocht und zahle pro Nacht in etwa so viel wie mein Opa damals bekommen hat: „Genug um einmal mit der Familie essen zu gehen“. Was für mich ein recht guter Preis ist.

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Die Religion in Zentralasien hat generell etwas für Europäer verwirrendes. Die Menschen sind Muslime, es gibt überall Moscheen (insbesondere in Kirgistan und Türkmenistan), jedoch bleiben die eher unbesucht.

Während man den Ruf des Muezzin wirklich oft klingen hört scheinen sich die Menschen dafür wenig zu interessieren.

Moschee in Tamchy

Moschee in Tamchy

Was mir jedoch etwas abgeht ist die Freundlichkeit mit der ich in Usbekistan konfrontiert wurde. Kirgisen sind Ausländern gegenüber Abweisender als ihre westlichen Nachbarn.

Kinder am Issyk Köl

Kinder am Issyk Köl

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Navroz in Xiva

For several years now I have the wish to celebrate Navruz in the Region of Chorezm.

You never know how life will be and somehow one thing lead to another, me ending up in the city of Xiva. Ancient empire of Chorezm, nowadays Uzbekistan close to Türkmenistan.

During Soviet times these areas were apparently difficult to reach for westerners, now years after the independence of the new Central Asian states it’s getting easier.

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What impressed me the most until now is the extraordinary hospitality people share in these regions. Even here in Xiva – one of the cities with the most tourists you’ll be invited by strangers on the street often.

And as impressive it was how friendly foreigners are tread.

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Today several schools set up benches with food and invited me staying with them, talking in German and English.

They were proud of having a foreigner with them. We took pictures and they kept feeding me all variants of Uzbek specialities.

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Uzbeks are proud of their culture which includes food and inviting foreigners.

Traditions which I often miss in Austria…

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Suis-je Charlie?

For the past days I kept on thinking what I should do. The happenings at  grieved me harder than I thought.
Someone like me, who believes in the freedom of the speech, the freedom of the mind and the ability of the human being to discuss everything – can’t just sit there and do nothing.

I don’t consider myself as a good drawer – yet some people say I might have a bit of a talent. So why not try? Here’s a caricature. My condolence to the families of the victims. We have to keep the memory of Cabu Charb, Tignous and Wolinski. To me they deserve our deepest respect.

Also I should maybe mention I live in a Muslim Country at the moment.IchBinCharlie

Traktat zur künftigen Entwicklung der Stadt Lienz

Traktat
zur künftigen Entwicklung der Stadt Lienz

Mario J. Schwaiger

Der Wegweiser der Geschichte deutet auf ein neues Zeitalter das
auf uns und die Welt zukommt. Noch nie waren die Zeiten so
schnelllebig, Information so verfügbar, Werte so wandelnd und
Möglichkeiten so groß.

Bisher haben wir stets auf bewährtes gesetzt. Sei es aufgrund
mangelnden Wissens von uns oder der Anderen. Das Internet hat seinen
Beitrag geleistet Regionen vergleichbarer zu machen und in stärkere
Konkurrenz zueinander zu positionieren. Bisher zeigt sich Lienz von
seiner bekannten Seite und wir können uns erfolgreich schätzen,
doch sollte dieser Erfolg niemals in Stillstand enden.

Mit „Vordenken für [Ost]Tirol“
hat sich eine starke Initiative gebildet, die dem entgegenwirkt. Doch
liegt es viel mehr denn je an jedem Einzelnen einen Beitrag zu
leisten und gemeinsam in in die Zukunft zu streben.

In den vergangenen Jahren und Monaten
habe ich die Welt bereist und mir Gedanken gemacht zu dem, was ich
gesehen habe. Gedanken, warum Konzepte funktionieren, was die
Besucher davon halten und wie man es auf meine geliebte Heimat
umlegen kann.

Auf den kommenden Seiten bringe ich
diese Funken zu Papier, aufdass auch ich einen leuchteten Beitrag
leiste.

1.
Stadtbotschafter

Wie im Rahmen der „Vordenken für
[Ost]Tirol“-Reihe im äußerst inspirierenden Vortag von Frau Prof.
Dr. Bachinger erklärt bilden in Ingolstadt jugendliche „Botschafter“
eine interessante Art und Weise die Stadt bekannter zu machen.

Idee:

Lienz ist faktisch eine
„Auswanderungsstadt“. Durch die Jugendlichen ergäbe sich eine
optimale Möglichkeit den Nachteil als Vorteil zu gestalten. In Graz
beispielsweise bilden Studenten und Arbeitende eine eigene „Kolonie“.

Wenn jeder potentielle Abgänger der
Stadt (Sprich: Maturant) den Titel eines Stadtbotschafters erhielte
potenziert dies den Werbeeffekt. Es geht hierbei weniger um
hochqualitative Werbung sondern primär um Quantität und
Mundpropaganda.

Die Idee deckt zwei Flanken ab:

  1. Auswanderungsfreudige Jugendliche
    binden sich stärker an die Stadt

  2. Mundpropaganda erreicht neue
    Spähren

Konzept:

Am Anfang würde die Idee faktisch
von Ingolstad abgeschaut. Ein Mitarbeiter des Stadtmarketings (oder
sogar die Bürgermeisterin selbst?) geht mit den Maturanten auf ein
Getränk und erklärt dabei die Aufgaben und verteilt Werbematerial
das für Freunde und Bekannte als kleines Präsent dient.

Hierbei ist es essenziell Lienz mit
einem Gedanken zu verknüpfen.

Ingolstadt hatte sich als Stadt der
Wirtschaft und Zukunft positioniert. So wurden bsp. USB-Sticks mit
dem Spruch „Schlüssel zum Erfolg“ verteilt.

Was zählt ist hier die
freundschaftliche Distribution von Massengütern guter Qualität.

Wie dieser Weg weiterhin verfolgt wird,
zeigt die Zukunft. Ich erachte es als einen interessanten Aspekt auch
weiterhin mit den Botschaftern in Verbindung zu bleiben, damit sie
ihre Erfahrungen teilen. Da Onlineformulare langweilig sind wäre
vielleicht eine Einladung in den Semester- und/oder Sommerferien auf
ein gemütliches Beisammensein bei Getränken ein Vorschlag.
Mitarbeiter der Gemeinde könnten dann hierbei die Erfahrungen
auswerten sodass sich mehr und mehr ein eigener „Lienzer Weg“
abzeichnet.

Zukunft/Parallel/Gedanken:

Viele meiner Freunde, die ich während
des Studiums kennengelernt habe sind wie ich begeisterte Alpinisten.
Doch obwohl Osttirol von allen Bezirken Österreichs die höchste
3000er-Dichte aufweist ist sind wir ob der Distanz eher unattraktiv.
Lieber fährt man früh morgens in die Nachbargemeinde und besteigt
dort etwas, als durch halb Österreich zu fahren.

Das ist vermutlich weniger eine Frage
der Erreichbarkeit als der Kosten. Ein beliebtes Konzept zur
Kundenbindung und Erhöhung der Attraktivität sind begrenzte
Gutscheine, die mittlerweile von vielen Anbietern beworben werden1
2

Freunde unserer Freunde sind auch
unsere Freunde!
Warum sollte jemand, der mit seinen Lienzer
Freunden in die Stadt kommt keine Vergünstigung bekommen?
Bspw.
auf Einkäufe, Nächtigungen oder Transport.

Als Freund von Stadtbotschaftern solche
Gutscheine zu erhalten erzeugt Lienz gegenüber zusätzlich ncoh ein
positives Gefühl. Ein begrenzt gültiger Gutschein noch einen
leichten Druck.

2.
Italien beginnt am Südtirolerplatz


Lienz verhält sich etwas kurzsichtig, wenn wir uns zu sehr auf
die Innenstadt beschränken. Zumal „Innenstadt“ ein sehr vager
Begriff ist. Hätten wir uns vor Jahrzenten gedacht, dass man
jenseits des Johannesplatzes einen der schönsten Stadtteile
gestaltet? Heute zählt die Rosengasse und deren Erweiterung in die
Messingasse zweifellos zum begehrtesten Stadtteil von Lienz.


Dass die Stadt noch weitere Potentiale hat ist unbestritten. Wie
wir mit diesen Chancen umgehen ist verwerflich.

Die
Problemzonen der Frau Lienz

Lienz zählt zu den reizvollsten Städten Europas. Wenn man
allerdings ein paar Schritte aus dem Tourismusgebiet (alles außer
Hauptplatz und dessen Verlängerung) marschiert könnte man denken,
dass die Berlusconi’sche Misswirtschaft bis hierher reicht.

Eine Stadtbegehung und ggf. eine Neuevaluierung ist vonnöten wenn
wir unser Stadtbild behalten möchten. (Wir können auch den
Ostblock-Weg gehen: Atemberaubende Innenstadt und wenn man in die
falsche Gasse abbiegt kommt man in die 3. Welt)

Ein nicht beachtetes Potential kann unentwickelt zu einem realen
Problem werden während es -sofern man ihm die nötige Beachtung
schenkt- die Wirtschaftsleistung der Stadt multipliziert. Man
bedenke, dass es sobald Händler einen weiteren Anzeiz haben sich
hier niederzulassen eine neue Einkaufsmeile entsteht.

1.1.
Jenseits der Judengasse

Obwohl mit dem City-Center endgültig die Modernisierung in Lienz
eingezogen ist (jetzt haben wir eine Rolltreppe) ist das Verlassen
desselben keine wirkliche Augenweide.

Die Mühlgasse ist Verkehrstechnisch eine ein Grauen. Obwohl es
sich abzeichnet, dass in diesem Areal durchaus Potential besteht (La
Ola, Küchenstudio Ortner, ProBike um nur einige zu nennen) schießen
wir uns „in eigenen Hax“, indem wir insbesondere die Mühlgasse
schändlich ignorieren.

Glücklicherweise wurde inzwischen der Abschnitt ab dem Ende der
Judengasse verbreitert, sodass die Lage verkehrsberuhigt wurde.

De facto könnte aber genau dieses vernachlässigte
Entwicklungsgebiet genau dadurch begehrenswert werden, WEIL es direkt
an den Parkplätzen gelegen ist.

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1.2. Konzept: Aus dem Jenseits ein Paradies machen

Die Judengasse gibt im ersten Moment kaum einen Anreiz
durchzugehen. Aber vielleicht ist es genau diese etwas dunkle, enge
Atmosphäre aus der man eine gewisse Gemütlichkeit herausholen kann.

Im Gegensatz zu den meisten umliegenden Straßen ist die
Pflasterung der Judengasse von ausgezeichneter Qualität.
Infrastruktur ist mit der „Partymeile“ der Zwergengasse gleich
nebenan gegeben. Sie selbst erinnert mich etwas an das Gemälde
„Terrasse du café le soir“ von Vincent Van Gogh.
Obwohl man gleichwohl kein Café
Terrace
hineinquetschen kann ist die Judengasse relativ ruhig.
Mit dem Frisör
Papillota
steht einmal ein Ankerpunkt ab dem man die Entwicklung vorantreiben
kann.


2.1. Innenstadt für Navigatoren

Die Beda-Weber-Gasse vereinigt mehr
Elemente der Stadt Lienz als jede andere vergleichbare Straße.
Einzig Parkplatzmangel, zu enge Passagen und mangelnde Motivation
etwas dagegen zu tun verhindern eine weitere Einkaufsstraße.

Somit wird die Beda-Weber-Gasse zu
einer Verkehrsdurchzugsstraße bei gleichzeitigem Vorhandensein von
Händlern, Fußgängeranbindungen (Iselkai), Kulturgut
(Michaelskirche), gesellschaftlichen Einrichtungen (Volkshaus, AK,
Wohn- und Pflegeheim) und Verkehrsdrehscheibe des nördlichen Teils
der Stadt (Moarfeld, Patriasdorf, sowie der Gemeinden
Oberlienz/Oberdrum).

Durch den eklatanten Platzmangel im
unteren Teil (ehemals E.P. Moser) und auch der gefährlichen
Anbindung beim Gymnasium müssen wir damit rechnen, diese Teile
früher oder später aufgeben zu müssen, da sie uns wegsterben!


2.2. Konzept: Die Arkaden des Theologen

Wie schon beim ehem. E.P. Moser
dazugebaut und beim der Michaelskirche vorgelagerten Wohnaus
vorhanden vereinigen Arkaden alle architektonischen Maßnahmen die
nötig wären, um die Engpässe in der Beda-Weber-Gasse zu
eliminieren. Vom Stadtbild her sind diese einfach zu integrieren da
Lienz ohnehin ein leicht südliches Flair innehält.

Dadurch würde auch die Luftqualität
signifikant ansteigen da das teilweise lange Stehen mit
eingeschaltetem Motor wegfällt.

In jedem Fall muss etwas passieren da
sich bereits jetzt mehr und mehr abzeichnet, dass die Geschäfte dort
fast immer unrentabel sind. Dass sich dieses Problem durchaus noch
ausweiten kann zeigt die Josef-Gasser-Straße. Kann es sein, dass
sobald ein Tourist die Spittalsbrücke quert vor einer Toten Zone
steht? Obgleich mit der Stadtpfarrkirche, der Michaelskirche und dem
Iselkai gleich mehrere Sehenswürdigkeiten über diesen Weg zu
erreichen sind?

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3.1. Tote unter den Lebenden

Verkehrstechnisch gesehen ist die
Tiroler Straße/B100 die „lebendigste“ Straße unserer Stadt. Mit
der Aufwertung der Rosengasse hat auch die Messingasse drastisch an
Qualität zugenommen.

Was dazwischen bleibt ist die
Mühlgasse. Sie scheint eher als ein ungeliebtes Kind, als eine
dynamische Verbindung. Ein Marsch durch die Kreuzgasse ist faktisch
eine Gefahr, da sie aprupt endet. Mit ihr auch der Gehsteig, sodass
Fußgänger auf die Straße gezwungen sind.

Dieses Areal als baulichen Schandfleck
zu bezeichnen trifft es auf den Punkt. Ein schiefer Zaun der den
Asphalt mitreißt und obwohl hier ständig Baustellen sind, scheint
nie etwas Neues gebaut zu werden.

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3.2. Konzept: Eine neue Seele?

Irgendetwas muss hier zweifelsohne
getan werden. Einerseits, da durchgehende Einkaufsmöglichkeiten von
Messingasse bis Tirolerstraße die Stadt deutlich aufwerten würden,
andererseits um diesem toten Punkt Einhalt zu gebieten.

Andere Städte reden drüber, wir
könnten hier ohne viel Aufwand tatsächlich eine „Begegnungszone“
3
initiieren. Es müsste lediglich das Bild der Straße selbst
aufgewertet werden (soll ja auch herzeigbar sein) und schon hätte
Lienz ein Prestigeprojekt mehr.

De Facto handelt es sich schon um eine
Begegnungszone, da alle Verkehrsteilnehmer aufeinanderprallen. Wenn
wir es schon nicht ändern können oder wollen, so sollten wir es
wenigstens unter Kontrolle bringen?

Als Aufwand ein paar kleinere bauliche
Maßnahmen, als Gewinn hätten wir die vermutlich erste
funktionierende Begegnungszone der Republik.

3. Herzmassage(n) für den Hauptplatz

Ich komme irgendwann im Spätherbst am Montag gegen 20:00 auf
den Hauptplatz und möchte im Zentrum Lienz‘ mit einem Freund etwas
trinken. Ist das möglich? Nein.

Es stellt sich jetzt die Frage: Sperren die Cafés so früh zu,
weil keiner kommt oder kommt keiner, weil die Cafés so früh
zusperren?

Problemstellung:

Das Problem ist komplexer Natur, weswegen es nicht nur einen
Königsweg gibt. Am Anfang steht die Frage, warum es nicht möglich
ist, in der Zwischensaison zu genießen was nicht nur Touristen
vorbehalten sein sollte.

Ich halte es nicht für sinnvoll die Lokale zu einem Öffnen zu
„nötigen“. Es scheint mir erstrebenswerter einen Zug zum fahren
zu bringen auf den sie dann, wenn sie nach Gewinn streben schon
aufspringen sollen.

Idee 1: Bei Fremden zu Gast

In Österreich wird derzeit eine Asyl- und Integrationsdebatte
geführt die mit Argumenten der Angst arbeitet. Da wir in Lienz
Asylwerber aufgenommen haben stellt sich die Frage, ob man dies nicht
zum Anlass nehmen sollte eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Veranstaltungen,
Vorträge und Projekte

wie „
Fremde
Länder stellen sich vor“ oder
DIE
GANZE WELT TRIFFT SICH IN OSTTIROL“
4
haben ein großes Interesse bei den Lienzern ausgelöst und man
sollte sich ernsthaft fragen, wie man das stärker nutzen könnte.

Konzept
1.1: Das Zentrum als Zentrum

Der
Christkindlmarkt zeigt jedes Jahr, dass „
Schindel
und Holz

hervorragende Hütten am Hauptplatz aufstellen kann. Wir sehen
andererseits auch in Wien, dass der Platz vor dem Rathaus praktisch
das ganze Jahr Besucher anlockt.

Während
den „Lienzer Ethno Wochen“ oder „Schlipfkrapfen mit Curry“5
könnten Osttiroler, die aus über 50 Nationen dieser Welt6
hierher gekommen sind ihr Können zeigen. Sei dies durch Schmankerln,
Kunst oder Musik.

Wichtig
ist dabei, dass wir dies in die Zwischensaison einbauen um die Stadt
mehr zu beleben.

Idee
2: Das kann man sogar in Jugoslawien

Auf
meinen Reisen am Balkan habe ich festgestellt, dass selbst Orte wie
beispielsweise Tutin (Sandžak, Serbien) oder Cetinje (Montenegro) an
Wochentagen über belebtere Hauptplätze verfügen als wir in Lienz.

Obwohl
die Menschen dort meist eher über die schlechte Wirtschaftslage
jammern, als sich aktiv an etwas zu beteiligen, machen die Cafés und
Stände an den Plätzen dort gute Umsätze.

Pessimistisch
könnte man eine zynische Bemerkung machen. Optimistisch könnte man
sich eher fragen, ob man aus perspektivlosen Menschen nicht
Konsumenten machen kann.


Konzept 2.1:
Arbeitslose auf die Straße

Der Termin
beim AMS wird meist als mühsam empfunden. Die Stimmung ist gedrückt.
Es handelt sich um einen Behördengang, man muss sich rechtferigen.

Als ich
nach meiner Rückkehr aus Vietnam auf der Suche nach einem passenden
Job eine Zeitlang Arbeitssuchend war habe ich es als angenehm
empfunden, hin und wieder Zeit mit einer Freundin zu verbringen die
ebenso in entsprechende Zustände gekommen ist.

Ob es
zielführend ist oder nicht kann ich nicht beurteilen, ungezwungene
Treffen mit gleichgesinnten in entspannter Atmosphäre haben
vermutlich noch kaum jemandem geschadet. Ggf. kann man noch einen
lockeren Trainer dazusetzen und ein paar Gutscheine für
Getränkevergünstigungen ausgeben…

Konzept
2.2: Künstler auch auf die Straße

Auf ein
vergleichbares Konzept wird noch verstärkt in „
3.
Die grüne Meile

Bezug genommen. Das Lienz gar nicht so wenige Künstler im
bildnerischen und musikalischen Bereich hat ist nur naheliegend, sich
die Frage zu stellen, wie man das verstärkt zum Einsatz bringt.

Wir
bewegen uns mit großartigen Veranstaltungen wie dem „Eastrock
Festival“, dem „Rockbeat“ oder Vergleichbaren durchaus in die
richtige Richtung. Fragen wir uns aber auch, wie und ob sich das auf
das Stadtzentrum ausbauen lässt.

Wenn
Platzkonzerte derartigen Andrang finden, warum dann nicht auch
jugendlichere Musik? (Es muss ja nicht Metal sein). Die Osttiroler
Künstlerszene ist groß genug. Mit „Drumatic“ existiert auch
eine regionale Band mit Weltruhm.

Hans
Salcher, Oswald Kollreider, Heinz Waschgler und Hannes Neuhold sind
nur einige der Namen die in der Tradition der Osttiroler Kunst
stehen, die Persönlichkeiten wie Albin Egger, Franz von Defregger
oder Hugo Engl.

Ebenso in
der Nebensaison wären vielleicht „Lienzer Kunstabende“ am
Hauptplatz eine Möglichkeit, nicht nur die Bekanntheit der lokalen
Künstler zu fördern, sondern auch Menschen aktiv in das Geschehen
miteinzubeziehen.

Die
Sommerakademie
leistet hier schon einen gewaltigen Beitrag. In diesem Kontext ließen
sich sicherlich Aussteller finden, die bis Herbst oder Frühling
einige Werke schaffen können. Kombinierbar sind diese künstlerischen
Schmankerln ggf. auch mit Kulinarischen.

4.
Und die Sterne…

In
Osttirol existieren mit Dr. Harald Schöpf
7
und der gleich in der Nähe gelegenen Emberger-Alm
8
zwei Keimzellen für eine der interessantesten Wissenschaften: Der
Astronomie.

Während
in Deutschland die Gemeinde Rhön mit einem Sternenpark
9
wirbt könnten wir uns auch Zukunftsträchtig geben und der Plage der
„Lichtverschmutzung“ Einhalt gebieten, indem künftig nur noch
Straßenlaternen installiert werden, die den Blick auf das Firmament
frei halten.

In jedem
Fall ist die „Sternenstadt Lienz“ in Zeiten wachsender
Fokussierungen auf das Thema für einige Zeitungen sicherlich eine
Schlagzeile Wert


5. Die grüne Meile

Am
Anfang stand die Frage, wie man Lienz noch angenehmer gestalten kann.
Doch während Architektur (Man schaue sich den Südtirolerplatz an)
sich nicht überall integrieren kann, bleiben Grünanlagen zeitlos
schön.

Iselkai
Süderweiterung

Trotz
seiner verhältnismäßig geringen Größe kann man den Iselkai schon
fast als „Naherholungsgebiet“ bezeichnen. Ein ausgedehnter
Spaziergang an seiner Erweiterung, dem „Poetensteig“ lässt auch
gerne die Alltagssorgen vergessen. Die Kräuterwanderungen10,
die man dort mittlerweile tätigen kann zeugen von der Qualität auf
dieser Seite der Pfarrbrücke.

Ab der
Spitalsbrücke zeigt sich für den Naturverbundenen Lienzer jedoch
nur noch Tristesse. Das Grand-Hotel das sich inzwischen auch bei
Einheimischen großer Beliebtheit erfreut wird leider viel mehr als
Ende des Iselkais gesehen und weniger als Potentieller Beginn einer
weiteren Grünanlage.

Das Gebiet
zw. Ignaz-Mitterer-Straße und dem Brunnenweg ist zwar verbaut, doch
könnte das Areal jenseits der Grafenbachstraße stärker genutzt
werden und vielleicht einen weiteren Stadtpark bieten, wie es einst
der Wiener Prater gemacht hat, als die Metropole noch nicht derart
angewachsen war.

Dass es
ein Bedürfnis nach der Ruhe der Natur gibt zeigen die Popularität
des Drauparks und moderne Grüne Bewegungen, die im folgenden
Paragraphen erörtert werden.

Garten
Lienz

Weltweit
erfreut sich die „Urbarn Gardening“-Bewegung
11
großer Beliebtheit. Das Prinzip ist denkbar einfach: Innerhalb der
Stadt gibt es gemeinschaftlich genutzte Gartenflächen, bei denen
jeder geben und nehmen darf.

Insbesondere
in Städten wie Berlin ist der „
Prinzessinengarten
faktisch zu einer Ikone geworden, wie sich Umweltbewusstsein,
Zusammenarbeit und grüne Urbanität treffen können. Das Projekt
wird oft und gerne zitiert, wenn es darum geht, für die Gesellschaft
Nutzen bringende Ideen aufzugreifen
12.

Lienz
macht sich einen Namen, indem es Urbanen Gartenbau zur Stadträson
erklärt. Damit wären wir eine der ersten Städte Europas, die diese
Faszination offiziell ausübt.

Ohnehin
wird ständig davon berichtet, wie man die Stadt am Besten
verkehrsentlasten kann und wir sind in der glücklichen Situation,
dass die Innenstadt tatsächlich mehr zur Fußgängerzonenbildung
herangezogen werden kann. Ein Paradebeispiel ist die Rosengasse, die
Lienz ein nostalgisch-modernes Flair verleiht.

Als
nächstes wäre die Schweizergasse an der Reihe, die zwar durch Läden
auf-, jedoch optisch und durch den Hitzestau im Sommer wieder
abgewertet wird. Ein Umbau der Schweizergasse zu einer Urbanen
Gartenstraße gäbe Lienz einen weiteren Grünen Touch (und würde in
den Medien von den Verkehrsproblemen ablenken).

Zu
beachten sei hierbei, dass der Parkplatzausbau stärker anvisiert
werden müsse.


6. Miteinander statt gegeneinander

Bereits
im Rahmen der im Rahmen der „Vordenken für [Ost]Tirol“-Reihe
erörtert stellt sich Lienz die Frage: Wofür steht Lienz
eigentlich?
13

Von
„Dolomitenstadt“ über „Sonnenstadt“ ist Lienz in gewisser
Hinsicht bekannt. Osttirol als „Bergtirol“ – aber sind Berge und
Sonne das Einzige was wir zu bieten haben?

Gewiss
werden die Themen, die ich hier anspreche nicht auf diesen zwei
Seiten gelöst werden. Früher oder später werden wir uns allerdings
damit befassen müssen.

Status
Quo

Im
Moment stehen wir im Bezirk vor ähnlichen Problemen wie große Teile
„Restösterreichs“. Wir sind landwirtschaftlich durch
Subsidiärbauern geprägt, haben uns im 20. Jahrhundert durch
Tourismus und Technologiezuzug gewandelt, aber unser Erbe nie
vollkommen aufgegeben. So leben in Osttirol noch viele
Nebenerwerbsbauern, die jedoch eher gegeneinander agieren und somit
die maximale Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist.

Ein
Positivbeispiel wäre andererseits das „
Kräuterdorf
Irschen

oder die (vielleicht etwas weiter weg gelegene) Zusammenarbeit der
Bauern im steirischen Vulkanland
14.

Wofür
Osttirol bekannt ist, fragt sich immer noch. Sollten wir uns als
„Hollerland Osttirol“ präsentieren, von liberalen Strömungen
profitieren und „Osttiroler Hanf“ anbauen mit einem Fantasiewort
wie „Brantweinerie Osttirol“ werben steht in den Sternen.
Vielleicht ist auch „Trial and Error“ einen Versuch wert.

Aber
alle Länder haben dieses Problem..

In der
Schule beginnen wir praktisch in Konkurrenz zu den anderen
Mitschülern zu leben. Tests sind alleine zu absolvieren. Hausübung
wird nicht gemeinsam geschrieben und bei einem Gruppenprojekt
arbeitet maximal einer. Die coolen Kids sitzen währenddessen am Klo
und rauchen.

Über die
Auslöser sollen sich Andere Gedanken machen, das Problem ist aber
schnell erkannt: In der Landwirtschaft wird eher versucht andere
auszustechen als zu kooperieren. Doch die reine landwirtschaftliche
von Bergbauern Produktion ist längst nicht mehr so lukrativ wie vor
Jahren.

Wie
stellen wir es an, künftig unsere Agrarier gemeinsam an einem
Spitzenprodukt arbeiten, anstatt in einer nicht sehr fruchtbaren
Konkurrenz miteinander zu stehen?

Direkt ist
die Frage nicht beantwortbar. Ein unbarmherziger Kapitalismus wird
trotz Förderungen Seitens der EU seinen Preis fordern. Außer, wir
sind in der Lage die Wirtschaftsordnung für uns zu arbeiten zu
lassen.

Nach
Darwin gilt das Prinzip „Überleben des Anpassungsfähigsten“
15
– die wissenschaftlichen Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen
bei gleichzeitigem Vorhandensein von großen Ackerflächen auf den
Berghängen durch abgewanderte Bauern lässt sich ggf. ein Prinzip
auf Österreich umlegen, das ich einst gesehen habe, als ich als
Knecht auf einem Bauernhof in der israelischen Negev-Wüste gesehen
habe.


Bauernuniversität

Osttirol
hat vorläufig keine tertiäre Bildungseinrichtung (was man auch für
die Abwanderung verantwortlich machen kann). In Israel haben die
Wüsten als Ackerflächen durch die Ben-Gurion Universität des Negev
wieder an Attraktivität gewonnen.

Die
Studiengänge umfassen u.A. „Nachhaltige Entwicklung“,
„Wüstenstudien“, „Hydrologie und Wasserqualität“ und es
gibt auch Kurse in Pflanzenheilkunde.
16

Ein
Abschnitt auf Wikipedia lässt mich an Osttirol denken
17:

Die
Universität stand, wie keine andere in Israel, vor großen
Schwierigkeiten, vor allem wegen der relativen Abgeschiedenheit vom
Landeszentrum.

Doch es
hat seine Gründe, warum mir von allen Universitäten, die ich
gesehen habe vor Allem diese im Gedächtnis geblieben ist:

Trotzdem
erfuhr die Universität eine stetige Entwicklung, und ihre
Beliebtheit unter den israelischen Studenten war groß. Den größten
bis heute andauernden Entwicklungsschub erfährt die Universität
seit Beginn der 1990er Jahre. Zu Beginn der 1990er Jahre waren etwa
6000 Studenten eingeschrieben, 2005 betrug die Studentenzahl bereits
17.500.

Wäre ein
vergleichbares Modell für Osttirol möglich?

Eine
„Dolomiten-Universität“, die sich auf Studiengänge im Bereich
der Bergbauernlandwirtschaft beschränkt? Ggf. mit weiteren
Studienzweigen als Zusatz zur inzwischen renommierten HTL für
Mechatronik?

Vermutlich
wären Partnerprogramme mit der BOKU in Wien und der erwähnten
Ben-Gurion-Universität denkbar und naheliegend.

Auf einem
der Bauernhöfe, auf denen ich damals gelebt und gearbeitet habe
18
wurden in Zusammenarbeit mit der Universität alte Sorten
experimentell gezüchtet und deren Wachstum im hochariden Klima vom
Bauern protokolliert.

Dafür,
dass er sich um diese Pflanzen gekümmter hat, wurde ihm eine
Aufwandsentschädigung zuteil. Ein ähnliches Modell ließe sich auch
auf Osttirol ablegen.

Wenn man
bedenkt, dass neue Wohnkonstruktionen unter Studenten immer beliebter
werden
19
so könnte es auch ein Gag sein, Studenten hier auf einem Bauernhof
(gemeinsam) leben zu lassen. Einerseits würde so dem Bauernsterben
entgegenwirkt, andererseits würde man die Region unter Jugendlichen
attraktiver gestalten und das Studium bewerben.

2Vgl
„Die Psychologie des Überzeugens“ von Robert B. Cialdini

4http://www.weltbuero.at/services.htm
aufgerufen am 14. Mai 2014

5Beides
Ideen vom Verfasser

6http://www.weltbuero.at/index.htm
aufgerufen am 14. Mai 2014

13Frage
von mir an Dr. Richard Piock am 4. Juni 2013:
https://www.youtube.com/watch?v=heBfO4e4dxo

14Worauf
ich hier anspiele bezieht sich auf die eigenen Erfahrungen ebendort.
Ein Hof ist meist auf ein Produkt spezialisiert. Gäste, die Urlaub
am Bauernhof machen wird eine breite Palette an lokalen Schmankerln
geboten

15Korrekte
Übersetzung von „Survival of the Fittest“

Lienz/Entwicklung/Zukunft Mario
J. Schwaiger Seite 10/10

 

Nachtkautschuk

Es sollte nicht mehr lange dauern, bis die Sonne den Horizont erreichte. Das Licht ließ nach und ich fürchtete, die ganze Reise wäre umsonst gewesen. Auf keiner Straßenseite konnte ich auch nur das geringste waldähnliche Objekt ausfindig machen.

„Noch eine halbe Stunde“, „nein, noch ein bisschen mehr, ich kann jetzt nicht aufgeben“ blitzte mir durch den Kopf. Vermutlich war ich Hô-Chi-Minh-Stadt schon näher als Mui Ne!
Wenn die Sonne weg ist ist hätte es keinen Sinn mehr. Die Fotografie heißt nicht so, weil man sie im Dunkeln betreibt!

Und auf einmal war diese Häuserreihe neben der Straße. Dahinter Wald. Nicht irgendein Wald. Das waren Gummibäume.

Zufälligerweise stand im Garten eines der Häuser eine Frau die gerade mit ihren Kindern sprach. Mit Hilfe meines Wörterbuchs konnte ich sie wohl in „Vietninglish“ fragen, wie man zum Garten hinter ihrem Grund käme. Sie deutete auf die Straße und dann nach links. „Cảm ơn“ brachte ich dankend hervor und ratterte weiter, bog ab und war am Ziel angekommen.
Vor Jahren ward dieser Wunsch geboren und jetzt erfüllte ich ihn mir endlich. Kautschukfelder.

Ich war wieder ein Kind. Wann ich das letzte Mal so gestaunt habe wusste ich nicht, es muss aber schon fast ein Jahrzehnt her sein. Zuerst fühlte ich die Rinde der Bäume, dann die Blätter, versuchte den Geruch festzuhalten und wollte ihre Besonderheit verstehen. Umso verwunderter war ich, dass sie sich kaum von regulären Bäumen unterschieden. Die Blätter fühlten sich genauso an wie die anderer Bäume in vergleichbaren Regionen. Die Rinde entsprach auch der Bäume daheim.

nahaufnam__DSC0008_miniDoch der Kautschuk war einzigartig. Noch nie hatte ich etwas derartiges gefühlt. Er war kein Harz, wie es die mir bekannten Bäume hatten.

In meiner Kindheit wollte ich immer wissen, ob man das weiße Zeug trinken könne und probierte jetzt. Es erinnerte an leicht aromatisierte, alte Gummibänder deren abartiger Geschmack sich sofort überall im Mund ausbreitete und ein wenig schäumte. Noch nie waren „Widerlich“ und „Großartig“ so nahe beieinander.
Man kann es vermutlich nicht oral konsumieren.

Die Geschichte im Detail habe ich später ausführlicher niedergeschrieben und auch noch einige andere Bemerkungen festgestellt:
Englisch http://www.landmark5.com/2013/03/23/origin/ und Deutsch: http://www.landmark5.com/2013/03/23/herkunft/

Langsam aber stetig kühlte die Luft ab und ich begann zu sinnieren, ob es nicht intelligenter wäre, langsam zurück zu fahren. Auf der Anfahrt hatte ich bewusst darauf geachtet, immer in Richtung T.P. Hô Chi Minh zu fahren und nie Abzweigungen zu nehmen. Es hatte einige Fotostops, einen Schaden und einen Klosterbesuch gegeben. Wenn ich richtig gerechnet hatte, dann sollte die Rückreise rascher vonstatten gehen als die Hinreise.

Obwohl man mit schwachen Maschinen eher sorgfältig umgehen sollte, holte ich das Maximum aus meiner heraus. (War ja nur geliehen). Blöderweise ließ die Lenkung einmal schnell nach und als ich abgestiegen bin konnte ich auch sehen, warum. Der Vorderreifen hatte keine Luft mehr.

_DSC0090_miniVietnam unterscheidet sich vom Ballungszentrumorientierten Alpenland auch dadurch, dass fast alles irgendwie bewohnt ist. Lange musste ich nicht suchen, bis ich eine Werkstätte hatte. Nur hatten die nicht, was ich brauchte, aber ein paar Jugendliche halfen mir, mein Vehikel weiterzuschieben.

Der nächste Mechaniker versicherte mir, er würde gleich fertig sein. Hier hatte der Nachbar intelligenterweise ein Restaurant gebaut. Vielleicht ist die Idee adaptierbar: Sie essen während wir arbeiten? Ganz fertig war er noch nicht als ich satt war, aber immerhin konnte ich einen Tee trinken.

_DSC0086_mini

_DSC0083_miniAuf die Idee, eine Jacke mitzunehmen bin ich nicht gekommen. Dass ich so lange fahren würde hatte ich nicht kommen sehen. In dieser Äquatornähe brach die Finsternis abrupter herein als in Österreich und nach nur wenigen Minuten war es schlagartig Nacht.
Nachdem ich die Rechnung bezahlt hatte, raste ich in die Nacht hinein. Sicherheitshalber wollte ich mich nach dem Weg erkundigen, doch ein paar ältere Herrn, die neben der Straße standen konnten mit „Mui Ne“ nichts anfangen.

Jetzt war ich froh, im Bus jemanden kennengelernt zu haben, der aus der großen Nachbarstadt Phan Thiet war. Die kannten sie. Und ich war am richtigen Weg…

Xuân Lộc Road Movie

Die meisten Touristen ließen sich in Mui Ne nur die Sonne auf den Bauch scheinen oder besuchten touristische Ziele der Gegend. Ich hatte auf der Fahrt etwas gesehen, was mich wesentlich mehr faszinierte als Dünen, Wasserfälle oder Strände.

Seit ich ein Kind war wollte ich immer schon Kautschukbäume zu Gesicht bekommen. Irgendwann sind sie wohl in meinen Büchern aufgetaucht weshalb sich ein Interesse bemerkbar machte selbst Entdecker zu werden. Auf der Fahrt von Saigon hatte ich bemerkt, dass es Kautschukplantagen gab die neben der Straße platziert waren.

Ein etwas suspekt wirkender Einheimischer verlieh sein Motorrad zu einem günstigen Preis, vielleicht zu günstig? Aber egal, ich bestieg das Fahrzeug und raste einfach nur nach Süden, „zurück“ nach Saigon. Irgendwo auf der Strecke würde ich finden, was ich begehrte.

_DSC0456_miniEs begann eine „Road Movie“ der anderen Art… Außerhalb Phan Thietes lagen große Felder mit Drachenfrüchten und Händler säumten die Straßen. Fast war es ironisch: In der Touristenhochburg Mui Ne gab man sich so, als seien Drachenfrüchte exquisit und teuer und schon wenige Kilometer außerhalb gibt man gerne etwas mehr an hungrige Touristen ab. So auch an mich – mein Vorrat an Frischobst war für die kommenden Tage eingedeckt. Mir sagte die Frucht dermaßen zu, dass ich vermutlich jeden Tag 1-3 Stück davon gegessen hatte. Gerne hätte ich mehr von den süßeren, aber auch teureren Purpurfleischigen gegessen, doch auch dir Weißen waren ja nicht zu verachten.

_DSC0458_mini

Nach mehreren Kilometern zeigte sich, warum das Motorrad so günstig war. Die Qualität ließ zu wünschen übrig und ich hatte mitten in der Pampa eine Panne.

Wenn das Österreich wäre, so würde Folgendes passieren: Ich stelle das Gefährt am Straßenrand ab, nehme mir ein Taxi in die nächste Stadt, suche dort einen Mechaniker der das Kraftrad abtransportiert und drei Tage später ist alles repariert (wenn er die Teile hat). Wenn das in Österreich schon so lange dauert, was wäre dann wohl hier? Ich haderte, rollte mein Wrack aber tapfer weiter.

Irgendwo am Ende der Welt

Irgendwo am Ende der Welt

_DSC0472_miniWas mir jetzt erst klar wurde war, dass hier überall Werkstätten ihre Dienste feilboten. Nach weniger als 100m Schieben zeichnete sich ab, dass das Haus vor mir eine war. Der Mechaniker konnte kein Englisch, weswegen ich nur auf den Motor zeigte und ihm verdeutlichte, dass es nicht mehr startet. Er nickte und fing an zu werkeln.

Praktischerweise lag neben seinem Betrieb ein kleiner Laden in dem ich mir einen dünnen Tee orderte, meinen Proviant verbrauchte und mich sorgte was wohl hier aus mir werden würde? Vermutlich würde ich bald nichts mehr zu essen haben und mich als Reisbauer verdienen müssen, bis ich wieder zurück konnte. Unterkünfte gab es keine. Wo ich war konnte ich auch nicht sagen…

Nachdem ich Fotos auf der Kamera sortiert hatte, im Wörterbuch nach irgendwelchen Wörtern zu suchen begann und Löcher in die Luft starrte stand der Mechaniker neben mir – es lief wieder. Was genau kaputt war weiß ich bis heute nicht. Gekostet hat es glaube ich etwa einen Dollar.

pan2.tif_mini

_DSC0486_miniDie Region wurde von einigen sanften Hügeln durchzogen und auf der rechten Seite thronte ein Kloster. Zuerst wollte ich nur kurz anhalten, um schnelle Fotos zu schießen, dann fand sich ein Bonze der ein wenig Englisch konnte.

Viel wusste er mir nicht zu sagen, doch war er freundlich und führte mich herum. Ein Buddha schaute zu uns herab, in seinem metallenen Gesicht spiegelte sich das Leuchten der Swastika, die ich immer noch nicht gewohnt war. Sie bauten gerade meinte mein Führer mild als wir an einem unfertigen Teil des Komplexes passierten. Es schienen gute Zeiten für die Mönche zu sein. Als die Tour beendet war, aßen wir violette Maniokwurzeln. Ihr Geschmack ist mir lieber als der heimischer Kartoffeln. Sie haben eine angenehme Note und ein mildes Aroma. Die tiefviolette Farbe ist am Anfang etwas irritierend. In unseren Breiten ist Nahrung mit der Tönung meist verdorben.

_DSC0547_mini

Kanonenkugelfrucht

Kanonenkugelfrucht

Da sie gerade gekocht hatten, tischte mir ein Mädchen aus der Küche noch einen Teller mit vegetarischen Gerichten auf. Zahlung wollten sie keine Annehmen. Ich sei ein Gast. Ich dankte berührt. Gerne wäre ich noch länger geblieben, doch hatte ich mein Tagesziel noch nicht erfüllt.

_DSC0549_mini

Der Weg führte mich vorbei an der Szenerie Vietnams. Unfälle auf der Überlandstraße. CD-Verkäufer, die ihre Musik über ihr Moped in die Welt posaunten und eine Kulisse, in der sich Moschee und Kirche friedlich gegenüberstanden.

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Langsam dämmerte es und ich fragte mich mehr und mehr, ob ich den Weg nachhause wieder finden würde. Es müssten inzwischen fast 70km sein, die ich mit der schwachen Maschine zurückgelegt hatte…

Kirche und Moschee nebeneinander, Xuân Lộc Bezirk

Kirche und Moschee nebeneinander, Xuân Lộc Bezirk

 

Die letzten Tage in Beer Milka

_DSC0254_miniInzwischen waren Monate vergangen seit dem ich nach Israel aufgebrochen bin. In Idan hatte ich Tomatenfelder präpariert und mit den Thai-Workern zusammengearbeitet, Beer Milka forderte mehr und war eine der besten Erfahrungen meines Lebens.

 

Passionsfruchtpflanzen

Passionsfruchtpflanzen

In den letzten Tagen war ich viel alleine. Mein australischer Kollege war schon früher aufgebrochen und ich verbrachte meine Tage großteils mit dem Präparieren von neuen Feldern, mit der Ernte von Kräutern und dem Pflanzen von Setzlingen. Auch Golan kam seltener da er mit dem Hausbau die Hände voll zu tun hatte.

Gerade jetzt wurde mir bewusst, wie viele verschiedene Gewächse wir hier hatten. Golan pflanzte Wein, einige ausgestorbene Dattelarten und noch vieles Andere an.

Alles biologisch und gegossen wurde es mit dem Salzwasser aus der nahen Quelle.

 

Melissenernte

Melissenernte

Lediglich die Melisse war dem mineralstoffhaltigen Zeug gegenüber etwas zu empfindlich und ein Teil der Ernte fiel nicht so gut aus.

Interessant fand ich, dass wir hier den Plantago Major hatten. In Österreich wächst dieses Kraut überall. Jeder Garten hat es, jede Wiese und man nennt es gemeinhin „Breitwegerich“. Gerade als ich die übersensible Melisse abernten wollte, schnitt ich mir tief in den Finger und hatte kein Pflaster parat. Also entnahm ich dem Breitwegerich ein großes Blatt und legte es über die Wunde.

 

Beim Schneiden der Melisse

Beim Schneiden der Melisse

Fingerpflaster sind nie sehr ausdauernd. Weder im Hochpreissegment, noch in der Natur selbst. Doch als es selbst verstärkt mit Klebeband nach einigen Minuten wieder abfiel staunte ich nicht schlecht: Die Wunde war praktisch verheilt.

Und wäre es auch geblieben, wenn ich nicht weitergearbeitet hätte. Zumindest hatte ich die Heilkraft empirisch bestätigt.

Umso faszinierender, dass es in Israel einen Markt dafür gab.

_DSC0152_miniDie Arbeit, diese Kräuter aus dem Boden zu bekommen war bei Weitem die Härteste die ich überhaupt machen musste. Das klingt jetzt recht übertrieben, doch dieser Plantago hatte sehr dichte Wurzeln, die sich noch dazu weit verzweigten. Anfangs riss ich sie aus und musste nach einigen Stück eine Pause einlegen. Trotz dem Sand war meine ganze Stärke notwendig, dieses Grünzeug samt Wurzel sauber aus dem Boden zu bekommen.

Es war nicht hart im Sinne von „An die Grenzen bringen“. Es raubte einem einfach nur seine ganze Kraft. Als würde man zu schwere Gewichte heben.

Später leistete ich mit einer Schaufel Vorarbeit was ein wenig half. Genausogut hätte ich Anker herausziehen können. Vielleicht war das ja einer der Gründe warum Golan sie gepflanzt hat – sie banden den Sand. Eine vergleichbare Pflanze ist Rotem (רותם), die in Israel hauptsächlich deshalb so geschätzt wird, weil sie den Sand zusammenhält und so den Boden fruchtbarer macht.

Obwohl sie über medizinische Substanzen verfügt ernteten wir sie nie, da sie lebedig wertvoller war als in einem Sack. Der Name sollte wohl „verbinden“ bedeuten.

_DSC0345_miniSchließlich kam der Tag meiner Abreise immer näher. Gerade jetzt versuchte ich die Wüste noch in allen Zügen auszukosten. Starrte lange in die unendlichen Weiten des israelischen Negev. Fühlte Wind und Sonne und versuchte das „Lied der Wüste“ zu hören, von dem ich so manches Mal gehört hatte. Abends saß ich meist auf einer Anhöhe hinter dem Bauernhof und blickte zu den beleuchteten Militärbasen die sich durch die Wüste zogen. Wie oft wurden hier Manöver abgehalten. Fast jede Nacht fürchtete ich dass sich Israel und Ägypten gegenseitig überfallen würden, doch wenn man in einem Land aufwächst in dem die Zivilbevölkerung militärische Übungen eher als seltsame Spielereien betrachtet ist man Ländern wie Israel gegenüber, in denen das Heer tatsächlich eine Aufgabe hat wohl etwas übersensibel.

_DSC0084_mini

Noch einen Tag. Einen Teil des Gepäcks ließ ich in Golans Container und machte mich für eine Reise über den Sinai bereit. Mir fiel jedoch erst viel zu spät ein, dass ich ein Visum brauchte – also rief ich kurz vor 17:00 in der ägyptischen Botschaft in Tel Aviv an. Ein Herr mit schlechtem Englisch erklärte mir, dass ich in 10 Minuten noch einmal anrufen sollte. Um mir dann zu sagen, dass sie jetzt geschlossen hätten…

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Reise nach Mui Ne

_DSC0270_miniHô Chi Minh Stadt ist ein Wunder. Ich habe Schwierigkeiten, mir eine Stadt vorzustellen, die ähnlich viel zu bieten hat. Zwar ist die Aufregung, die Geschäftigkeit, das Viele von Vielem für eine gewisse Zeit ein wahres Feuerwerk für die Augen und den Geist, doch wird es auf Dauer einfach nur viel – und je öfter man seine Schritte über die Flüsse setzt, die Pagoden ansieht und den undisziplinierten Motorradfahrern etwas in seiner Sprache nachschreit, dass sie einen nur ja nicht verstehen desto mehr wird man selbst zu Saigon oder weiß, dass man gehen sollte.

_DSC0271_miniMit Stift und Zettel bewaffnet durchsuchte ich eine Straße voller Reisebüros nach dem günstigsten Tarif. Alle Touristen wollen nach Mui Ne – das sollte auch mein Weg sein! Ein wenig musste ich handeln, war aber mit dem Preis nicht unzufrieden – und irgendwie boten ja auch alle Veranstalter insofern das Gleiche, keiner erzählte mir, dass und warum sein Bus mehr hätte.

So vergingen die letzten Tage in der Hauptstadt des Südens wesentlich ruhiger – meine Abreise stand bevor und ich konnte das bunte Gemisch an allem was man hier zu bieten hatte gelassen an mir vorbeirauschen lassen.

Der Sprache immer noch nicht mächtig, verabschiedete ich mich mehr mit Gesten von meinen sehr lieben Gastgebern und war etwas traurig darüber – wir konnten nie wirklich miteinander sprechen, aber man hatte mich sehr gut behandelt.

Ein letztes Mal schaute ich noch in die Đề Thám-Seitenstraße und machte mich durch die dunklen Gassen auf den Weg zum Reisebüro – auf den Bus wartend.

Wir fuhren in den Sonnenuntergang hinein. Diesmal hatte ich zwar darauf geachtet keinen Nachtbus zu erwischen, aber wenn es schon um 6 finster wird, lässt sich die einbrechende Dunkelheit nur schwer vermeiden. Im Bus bin ich einem Vietnamesen mit exzellentem Englisch begegnet. Er war auf dem Weg in die Vereinigten Staaten und erzählte ganz begeistert von seiner Liebe zur Fotografie, die ich nur zu sehr teilte.

Weihnachten an der Bushaltestelle

Weihnachten an der Bushaltestelle

Es stellte sich heraus, dass Phan Thiet wirklich gleich um die Ecke lag

Es stellte sich heraus, dass Phan Thiet wirklich gleich um die Ecke lag

Für die nächsten Tage blieb er in Phan Thiết bei seiner Familie. Er zeigte mir ein paar seiner Fotos und hatte offensichtlich Talent und kannte auch schöne Mädchen, die sich in den traditionellen Vietnamesischen Kleidern fotografieren ließen.

An seiner Haltestelle tauschten wir noch schnell die Nummern aus und es überraschte mich, wie nahe sich Mui Ne und Phan Thiết sich waren.

In Vietnam habe ich (im krassen Gegensatz zu Europa) nie auch nur ein einziges Zimmer reserviert. Die Gästehäuser oder „nhà nghỉ”s hatten sowieso keine Webseiten und würden dementsprechend nicht ohne einer Suche vor Ort auftauchen.

_DSC0386_mini

In Mui Ne allersdings standen nur Hotel nach westlichem Vorbild und mit Preisen die man vielleicht in Mitteleuropa erwartet hätte. Selbst ein Hostel war gänzlich überteuert.
Irgendwie konnte ich über die Einheimischen, die schon fast am Ende des touristischen Teils der Stadt lebten herausfinden, dass es tatsächlich Unterkünfte gab, die sich am Land und nicht an den Gästen orientierten.

Auch die Umgebung wurde den Gästen angepasst

Auch die Umgebung wurde den Gästen angepasst

_DSC0383_miniZunächst bot mir ein Hotel ein eher teures Zimmer mit dem Fenster zur Straße an. Es war, wie alle Zimmer, die ich in Vietnam hatte sauber, aber ich war nicht ganz zufrieden. Also zerrte ich meinen Koffer weiter, bekam eine Telefonnummer, rief ihn an, und erhielt eine Adresse und war verwundert theoretisch exakt da zu stehen, wo ich eigentlich hin sollte. Nur – obwohl die Straße alle Nummern in der richtigen Reihenfolge hatte fehlten hier ein paar. Wieder erbat ich mir Rat von den umstehenden Menschen und so teilte mir ein Vietnamese mit, dass sich die Nummern in einer Seitenstraße fanden die ich für den Gartenzugang hielt.

"Garten meines Gästehauses"

„Garten meines Gästehauses“

Meine Nachbarn

Meine Nachbarn

Der Preis schin fair und ich stimmte zu, letzten Endes würde ich hier allerdings länger bleiben als ursprünglich gedacht. Kurz nach dem Einlagern meines Hab und Guts schritt ich der Straße entlang, die aus der Stadt führte und fand ein von einer alten Dame bewirtschaftetes Gasthaus, in dem ich mir eine Nudelsuppe schmecken ließ und dazu einen chinesischen Film mit vietnamesischen Untertiteln ansah… oder umgekehrt.